Verfahren gegen 31-Jährigen Maurer tritt auf der Stelle

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TRIER. Am heutigen Donnerstag, den 14. November, wurde im Landgericht Trier die Verhandlung gegen einen 31-jährigen Maurergehilfen fortgesetzt. Er muss sich unter anderem wegen räuberischer Erpressung vor dem Gericht verantworten.

Im Sommer 2011 soll der Maurergehilfe an mehreren Tagen mit dem damals 17-jährigen Vevangaune K. in seiner Wohnung Drogen konsumiert haben. An einem dieser Tage soll er das zuvor von dem Minderjährigen besorgte Marihuana für nicht gut befunden haben und ihm aus diesem Grund eine Backpfeife gegeben haben. Dann soll er ihm die Spitze eines Messers gegen den Bauch gedrückt haben.

Kurze Zeit später soll „Veva“ W. auf Drängen des Angeklagten und dessen Freund das Handy seiner Mutter gestohlen und dem Maurer den Erlös nach dem Verkauf dem Angeklagten gegeben haben. Anschließend sollen beide den 17-Jährigen eingesperrt und ihm Urin gegeben haben, den er trinken musste. Daraufhin habe sich dieser übergeben. Zudem sollen sie 80 Euro von ihm gefordert und seinen MP3-Player sowie sein Schülermobilticket an sich genommen haben. Gegen 19 Uhr sollen sie den Jugendlichen, der eine leichte Gehirnerschütterung sowie eine Stichwunde am Bauch erlitten haben soll, gehen lassen haben.

Zwischen dem 8. und 10. Juli soll der Angeklagte von dem Minderjährigen 1 000 Euro gefordert und ihm mehrere Ohrfeigen gegeben haben. Des Weiteren soll er von ihm verlangt haben, später mit ihm beim Moselfest in Zurlauben Fremde „abzuzocken“, um so an die 1 000 Euro zu gelangen.

Im Spätsommer/Herbst 2011 soll der Angeklagte mit Freunden einen Dealer aufgesucht und bei diesem Marihuana erworben haben. Der zuvor geschmiedete Plan, dem Dealer das Marihuana zu stehlen, soll gescheitert sein. Am 19. Februar 2012 soll der Angeklagte in seiner Wohnung seine damalige Freundin Anna W. als „Hure“ betitelt und ihr eine heftige Ohrfeige versetzt haben. Er habe sie am Oberkörper gepackt und sie gestoßen, woraufhin sie gefallen sei. Erst nach 20 Minuten sei es der jungen Frau gelungen, die Wohnung zu verlassen. Der 31-Jährige habe ihr beim Hinausgehen einen mit einer gelben stinkenden Masse gefüllten Müllsack hinterher geworfen.

Mitte Juli 2012 soll der Angeklagte aus Eifersucht einem anderen jungen Mann einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben. Auch habe er auf der Stirn des Mannes eine Zigarette ausgedrückt und ihn daraufhin in einen Wagen gezerrt. Anschließend seien der Angeklagte, der verletzte junge Mann sowie gesondert verfolgte Freunde des Angeklagten durch Trier gefahren sein, um Anna W. zu suchen. Dieser soll der 31-Jährige immer wieder per Telefon damit gedroht haben, sie umzubringen. Auch dem zuvor von ihm verletzten Mann soll er damit gedroht haben.

Der Angeklagte habe die Trennung von Anna W. nicht akzeptiert, so die Anklage. Er soll ihr mehrere hundert Kurzmitteilungen, in denen er sie zum Teil ausufernd beschimpft haben soll, per SMS gesendet und ihr an ihrer Arbeitsstelle und vor ihrem Wohnhaus aufgelauert haben.

Am 28. Juli sollen sich beide in einer Gaststätte getroffen haben. Als Anna W. dem Angeklagten mitgeteilt habe, dass sie die Trennung von ihm wolle, sei er aggressiv geworden und ihr damit gedroht haben, sie umzubringen. Daraufhin soll er ihr gefolgt sein und sie zweimal gewürgt haben. Auch soll er sie Mitte September 2012 vor ihrem Haus bespuckt, beleidigt und ihr eine Ohrfeige versetzt haben. Am 18. September 2012 soll er ihr damit gedroht haben, sie und ihrer Mutter umzubringen, wenn sie nicht damit aufhöre, „Faxen zu machen.“

Am Montag, den 21. Oktober, hatte eine Polizeibeamtin vor dem Landgericht Trier betont, dass Anna W. sehr viel Angst vor ihrem Ex-Freund habe.

Am 26. Oktober 2012 soll der Maurergehilfe betrunken mit einer Gruppe Jugendlicher ein Fahrrad in der Trierer Innenstadt beschädigt haben. Gegen 23.30 Uhr soll er einen PKW-Fahrer an der Weiterfahrt gehindert und dessen Beifahrer verletzt haben. Um 1 Uhr soll er eine Glasscheibe in der Innenstadt eingetreten haben.

Anfang Dezember 2012 soll der Angeklagte mit Hilfe anderer Personen einen jungen Mann in dessen Wohnung aufgesucht und von ihm 170 Euro gefordert haben. Einen Tag später soll er den jungen Mann zu einem Einbruch in ein Haus gezwungen haben. Dabei soll es ihn nicht interessiert haben, dass sein Opfer zu diesem Zeitpunkt unter Bewährung stand. Er soll ihm gesagt haben, dass er den Mann „auf der Stelle kaputt“ schlage, falls er sich weigere.

Gegen 21 Uhr soll der Angeklagte den jungen Mann dazu aufgefordert haben, das Schloss an dem Tor auf dem Anwesen der Wohnung zu zerstören. Ohne Einzubrechen sollen beide das Grundstück wieder verlassen haben und in die Wohnung zurückgekehrt sein. In der Wohnung, in die illegal hatte eingedrungen werden sollen, soll die Ex-Freundin des Angeklagten verkehrt haben. Dem Vater des jungen Mannes soll es schließlich gelungen sein, den Angeklagten zu vertreiben.

Am heutigen Donnerstag wurde der 16-jährige Schüler Omar A. vernommen, der ein Nachbar des Angeklagten ist. Sein Bruder Ibrahim, so der Schüler, sei gut mit dem Angeklagten befreundet gewesen. Als er diesen vor einigen Monaten in der Wohnung des Angeklagten hatte abholen wollen, sei es zu einem Gespräch unter den beiden jungen Männern gekommen. In diesem Gespräch sollen beide von dem 17-Jährigen gesprochen haben, den der Angeklagte unter anderem verletzt haben soll (siehe oben). Der 31-Jährige soll von seinem Vorgehen genau berichtet haben, bevor beide Brüder die Wohnung verlassen hätten.

Auch erwähnte der junge Zeuge, dass in Ehrang das Gerücht kursiere, dass sich der Angeklagte umbebe sich gerne mit Heranwachsenden. Er habe ihn bei einem Treffen mit Jugendlichen gesehen, bei dem sowhl Alkohol als aus Zigaretten konsumiert worden sein sollen. Da der 16-Jährige der einzige von mehreren geladenen Zeugen war – die übrigen fehlten entschuldigt, gab es bei dem Verfahren keinen Durchbruch.

Der Angeklagte befindet sich zur Zeit in Haft. Laura Dolfen

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