Makabrer Fund: Überreste von deutschen Kriegstoten deponiert

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TRIER. Unbekannte haben vor dem Trierer Büro des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge in der Lindenstraße die sterblichen Überreste von mindestens drei deutschen Kriegstoten abgelegt. Neben den in Plastiktüten verpackten Knochen wurden auch persönliche Gegenstände der Toten beigelegt. Der beiliegende anonyme Begleitbrief liefert Hintergründe, gibt aber auch Rätsel auf.

„Der Umgang mit sterblichen Überresten gehört zur täglichen Arbeit des Volksbundes, diese aber vor die Tür gelegt zu bekommen ist neu“, teilte der Landesgeschäftsführer des Volksbundes in Rheinland-Pfalz, Diego Voigt, mit. In der Tat liest sich der Vorgang unglaublich: Vor der Eingangstür des Trierer Büros wurden mehrere Knochenteile, vor allem Kiefer- und Schädelstücke, in Plastiktüten verpackt deponiert, daneben persönliche Wertgegenstände der Gefallen, unter anderem zwei Erkennungsmarken, etwaige Talismane, ein Rosenkranz sowie ein Damenring. Im beiliegenden anonymen Schreiben wird erläutert, dass die Überreste von „einem Bekannten“ bei Straßenbaumaßnahmen in der Nähe der französischen Stadt Verdun gefunden wurden. Eine Kontaktaufnahme zu französischen Behörden sei aus ungenannten Gründen „unmöglich“ gewesen, so habe der Finder die Überreste „kurzerhand nach Deutschland mitgenommen“.

Die Kriminalpolizei Mainz hat die Knochen bereits kriminaltechnisch untersuchen lassen und kann ein Verbrechen ausschließen. Die Überreste konnten ferner im Rahmen dieser Untersuchung zeitlich dem ersten Weltkrieg zugeordnet werden. Aufgrund der zwei beigefügten Erkennungsmarken ist es der Zentrale des Volksbundes in Kassel gelungen, zumindest einen der Soldaten bereits zum jetzigen Zeitpunkt zu identifizieren, dieser soll aus Bayern stammen. Aufgrund der Tatsache, dass nur zwei Marken beigelegt wurden sei es jedoch nahezu unmöglich, die genaue Identität aller drei Personen festzustellen. Es soll nun versucht werden, Angehörige der Toten ausfindig zu machen, ehe die Gebeine im kommenden Jahr auf einer deutschen Kriegsgräberstätte in der Nähe von Verdun beigesetzt werden sollen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die sterblichen Überreste auf einem Mainzer Friedhof aufbewahrt. (ros)

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