Entscheidung im Prozess über schweren Diebstahl vertagt

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    TRIER. In der Fortsetzungssitzung der 3. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Armin Hardt wegen schweren Diebstahls gab es auch nach mehreren Zeugenaussagen am gestrigen Mittwoch (13. November) kein abschließendes Urteil. Der Prozess wird am morgigen Donnerstag um 9 Uhr fortgesetzt.

    Nachdem der Angeklagte Martin J., der seit einem Unfall eine schwere Hirnschädigung hat, zu Beginn des Verhandlungstages  ein Teilgeständnis ablegte, in dem er die Einbrüche in das Jugendzentrum in Tawern und in den Raiffeisenmarkt in Merzkirchen zugab, belastete er den Zeugen Assad A., ihn zu diesen Straftaten gefahren  und die Beute mit ihm geteilt zu haben. „Er hat mich oft gefahren und ich mit ihm geteilt.“

    Der Zeuge A. jedoch bestritt jegliche Beteiligung an den Raubzügen, er kenne den Angeklagten nur über dessen Bruder und habe ihn „einmal zur Bank gefahren, damit er sein Harzt IV- Geld abheben kann.“ Auch das Diebesgut, wie Kreditkarten, Bargeld und Geldkassetten sind nicht bei ihm, sondern beim Angeklagten gefunden worden.

    Allerdings gab er zu, mit dem Angeklagten „ab und zu“ in einer Spielothek in Mettlach gewesen zu sein. Jedoch nie alleine, sondern immer mit dem Bruder, der übrigens trotz polizeilicher Nachforschungen  nicht aufzufinden ist.

    Auch Miriam, die Tochter von des Zeugen A., entlastete ihren Vater. Sie habe den Angeklagten und ihren Vater noch nie zusammen gesehen und gehe davon aus, „dass Herr J. nur ein Bekannter ihres Vaters ist.“

    Nach der Zeugenaussage der ehemaligen Spielotheken-Mitarbeiterin Olga F. kam der Angeklagte in Bedrängnis. Hatte er noch zu Beginn der Verhandlung gesagt, dass das Geld, das die Polizei in seiner Wohnung gefunden hatte, durch einen Gewinn in der Mettlacher Spielothek stamme, musste er diese Aussage revidieren. Olga F. hatte ihn zwar am fraglichen Abend gesehen, aber größere Gewinne habe es an diesem Abend nicht gegeben. Martin J. schob eine Erklärung ein, dass er mit seinem Bruder und dem Zeugen A. noch nach Konz in eine andere Spielothek gefahren sei,  in der sie große Gewinne verzeichnet hätten. Auf Nachfrage von Staatsanwältin Anne Wildfang, warum er sich erst jetzt an diesen Ablauf erinnere, konnte J. keine Antwort geben.

    Sein Verteidiger Jan Kamp machte zum Abschluss des Tages den Vorschlag, seinen Mandanten in ein betreutes Wohnen für behinderte Menschen zu überstellen. Er habe bereits mit der Leiterin einer solchen Einrichtung gesprochen und auch sein Mandant würde sich dieser Entscheidung beugen.

    Eine Entscheidung über das Strafmaß wird nach der heutigen Befragung eines Gutachters, der Bewährungshilfe und den Abschlussplädoyers der Anwälte erwartet. (bas)

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