Fünf Jahre Haft für mutmaßlichen Sexualstraftäter

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TRIER. Am heutigen Mittwoch, den 13. November, wurde vom Landgericht Trier das Urteil gegen den 53-jährigen Detlev H. aus Morbach gefällt: Wegen  zwei Fällen von schweren sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen sowie mehreren Fällen minderschweren Missbrauchs wurde der vierfache Vater zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ferner muss er die Kosten des Verfahrens und der Nebenklage tragen.

Die Kammer um den Vorsitzenden Richter Albrecht Keimburg schloss sich damit der Forderung der Staatsanwaltschaft an, die zuvor im Plädoyer fünf Jahre und zwei Monate Haft für Detlev H. gefordert hatte. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs (lokalo berichtete) von den Opfern bzw. Tatzeuginnen glaubwürdig geschildert werden konnten. In seiner Schlussrede zeigte der Angeklagte jedoch keine Spur von Reue und Einsicht, viel mehr gab er weiterhin seine Theorie über ein „Komplott“ gegen ihn zu Protokoll.

Detlev H. wurde im vergangenen Februar festgenommen, nachdem angezeigt worden war, dass er sich im Zeitraum zwischen Sommer 2010 und September 2011 mehrfach an der heute 14-jährigen Nachbarstochter vergangen hatte. Desweiteren wurde ihm der Missbrauch von zwei weiteren Freundinnen des Mädchens zur Last gelegt, die er im Rahmen einer Geburtstagsfeier belästigte. Während des Verfahrens gab ferner seine leibliche Tochter an, 1989 im Alter von vier Jahren durch ihren Vater unsittlich berührt worden zu sein. Im Jahr 1991 soll H. zudem versucht haben, intimen Kontakt zu einem damals 10-jährigen Nachbarsmädchen aufzubauen.

Während des heutigen Verfahrens versuchte die Verteidigung, ein weiteres Gutachten über die vom Beschuldigten angegebenen Erektionsprobleme in Auftrag zu geben. Der Antrag wurde vom Gericht im Hinblick auf ein bereits bestehendes Gutachten, welches keine organische bzw. medizinische Einschränkung der Potenz feststellte, abgelehnt. In den folgenden Plädoyers der Staatsanwaltschaft sowie der Nebenklage wurden die Übergriffe noch einmal detailliert aufgelistet, ferner gab die Nebenklage zu bedenken, in welcher perfiden Weise sich der 53-jährige dem Opfer sowie deren Familie genähert und sukzessive in das soziale Umfeld eingeschlichen habe.

Die Verteidigung plädierte auf Unschuld, Detlev H. wiederholte in seinem Schlusswort erneut, Opfer eines Komplotts zu sein. Es habe zwar sexuelle Kontakte gegeben, doch seien diese teils von der damals 12-jährigen gewollt und forciert worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (ros)

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