Revanche im Pokal?

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TRIER. Geht man nach der reinen Papierform, hat das Pokal-Achtelfinale zwischen den Trierer Miezen und dem Titelverteidiger Thüringer HC am heutigen Mittwochabend (19:30 Uhr) in der Arena Trier nicht allzu viel zu bieten. Die Rollen sind klar verteilt und ein Weiterkommen des MJC gegen die Übermacht aus Erfurt wäre eine unglaubliche Sensation. Und doch ist es ein ganz besonderes Aufeinandertreffen aus Trierer Sicht.

Maike März im Tor, Anja Althaus am Kreis, Lydia Jakubisova und Nadja Nadgornaja im Rückraum. Was klingt wie ein Teil der Trierer „All-Stars-Mannschaft“ ist so am Mittwochabend in der Arena Trier zu sehen. Zum Leidwesen der heimischen Handballfreunde streifen die genannten Spielerinnen jedoch keineswegs die blauen Miezen-Trikots über, sondern spielen für den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger Thüringer HC. Der wiederrum wird trainiert von Herbert Müller, seines Zeichens genau der Erfolgsgarant im Frauen-Handball, der 2007 intern bereits als sicherer Nachfolger von Spasoje „Mane“ Skercevic galt, dann aber in letzter Sekunde absprang.

Es ist also ein Aufeinandertreffen mit hohem geschichtlichen Wert, keineswegs aber die richtige Zeit für rührselige Rückblicke. Die Moselanerinnen müssen einen völlig anderen Weg beschreiten als der THC, der mit einem geschätzten Etat oberhalb der Millionengrenze völlig andere personelle Möglichkeiten besitzt. Und doch wird der sprunghafte Aufstieg des THC auch nach drei Meisterschaften in Folge, sowie zwei Pokalsiegen und erfolgreichen Auftritten in der Champions-League auch weiterhin in Fachkreisen mit Vorsicht betrachtet. Schon einmal war Müller mit einem Team (dem 1.FC Nürnberg) in die Pleite geschlittert, nachdem das Geld für den teuren Kader nicht ausreichte. In Erfurt scheint man indes jedoch solider zu planen – doch die Angst vor einem finanziellen Einbruch bleibt treuer Begleiter eines jeden Bundesligisten.

Ob David gegen Goliath, Tabellenführer gegen Schlusslicht, großer gegen kleinen Etat: Es gibt viele Bilder, welche die Partie am Mittwochabend beschreiben können. Und auch sportlich hat der THC erst am Wochenende in der Liga mit einem 36:17 gegen die Miezen klargemacht, dass man für Überraschungen kleiner Teams nur wenige übrig hat. Im Pokal würde eine Niederlage den Erfurterinnen indes noch mehr weh tun, als in der langen Ligasaison. So will Müller nichts anbrennen lassen – und die Triererinnen auf MJC-Seite haben nichts zu verlieren. Es könnte also ein munteres Spiel werden, und vielleicht gelingt den Miezen in eigener Halle ja gegen den Überflieger eine bodenständig gute Leistung. (red)

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