Gleiches Recht für alle

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Jetzt ist es also (halb) amtlich. Es wird beim Trierer Weihnachtsmarkt in diesem Jahr massive Einschnitte geben, was die Breite der Flucht- und Rettungswege angeht und somit auch die Gesamtausdehnung der Fläche, die mit Verkaufshäuschen bestückt werden dürfen.

Jetzt ist es also (halb) amtlich. Es wird beim Trierer Weihnachtsmarkt in diesem Jahr massive Einschnitte geben, was die Breite der Flucht- und Rettungswege angeht und somit auch die Gesamtausdehnung der Fläche, die mit Verkaufshäuschen bestückt werden dürfen. Es mag jetzt Stimmen geben, die „gut so“ sagen, und es dabei belassen. Auch ich sage „gut so“, frage aber gleichzeitig: „Warum erst jetzt?“ Die häufig angeführte Begründung, dass es seit der Katastrophe bei der Love Parade schärfere Bestimmungen gebe, mag vielleicht sogar stimmen, aber sie erscheint jedem, der schon mal in Trier eine Veranstaltung durchführen wollte oder durchgeführt hat, konstruiert. Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass Veranstaltungen durch puren Bürokratismus verhindert wurden. Die sechs Meter Durchfahrtsbreite für Rettungsfahrzeuge, die jetzt gefordert und augenscheinlich auch umgesetzt werden, waren in anderen Genehmigungsverfahren schon vor Jahren als Voraussetzung genannt. Von derselben Behörde, die die erstmalige Umsetzung für den Weihnachtsmarkt 2014 als große Errungenschaft feiert. Warum nicht schon früher so? Für den objektiven Betrachter ergibt sich der Rückschluss, dass die jetzt beschlossenen Maßnahmen nur deshalb durchgesetzt werden, weil es nicht mehr anders geht.

Ganz nebulös wird es aber bei der Aussage, dass der Aufbau des Weihnachtsmarktes in diesem Jahr erstmals überwacht wird. Wie bitte? Eine rund vierwöchige Veranstaltung, die das Zentrum der Innenstadt beschlagnahmt, konnte ohne Überprüfung aufgebaut werden, wie es dem Betreiber gerade in den Sinn kam? Jedes Straßenfest – von Mosel und Altstadfest gar nicht zu reden – wurde und wird beim Aufbau kontrolliert und Veranstalter mit Auflagen überzogen. Nur der Weihnachtsmarkt, der aufgrund der Beschaffenheit der Häuschen, die Enge auf den beschickten Plätzen und Straßen und der wegen Gasheizungen oder mit Gas betriebenen Koch- und Bratflächen ein erheblich höheres Gefahrenpotenzial in sich birgt, der nicht? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Und noch bleibt ein Hintertürchen. Wie sich das „neue Sicherheitskonzept“ auf die Gestaltung des Weihnachtsmarktes auswirkt, kann erst beurteilt werden, wenn die endgültigen Pläne vorliegen. Die kommen übrigens vom Veranstalter und werden dann geprüft.

Das was jetzt durchgesetzt werden soll, war längst überfällig. Hoffentlich gilt in Zukunft für alle Veranstaltungen und Feste die Maxime: Gleiches Recht für alle.

Hier geht es zum Bericht über den Weihnachtsmarkt

1 KOMMENTAR

  1. Nachdem ich heute beim Sonntagsspaziergang auf dem Domfreihof die Buden bewundern konnte, stelle ich fest: Die Buden am Palais vorbei haben stehen jetzt direkt am Gebäude.
    Und auf den Markt selbst können immer noch keine Feuerwehrfahrzeuge fahren, es sei denn die passen unter denen in ca. 2,80 meter höhe hängenden Kabeln durch. Und in der Sternstraße steht jetzt auch eine Bude.

    Ich hoffe, das ja das bei der Abnahme durch die Feuerwehr hier mal ganz genau nachgemessen wird.

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