Neue Regeln für den Trierer Weihnachtsmarkt

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TRIER. Dass der Trierer Weihnachtsmarkt nicht im Rahmen der bisherigen Standards veranstaltet werden kann, war spätestens seit dem „Informationsgespräch“ mit den Anwohnern des Hauptmarkts klar (lokalo berichtete). Anfang September stand das Ergebnis der Gespräche mit der AG Weihnachtsmarkt über die geforderten Änderungen noch aus. Jetzt, kurz vor der Eröffnung des Weihnachtsmarkts 2013 (25. November) hat lokalo beim Presseamt der Stadt Trier nochmals nachgefragt.

Nach den uns vorliegenden Antworten auf unseren Fragenkatalog ist die Umsetzung des modifizierten Flucht- und Rettungswegeplans in der Tat mehr als nur eine Absichtserklärung. Die Arbeitsgemeinschaft Trierer Weihnachtsmarkt – die Bezeichnung ist irreführend, denn diese AG besteht einzig und allein aus der Oscar Bruch OHG – wird die neuen Vorgaben akzeptieren müssen. Nach Angaben der Stadt Trier hat es ein Gespräch zwischen der Firma Bruch und den zuständigen Ämtern gegeben, „bei dem die letzten Details besprochen wurden.“ Danach muss der Veranstalter einen detaillierten Plan vorlegen, der nur dann zum Tragen kommt, wenn Feuerwehr und Ordnungsamt ihm zustimmen. Zudem müssen sich die ständigen Marktbeschicker und die Sondernutzer im Umfeld des Weihnachtsmarktes an vom Tiefbauamt herausgegebene Änderungen der Sondernutzungserlaubnisse halten.

Die Oscar Bruch OHG wird mit weiteren Forderungen konfrontiert. Der Aufbau des Weihnachtsmarktes wird erstmals überwacht, so dass sichergestellt ist, dass alle Rettungs- und Fluchtwegevorgaben eingehalten werden. „Die Veranstalter müssen erstmals ein ausführliches Sicherheitskonzept vorlegen“, lautet eine weitere Antwort aus dem Rathaus. Und: „Bestimmte Stände mit großem Publikumsaufkommen müssen verschoben werden, so dass diese nicht mehr an potentiellen Engstellen aufgestellt werden.“ Eingeschränkt werden die Sondernutzungserlaubnisse der Gewerbetreibenden rund um den Hauptmarkt und Infostände (etc.) dürfen gar nicht mehr aufgestellt werden.

Das Presseamt weiter: „Der Abstand der Vordächer der auf dem Hauptmarkt und dem Domfreihof aufgebauten Verkaufshäuschen zu den Gebäudefronten – unter Außerachtlassung vorgebauter Arkaden – muss mindestens 6,00 Meter betragen. Diese Breite ist aus der Notwendigkeit erforderlich, um das Ausfahren von Leitern durch Feuerwehr, den 2. Rettungsweg über die Leitern der Feuerwehr sicherzustellen und zur Verhinderung des Brandüberschlages.“ Die kritischste Stelle war bisher an der Ecke der „Steipe“, wo zwischen der Arkade und dem nächstliegenden Stand nicht einmal vier Meter Abstand gemessen wurden.

„Für die Stände auf dem Domfreihof, die die geforderten Abstandsflächen zu den Gebäuden nicht einhalten, wird Folgendes festgelegt: die Stände müssen innen mit Brandschutzplatten ausgekleidet werden. Dies verzögert den Brandüberschlag zu den angrenzenden Gebäuden. Die Stände werden mit vernetzten Rauchmeldern ausgestattet. Dies sichert die Alarmierung des anwesenden Sicherheitsdienstes außerhalb der Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes. Der Minderabstand ist hier zulässig, da der 2. Rettungsweg der Gebäude nicht über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt.

Der Standort der Pyramide auf dem Domfreihof muss verändert werden. Der Brandüberschlag kann durch die anderen zu treffenden Maßnahmen nicht verhindert werden. Eine Brandsicherheitswache wird täglich zu den Zeiten mit hohem Besucherandrang anwesend sein.“

In der Sternstraße und auf dem Domfreihof werden 8 Meter Breite für die Rettungswege angeordnet. Damit wird der Personendichte und dem Fluchtverhalten der Besucher Rechnung getragen.Während des Auf- und Abbaus und zum täglichen Lieferverkehr sind 4 Meter Durchfahrtsbreite erforderlich. Ausnahmeregelungen soll es nicht geben. Auf die Frage unserer Redaktion, welche Auswirkungen diese Maßnahmen auf die Gestaltung des Weihnachtsmarktes haben, heißt es in der Antwort des Presseamts: „Durchaus…., wobei erst nach Vorlage der endgültigen Pläne dies abschließend beurteilt werden kann. Beispielhaft kann hier erwähnt werden, dass die Pyramide auf dem Domfreihof aus brandschutzrechtlichen Gründen (Brandüberschlagsrisiko auf angrenzende Gebäude zu hoch) nicht mehr am bisherigen Standort verbleiben kann. Hier muss die veranstaltende Firma Lösungen finden, die mit der Feuerwehr abgestimmt werden müssen.“ (wir)

Hier geht es zum Kommentar von Willi Rausch

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