TBB Trier: Keine Chance in Entenhausen

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TRIER. Das war leider nichts: Mit 67:76(26:37) verliert die TBB Trier bei den Artland Dragons. Ideenlos und viel zu hektisch präsentierte man sich in der Offensive und leistete sich dadurch bedingt 22 Ballverluste. Zu allem Überdruss musste der stärkste Trierer an diesem Abend, Vitalis Chikoko, kurz vor Schluss verletzt ausgewechselt werden.

Dass Statistiken nicht alles sind, wurde beim Blick auf den Statistikbogen klar. Für Jermaine Anderson standen am Ende 12 Punkte, 6 Assists und 5 Rebounds in der Statistik. Dass er das Team zu keiner Zeit führen und Ruhe in das hektische Offensivspiel bringen konnte sowie acht Punkte erst beisteuerte, als die Partie längst gelaufen war, kann man dort nicht herauslesen. 22 Ballverluste leistete sich die TBB gegen eine aggressive, aber keinesfalls furchteinflößende Verteidigung der Norddeutschen. Zu viel, um gegen einen Gegner, der keinesfalls einen Sahnetag erwischte, bestehen zu können.

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Erste frohe Kunde gab es schon vor dem ersten Sprungball: Anthony Canty hat nicht nur die Reise in den hohen Norden mit angetreten – der Spielmacher war sogar einsatzbereit und durfte kurz ran. Doch es gab nicht nur Grund zur Freude: Jermaine Bucknor blieb mit Rückenproblemen zu Hause in Trier und bei Sohn Miles Maximus. Zudem trat auch Mathis Mönninghoff (Bänderriss) die Reise ins Artland erwartungsgemäß nicht mit an.

Trier startete mit einer äußerst ungewöhnlichen ersten Fünf in die Partie. Sowohl Trevon Hughes, als auch Warren Ward und Stefan Schmidt mussten auf der Bank Platz nehmen. Für sie rückten Marin Petric, Jermaine Anderson und Andreas Seiferth in die Startformation. Die Moselstädter hatten angeführt von Chikoko (6:2) den besseren Start in eine Partie auf unterirdischem Niveau. Acha Njei konterte für die Dragons mit zwei erfolgreichen Distanzwürfen und auch Bastian Doreth trug zwei Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie zur 9:15-Führung der Quakenbrücker bei. Ballverluste ohne Bedrängnis, insgesamt deren acht im ersten Viertel, spielten den Norddeutschen in die Karten. Dass man beim 14:18 nach dem ersten Viertel dennoch im Spiel war, konnte man auch fünf Punkten von Trevon Hughes verdanken.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts verkürzte Warren Ward sogar auf 17:18 . Zwei Dreier von Chad Topper, der bei seinen Versuchen von Ward sträflich frei gelassen wurde, hatten großen Anteil an dem nachfolgenden 10:0-Lauf der Quakenbrücker. Rödl nahm beim 17:28 aus Trierer Sicht wieder eine Auszeit. Nun kam etwas mehr Struktur in das Trierer Spiel. Samenas und Ward für Drei und ein verwandelter Freiwurf von Hughes – beim 26:31 war man plötzlich wieder mitten im Spiel. Doch schnell zeigte sich, dass das Offensivspiel der TBB über längere Sicht einfach zu statisch und ideenlos ist. Es fehlt ein Spielmacher, der seine Nebenleute stärker macht. Mit 26:37 ging es in die Halbzeitpause und es bestätigte sich wieder einmal, dass die Trierer Wurfquoten nicht von ungefähr die zweitschwächsten in der Beko-BBL sind.

Der Start in die zweite Halbzeit war leider nicht besser. Zwei Ballverluste von Hughes und erneut dreierlastiges Offensivspiel ließen den Rückstand auf bis zu 15 Punkte anwachsen (26:41). Es war wie ein Weckruf für das Team aus der ältesten Stadt Deutschlands, das nun endlich die nötige Intensität zeigte und den Ball nach Innen brachte. Ein 10:2-Lauf zum 36:43 durch vier Punkte von Andreas Seiferth ließ wieder etwas Hoffnung im TBB-Lager aufkeimen. Doch selbst eine indisponierte Quakenbrücker Mannschaft behielt die Kontrolle über das Spiel. Vor allem der Trierer Spielmacher Jermaine Anderson und Topscorer Trevon Hughes enttäuschten auf ganzer Linie. Beim 47:57 nach 30 Minuten hatte man dennoch Chancen.

Doch Trier fand an diesem Abend nie zum eigenen Spiel und lief die komplette Spielzeit nur hinterher. Offensiv verließ man sich zu sehr auf die Würfe aus der Distanz, so dass die Dragons defensiv leichtes Spiel hatten. Henrik Rödl versuchte am Ende mit Small-Ball noch einmal in die taktische Trickkiste zu greifen, doch die Dragons verstanden es offensiv die Mismatches auszunutzen. Am Ende verlor man, auch dank großzügiger Gastgeber, die kurz vor Schluss einen Gang rausnahmen, mit 67:76. Schade – da wäre bei einer normalen Teamleistung wohl noch viel mehr drin gewesen.

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