Nur Geldstrafe wegen Besitz von Kinderpornographie

    0

    TRIER. Im Berufungsverfahren um den Besitz von kinderpornographischen Bildern wurde das Verfahren gegen den 27-jährigen Angeklagten Karl H. gegen eine Zahlung von 1500 Euro an die Staatskasse heute durch die Kleine Strafkammer des Landgerichts Trier eingestellt.

    Der angeklagte Jurastudent war bereits im Jahr 2011 in einem ersten Verfahren zu 100 Tagessätzen á 10 Euro verurteilt worden, nachdem auf seinem Laptop gelöschte Bilder gefunden wurden. Allerdings geschah die damalige Überprüfung nicht wegen des Verdachts der Kinderpornografie, sondern aus einem Sachverhalt heraus, der der rechten Szene zuzuordnen ist. Daraufhin legten sowohl der Angeklagte, als auch Staatsanwalt Thomas Albrecht Berufung ein.

    Zu Beginn bezog sich der Angeklagte auf diese erste Verhandlung und las eine Erklärung vor, in der er detailliert die technischen Voraussetzungen erklärte, in welcher Art und Weise die Bilder auf seinen Computer gelangt seien. Es sei in keiner Weise Vorsatz gewesen und er habe sich die Bilder auch nie angeschaut. Sie seien automatisch im Cache seines Laptops abgespeichert und mit Schließen des Browsers gelöscht worden. Außerdem seien auf den meisten der Bilder bekannte Pornodarstellerinnen zu erkennen, die nachweislich über 18 Jahre sind. Durch für Beobachter recht schlüssige Folgerungen verringerte H. die Anzahl der in Frage kommenden Bilder auf fünf, bestritt jedoch bis zum Ende vehement die Vorwürfe, dass er etwas von diesen Aufnahmen gewusst habe.

    Richter Peter Egnolff kam dabei zu der Erkenntnis, dass es auch nur einen bedingten Vorsatz gegeben haben könnte und legte dem Angeklagten nahe, ein ehrliches Geständnis abzulegen. „Ich kann nichts zugeben, was ich nicht getan habe“, lautete die Antwort des Jurastudenten.

    Der Vorsitzende unterbrach daraufhin die Verhandlung, um den Parteien Gelegenheit zu geben, sich noch einmal zu beraten, um vielleicht das Verfahren doch noch abkürzen zu können. Der Vorschlag des Richters, das Verfahren gegen eine Geldstrafe von 1500 Euro einzustellen, wurde nach der Pause von der Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger angenommen. Ein Urteil, mit dem der Angeklagte gut leben kann. Wäre er nämlich zu einer höheren Strafe verurteilt worden, hätte das Jurastudium sich womöglich als verlorene Zeit erwiesen, da es ihm nicht mehr möglich gewesen wäre, als Anwalt tätig zu werden. (bas)

    Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.