Anklage wegen Angriff mit Messer und Axt

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TRIER. Am heutigen Dienstag wurde der Prozess gegen den 30-jährigen Dimitry J. aus Wittlich fortgesetzt. Dem gebürtigen Russen wird vorgeworfen, am Sonntag (26. Mai) zwei Bekannte schwer verletzt haben zu sollen.

Schon während des ersten Verhandlungstages am Montag letzter Woche (28. Oktober) hatte er diese Vorwürfe vehement bestritten. Auch heute blieb er bei seiner Aussage und betonte erneut, selbst das Opfer zu sein.

Dem 30-jährigen Mann aus Wittlich wird folgendes zur Last gelegt:

An einem Nachmittag im Mai 2013 sollen ihn die Zeugen K. und M. in seiner Garage aufgesucht haben, um eine Streitigkeit zwischen ihm und dem Zeugen K. zu besprechen. Hierbei soll es um eine Frau gegangen sein. Nachdem es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sei, hätten sie sich gegenseitig geschubst und dann aufeinander eingeschlagen. Kurze Zeit später soll der Angeklagte eine Axt ergriffen und damit nach K. geschlagen, ihn jedoch verfehlt haben. Als er zum zweiten Schlag ausholte, soll der Zeuge M. dazwischen gegangen sein, um den Schlag abzuwehren. Dabei traf die Axt ihn am Bein und er erlitt eine tiefe Schnittwunde. Danach soll M. dem Angeklagten die Axt entrissen haben. M. wurde aufgrund der Verletzung im Krankenhaus mit acht Stichen genäht.

Im weiteren Verlauf des Tages hätten der Zeuge K. und der Angeklagte jeweils mehrere Bekannte mobilisiert, um für eine weitere Auseinandersetzung gerüstet zu sein. Sie vereinbarten ein Treffen auf dem Betriebshof einer LKW-Firma. Der Angeklagte sollte das Handy von K. mitbringen, welches er zuvor in der Garage von J. verloren hatte. Umgekehrt sollte K. die Axt mitbringen, die er aus der Garage des Angeklagten mitnahm.

Gegen 22 Uhr sollen sich der Angeklagte und der Zeuge K., jeweils begleitet von mehreren Bekannten, auf dem Gelände getroffen haben. Nach einem kurzen Gespräch verließen J. und K. den Hof und entzogen sich den Blicken ihrer Bekannten, um die am Nachmittag begonnene Streitigkeit zu klären. Nachdem es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen war, soll der Angeklagte den Zeugen K. geschlagen haben. Dieser wehrte den Schlag jedoch ab und schlug seinerseits zu. Dimitry J. sei dem Schlag des K. ausgewichen, wonach dieser mit dem Rücken zu ihm gestanden habe. Daraufhin soll J. ein Messer mit einer Klingenlänge von ca. 10 cm gezogen und es dem Zeugen K. in die rechte untere Rückenhälfte gestochen haben. Dadurch soll er lebensbedrohliche Verletzungen erlitten haben. Er musste auf der Intensivstation behandelt werden.

Der Angeklagte befindet sich in dieser Sache seit dem 27. Mai ununterbrochen in Untersuchungshaft.

In der heutigen Verhandlung standen weitere Zeugenaussagen auf dem Programm. Der Strafverteidiger des Angeklagten, Ralph Schira aus Wittlich, fasste zunächst kurz den Inhalt der ersten Sitzung zusammen. Demnach bestritt sein Mandant jeglichen Schuldvorwurf. Er behauptete sogar, selbst das Opfer gewesen zu sein. Demnach habe der vermeintlich geschädigte K. ihm gedroht, sein Haus „abzufackeln“ und seiner Frau und seinen Kindern wehzutun. Dies soll er ihm am Tag der Tat in der Garage mitgeteilt haben. Darüber hinaus wurden einige Belastungszeugen vernommen, die sich nach Aussage des Anwalts allerdings allesamt in Widersprüche verstrickten. Zu den heutigen Zeugen gehörten mehrere Personen, die mit den Streithähnen auf dem Betriebshof waren. Ihre Aussagen ähnelten sich inhaltlich sehr stark. Demnach will keiner der Zeugen gesehen haben, ob der Angeklagte tatsächlich mit einem Messer auf K. eingestochen hat.

Lediglich der Bruder des Opfers, der auch als Zeuge aussagte, war sich sicher nichts gesehen zu haben, jedoch habe er die Worte gehört: „Er hat ein Messer, ich bin getroffen!“

Die aktuelle Lebensgefährtin von Dimitry J. wurde ebenfalls vernommen. Sie bestätigte, von dem vermeintlichen Opfer bedroht worden zu sein. So soll K. ihr tatsächlich gesagt haben, dass sie und ihre Kinder in Gefahr seien, wenn ihr Mann, der als Fernfahrer arbeitet, wieder unterwegs sei. Zu den Geschehnissen in der Garage konnte sie keine konkreten Angaben machen.

Viel Neues hat die 3. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Armin Hardt heute nicht erfahren. Vielleicht ändert sich das beim nächsten Termin, der noch nicht feststeht. Auch hier werden weitere Zeugen vernommen, um Licht ins Dunkel zu bringen. (tw)

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