Widerstand gegen „Hühner-KZ“ in Birresborn

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BIRRESBORN. Die Gemeinde Birresborn plant, niederländischen Investoren auf einer als Gewerbegebiet ausgewiesenen Fläche in der Nähe des Ortes die Erlaubnis zum Bau einer Farm für 330 000 Legehennen zu bauen und zu betreiben (lokalo berichtete). Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die das verhindern will. Und erste Protestbriefe gibt es auch. Nachstehend veröffentlichen wir einen ersten Offenen Brief an die Bürgerinnen und Bürger von Birresborn und Umgebung.

 

Eierfabrik in Birresborn

Keine Wertschöpfung in der Region – Keine Wertschätzung für die Region

Zur geplanten Anlage in Birresborn gibt es aus unserer Ansicht viele Aspekte, die in der breiten Öffentlichkeit noch nicht „angekommen“ sind.

– Niederländische Investoren, auch im Agrarbereich, arbeiten oft in einem geschlossenen System.

– Banken, Bauleistungen, Infrastruktur in den Produktionsstätten bleiben in niederländischer Hand.

– Für die wenigen Arbeitsplätze ist, außer dem Betriebsleiter, kein Fachpersonal erforderlich.

– Es ist fraglich, ob unter den gegebenen Arbeitsplatzbedingungen sich hiesiges Personal finden lässt.

– Futtermittel, gentechnisch verändertes Soja und Mais etc. kommen in der Regel aus Übersee und werden hier mit Zusatzkomponenten aufgearbeitet und mit Silo-Fachspeditionen zu uns transportiert.

– Die Firmenkonstruktion mit zwei Holdings in den Niederlanden, lassen erwarten, dass kein Gewinn und damit auch keine Steuern in der Region verbleiben.

– Die industrielle Geflügelwirtschaft befindet sich in der Hand weniger Agrarindustrieller, die eng mit der Futtermittelindustrie verbunden sind. Hier sind wegen billigster Agrarrohstoffe Gewinne zu realisieren. Nichts davon hat mit der Region zu tun.

– Was hier verbleibt sind die Belastungen: Wasser, Boden, Luft, Klima und ein paar „finanzielle Krümel“, die unvermeidlich sind.

– Regionale Produzenten, mit vorbildlichen Haltungssystemen, müssen um ihr Image und ihre betriebliche Existenz fürchten.

– Die Ausnahme werden Bio-Produzenten mit extensiver Freiland – und Wiesenhaltung sein, kostet doch ein Demeter Ei 40 Cent auf den regionalen Märkten.

– Dem gegenüber steht ein Preis von gerade mal 6 Cent und laut Aussage des Verbandes der Geflügelwirtschaft ist dieser Preis zurzeit nicht kostendeckend!

– Europaweit gibt es laut Aussage des Verbandes eine erhebliche Überproduktion, was den französischen Staat dazu veranlasst hat, wegen dieser Überproduktion Exporterstattungen (Steuergeld) für seine Eierproduzenten zu verlangen.

– Was also wollen diese Investoren hier vor Ort? Zunächst einmal sich einen möglichst günstigen Produktionsstandort sichern. Gibt es doch in den Niederlanden und in anderen Bundesländern, z.B. Niedersachsen, erhebliche Probleme bei der Standortbeschaffung wegen Protesten aus der Bevölkerung, sowie verschärften Auflagen der Kommunen und Genehmigungsbehörden.

– Was hier vor Ort in Wirklichkeit geschieht, ist auch in wirtschaftlicher Hinsicht, ein

– Ausplündern der Region und eine Verschiebung der Gewinne, hin zu bestehenden Großstrukturen.

– Es ist aus unserer Sicht völlig unverständlich, wie es unter Berücksichtigung all dieser Aspekte und frühzeitiger, mehrfacher Hinweise aus unterschiedlichen politischen Kreisen an die Verwaltung, dieses Projekt „fallen zu lassen“, es offensichtlich zu einer Förderung dieses Vorhabens kommen konnte.

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