TBB Trier: Auf den Coup in Ulm folgt die Ernüchterung

0

TRIER. Ernüchterung vor 4582 Zuschauern in der Arena Trier: Nach einer über weite Strecken schwachen Vorstellung der TBB Trier unterlag man am Ende verdient mit 75:85 gegen die junge Mannschaft aus Frankfurt. Die FRAPORT Skyliners dominierten über weite Strecken das Spiel. Lediglich im dritten Viertel zeigte Trier die eigentliche Leistungsstärke. Die 29 Punkte von Trevon Hughes reichten an diesem Abend nicht. Auch er schwächelte in der entscheidenden Phase und traf mehrere Fehlentscheidungen.

Schon vor dem ersten Sprungball war klar, dass die FRAPORT Skyliners ohne neuen Spielmacher auflaufen würden. Jerime Anderson fiel durch den medizinischen Test – die Blutwerte waren auffällig. Also leichtes Spiel für die Moselstädter?

Anzeige

Sparkasse Trier 

Trier startete mit Hughes, Ward, Chikoko, Schmidt und Samenas in die Partie und die Intensität in der Defensive ließ zumindest ein Einstellungsproblem vermuten. In der Anfangsphase suchte man Stefan Schmidt und der bedankte sich mit den Punkten zur 3:2 Führung der TBB Trier. Es sollte für lange Zeit die einzige Führung der Moselstädter bleiben. Die Gäste erwischten, angeführt von Andy Rautins, einen Traumstart. Ihnen spielte dabei eine schwache Trierer Defensive in die Karten. Ward kam reihenweise zu spät und blieb an Blöcken hängen.  Rautins trug sieben Punkte zur zwischenzeitlichen 18:8-Führung der Skyliners bei. Henrik Rödl reagierte mit einer Auszeit. Es folgte ein beeindruckender Auftritt von TreVon Hughes, der mit sieben Punkten den Rückstand auf bis zu drei Punkte (15:18) verkürzen konnte. Doch ähnlich wie in der Vorwoche hieß es für Frankfurt „Leben und sterben mit dem Drei-Punkte-Wurf“ – und sie lebten sehr gut davon. Rautins, Burtschi und Klein hielten die Moselstädter auf Distanz. Als Burtschi mit der Schlusssirene einen Sterntaler-Ping-Pong-Pass aus 6,75-Metern zur 29:20-Führung traf, schien das Frankfurter Glück perfekt.

Auch der Start ins zweite Viertel gelang den Gästen aus Mainhattan Dank fünf Punkten von Burtschi – Trier lag mit 20:34 im Rückstand. Doch Trevon Hughes stemmte sich erneut gegen den Run der Skyliners und brachte die TBB wieder auf 27:34 heran. Aber auch der US-Amerikaner konnte mit seiner individuellen Klasse nicht über eine schwache Teamleistung hinwegtäuschen. Zu oft suchte man den Weg über die Distanzschützen – auch, weil sich unter dem Korb keiner der Trierer Big Men gegen die Center der Skyliners durchsetzen konnte.  Die Freude über die Läufe waren so immer nur von kurzer Dauer. Zu wenig Gefahr strahlten die restlichen Trierer aus. Frankfurt kontrollierte das Spiel und ließ die Trierer Defensive wie eine Schülermannschaft aussehen. Meist reichte ein gut getimter Block und die Spieler von Gordon Herbert hatten freie Bahn zum Korb oder ein Pass an die Dreierlinie fand einen völlig freistehenden Spieler. Beim 32:44 nahm Henrik Rödl erneut eine Auszeit – sein Team musste endlich aufwachen, wenn man gegen die dezimierten Frankfurter nicht schon vor der Halbzeitpause aussichtslos in Rückstand liegen wollte. Doch Frankfurt dominierte – sie waren in allen Belangen besser. Das sah nicht nur so aus, sondern ließ sich statistisch belegen. 15 Assists als Team, 18:14 Rebounds und 58 Prozent Trefferquote – Trier war chancenlos. Mit dem 36:49-Rückstand war man zur Halbzeit noch gut bedient.

Dass Trier nach dieser ersten Halbzeit so in das dritte Viertel starten würden, erwartete wohl niemand. Ein 10:3-Lauf brachte Trier beim 46:52 wieder auf Tuchfühlung – Herbert erkannte die erste Schwächephase und nahm eine Auszeit. Frankfurt erholte sich sofort wieder und baute den Vorsprung wieder auf zehn Punkte aus. Doch jetzt zeigten die Moselstädter endlich den nötigen Kampfgeist. Trier lebte vor allem von Trevon Hughes, der mit acht Punkten maßgeblichen Anteil daran hatten, dass man den Rückstand einstellig hielt. Bei Frankfurt hielt Rautins dagegen, der an diesem Abend von keinem Trierer zu verteidigen war. Die TBBler lauerten auf ihre Chancen und es folgte die stärkste Trierer Phase, an deren Ende Warren Ward mit zwei aufeinanderfolgenden Dreiern die erste Trierer Führung seit den Anfangsminuten markierte. Mit 64:63 ging es ins letzte Viertel – die Arena bebte.

Den besseren Start in den letzten Spielabschnitt erwischten die Gäste, die durch Dreier von Burtschi und Klein wieder mit bis zu vier Punkten (70:74) davonzogen. Frankfurt behielt die Kontrolle – und Rödl wechselte den defensiv schwächelnden Ward aus. Der Kanadier scheint noch einige Zeit zu benötigen, um auch defensiv auf hohem BBL-Niveau agieren und die defensiven Rotationen einhalten zu können. Im weiteren Spielverlauf kam der Kanadier nicht mehr zum Einsatz – Rödl vertraute stattdessen auf den soliden Litauer Laurynas Samenas. 2.30 Minuten vor Schluss lag die TBB nach einem Fastbreak des Frankfurters Konstantin Klein mit 75:78 in Rückstand. Auszeit Henrik Rödl. Der Trierer Headcoach konnte sein Team leider nicht mehr zurück in die Spur bringen. Die Skyliners waren an diesem Abend mit ihrer jungen, von deutschen Talenten geprägten Truppe zu abgezockt für eine über weite Strecken fahrig auftretende Mannschaft aus der ältesten Stadt Deutschlands. Hughes und Anderson – beide wegen ihrer Crunch-Time-Qualitäten bekannt – trafen Fehlentscheidungen am Fließband. Chikoko passte den Ball aus dem Post-Up in den Oberrang. Rautins Lächeln verriet: Hier läuft heute nichts mehr schief für die Jungs aus Mainhattan. So stand am Ende ein 85:75-Erfolg für die Spieler von Gordon Herbert auf der Anzeigetafel. Trier muss nach dem Aufwärtstrend jetzt wieder hart arbeiten, wenn man bei den Artland Dragons wieder zurück in die Spur finden will. Das Spiel wird, sofern alles glatt läuft, erstmals im neuen Video-Stream von basketball-stream.de zu sehen sein. (cw)

Stimmen zum Spiel

Henrik Rödl:
„Glückwunsch an Gordie und sein Team, die das Spiel verdient gewonnen haben. Sie haben mehr Disziplin von der ersten bis zur letzten Minute an den Tag gelegt. Uns hat in einigen Situationen die Konzentration gefehlt. 49 Punkte zur Halbzeit sind zuviel, auch wenn Frankfurt heute einen guten Tag hatte und alles getroffen hat – das darf unserer Defense in unserer eigenen Halle nicht passieren. In der zweiten Hälfte haben wir gekämpft und sind zurück gekommen, konnten das Spiel aber nicht drehen. Man darf nicht vergessen, dass uns viele Alternativen fehlen, da muss jeder über 40 Minuten alles geben. Daher waren wir heute nicht konstant genug, deshalb hat Frankfurt verdient gewonnen.“

Gordon Herbert, FRAPORT SKYLINERS:
„Ich bin zuallererst stolz auf meine Mannschaft. Wir haben das letzte Spiel gegen Ludwigsburg sehr unglücklich hergegeben, und ich bin sehr stolz darauf, wie die Jungs reagiert haben. Das war eine gute Mannschaftsleistung meiner Spieler. Man muss Danilo (Barthel) und Konsti (Konstantin Klein)  herausheben; für Konsti ist es nicht einfach, hier 30 Minuten den Point Guard zu spielen und die Offensive zu dirigieren, aber er hat das hervorragend gemacht.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.