Never ending story?!

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TRIER. Das Warten um die endgültige Klassifizierung des lettischen Neuzugangs Diana Dadzite geht weiter. Nachdem die Lettin als 4.0-Spielerin klassifiziert wurde, legten die Verantwortlichen der GOLDMANN Dolphins Trier vor einigen Wochen Revision gegen diese Wertung ein. Der Verband stellt als neuen Termin den 18. Januar in Aussicht. Ein Datum, mit denen die Dolphins nicht leben wollen.

Die 27jährige Diana Dadzite, die in den letzten Jahren als nicht-behinderte Spielerin eingestuft war, klagte nach einem Autounfall am 5. Mai 2012 über Rückenschmerzen und ging daraufhin zum Arzt, der ihr zwei Spritzen in den oberen Rückenbereich setzte. Allerdings half diese Behandlung der jungen Lettin nur kurzfristig. Bereits nach wenigen Tagen wurden die Schmerzen stärker und strahlten auch in die Beine, so dass sie immer öfter auf einen Rollstuhl angewiesen war.

Daraufhin stellten die Verantwortlichen der Dolphins Trier bereits am 6. April diesen Jahres einen Protestantrag auf Neuklassifizierung der Spielerin, den der Verband jedoch ablehnte und trotz einiger Terminvorschläge seitens der Dolphins erst unmittelbar vor den ersten Spieltag Ende September in Hamburg terminierte.

Laut Otmar Passiwan, dem Manager der Bundesligamannschaft der Dolphins, ist es bei dieser Untersuchung zu einigen Verfahrensfehlern gekommen, die laut Klassifizierungsordnung so nicht tragbar gewesen sind. So wurde die Zeitrahmen zur Übermittlung der Entscheidung (am übernächsten Werktag) nicht eingehalten, ein vorgeschriebenes Gespräch mit der Sportlerin wurde nicht geführt und die nötigen Funktionstests wurden ebenfalls nicht durchgeführt.

Auch der Befund eines Spezialisten aus Gießen, der Diana Dadzite eine schwere Rückenmarksverletzung attestierte (Bericht liegt der Redaktion vor) wurde anscheinend vollkommen außer Acht gelassen, so dass die Lettin am 4. Oktober als „Fußgängerin mit leichter Behinderung“ eingestuft wurde. Ein Revisionsantrag gegen diese Entscheidung wurde auf den 18. Januar 2014 terminiert. „Da ist die Saison quasi gelaufen. Das können wir so nicht hinnehmen“, sagt Günther Ewertz aus dem Management der Dolphins.

Ob der Verband allerdings noch einlenkt und einen früheren Termin findet, bleibt abzuwarten. Auf Anfrage von lokalo.de gab es weder bei Corina Robitschko (Leiterin der Klassifizierungskommission), noch bei Ulf Mehrens (Fachausschussvorsitzender des Deutschen Rollstuhlsport Verbandes) einen aussagekräftigen Kommentar zu dieser Thematik. „Das Verfahren ist ordnungsgemäß gemäß den Statuten abgelaufen“, heißt es in einer Email des Verbandes.

Diana Dadzite, seit einigen Tagen auch Besitzerin eines Behindertenausweis mit 80 Prozent, äußerte sich in einem Gespräch mit lokalo.de: „Es ist sehr schwer für mich. Ich muss viele Dinge neu lernen, die vor dem Unfall kein Problem waren. Die meisten Leute, die mich von früher kennen und die Sachlage nicht verfolgt haben, denken, dass ich im Rollstuhl sitze, damit ich anders klassifiziert werde. Aber das stimmt nicht. Von einem auf den anderen Tag hat sich mein Leben geändert. Ich habe auch leichte Depressionen, aber der Sport hilft mir, mit dieser Sache klar zu kommen.“

Bleibt zu hoffen, dass auch bald Klarheit in diese Angelegenheit kommt, da es wohl für alle Beteiligten eine ständige Hängepartie ist, die so schnell wie möglich beendet werden sollte. (bas)

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