TBB Trier: Schwung aus Ulm gegen Frankfurt mitnehmen

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TRIER. Es ist das Aufeinandertreffen zweier Teams, die eine ähnliche Philosophie haben: Die TBB Trier trifft am Samstag, 2. November in der Arena Trier auf den Tabellendreizehnten der Beko BBL, die FRAPORT SKYLINERS aus Frankfurt. Bei den Riesen aus Mainhattan steht seit dieser Saison wieder ihr „Meistermacher“ Gordon Herbert an der Seitenlinie steht. Der Vorverkauf für die Partie läuft gut.

Der 54-jährige ausgebildete Sportpsychologe aus Kanada heuerte bereits zum dritten Mal bei den FRAPORT SKYLINERS an. Die hatten sich nach einer schwachen Saison mit Ex-ALBA-Coach Muli Katzurin sehr gerne an ihn erinnert: 2004 hatte Herbert den SKYLINERS die erste und einzige Meisterschaft der Vereinsgeschichte ermöglicht. Sein erstes Frankfurter Comeback 2010/11 endete mit der Halbfinalteilnahme gegen ALBA BERLIN. Jetzt ist der charismatische Kanadier und gute Freund von Henrik Rödl wieder da, nachdem die Frankfurter in der letzten Saison den Abstieg nur knapp verhindern konnten.

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Wir erinnern uns: Die TBB musste am drittletzten Spieltag der letzten Saison in Frankfurt antreten – ein halbes „Do-or-Die“-Spiel, der Gewinner brauchte nicht mehr an den Abstieg zu denken, der Verlierer musste weiter zittern. Trier gewann mit 78:70 in der Ballsporthalle, Frankfurt setzte sich eine Woche später im „echten Finale“ gegen Ludwigsburg mit 77:72 durch und schaffte so den Klassenerhalt auf den letzten Drücker. Sicher nicht das Erreichen des Saisonziels, aber die Chance, es dieses Jahr unter Herbert vielleicht besser zu machen.

Allerdings dürfte das nicht einfach werden. Die FRAPORT SKYLINERS der Saison 2013/14 gehen einen konsequenten Weg der deutschen Nachwuchsförderung – von 14 Spielern im aktuellen Kader haben neun einen deutschen Pass. Das ist eine klare Ansage, aber auch eine Herausforderung. Talent ist in jedem Fall vorhanden. Danilo Barthel (207 cm / PF) und Johannes Voigtmann (211 cm / Center in der A2-Nationalmannschaft) sind fester Bestandteil der Rotation. Barthel markiert zurzeit starke 11,5 Punkte im Schnitt, Voigtmann kommt auf gut 18 Minuten, 6,3 Punkte und 4 Rebounds. Auch Konstantin Klein, Max Merz und der von der Vanderbilt University nach Frankfurt gewechselte Kevin Bright spielen eine wichtige Rolle in Herberts Rotation und haben noch Luft nach oben.

Interessant wird sein, ob die Gäste mit einem neuen Spielmacher antreten werden. Dawan Robinson und die Skyliners einigten sich auf eine Vertragsauflösung, mit Kevin Foster schien man Ersatz gefunden zu haben. Doch auch der College-Rookie durfte wieder die Koffer packen – er bestand den obligatorischen medizinischen Test nicht. Frankfurt scheint aber schon Ersatz gefunden zu haben – Jerime Anderson könnte der neue Spielmacher werden. Bei twitter kündigte er schon seine Ankunft am Flughafen an. Der Absolvent der renommierten University of California, Los Angeles (UCLA) wäre für Trier kein Unbekannter. In der letztjährigen Vorbereitung traf er mit Verviers Pepinster auf die Moselstädter und machte gegen Jarrett Howell eine sehr gute Figur und war einer der besten Spielmacher der belgischen Liga mit durchschnittlich 13,1 Punkten und 5,3 Assists. Nach 19 Spielen verließ er die Ethias League allerdings in Richtung Slowenien. Zuvor überzeugte er schon am College mit knapp neun Punkten und vier Assists pro Partie. Henrik Rödl sieht in Anderson eine „echte Hausnummer“.

Weiter oben sind bei den SKYLINERS zum Beispiel Andrew Rautins und Jacob Burtschi zu finden. Rautins, kanadischer Nationalspieler und alter Bekannter des „kanadischen Kleeblatts“ aus Trier besticht zurzeit vor allem durch gute Trefferquoten aus der Distanz. Im Spiel gegen die Eisbären Bremerhaven gelangen dem 27-jährigen Shooting Guard acht Dreier und 32 Punkte. Jacob Burtschi ist der Liga alles andere als unbekannt: 2011 gewann der 29-jährige Amerikaner, damals in Diensten von Phoenix Hagen, beim ALL STAR DAY in der Arena Trier den Drei-Punkte-Wettbewerb. Auch dieses Jahr hätte er mit einer Quote von bisher 57,9% gute Chancen.

Sorgen bereitet den SKYLINERS derweil Quantez Robertson: Der Publikumsliebling und „Langzeit-Frankfurter“ (seit 2009 am Main dabei) zog sich im Spiel gegen Bremerhaven einen Wadenbeinbruch zu und wird dieses Jahr sicher nicht mehr eingreifen können. Auch Kapitän Marius Nolte sitzt länger auf der Bank: Der Center erlitt in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss, so fehlen Herbert wichtige Minuten in der Rotation. „Das wird ein schwieriges Spiel gegen ein ebenfalls dezimiertes Team. Sie sind gut organisiert und haben klare Vorgaben“, glaubt Rödl an einen spannenden Schlagabtausch.

Bedenkt man all diese Faktoren, stehen die FRAPORT SKYLINERS bisher mit 2 Siegen (Bremerhaven, Würzburg) und vier Niederlagen (Bayreuth, Oldenburg, Bayern München, Ludwigsburg nach Verlängerung) auf einem realistischen 13. Tabellenplatz – mit Robertson hätte das vielleicht schon anders ausgesehen.

Herberts zweites Comeback könnte funktionieren. Die Frankfurter Neuausrichtung ist konsequent und folgt einem Ziel – „Übergangsjahr 2013/14“ inklusive. Wie riskant das Vertrauen in junge deutsche Spieler sein kann, kann man in Trier beurteilen. Wie viel Spaß es macht, allerdings auch.

Henrik Rödl, Headcoach der TBB Trier, rechnet nicht mit einer einfachen Angelegenheit: „Die SKYLINERS sind ein sehr schwieriger Gegner, sie sind sehr gut mental und körperlich vorbereitet und gut trainiert – ich schätze Gordon Herberts Arbeit sehr. Vielleicht ist das die am besten formierte Verteidigung der Liga, dazu haben sie gute Dreierschützen, die bei der aktuellen Personalsituation in Frankfurt freie Hand haben. Gordon Herberts Teams kämpfen immer bis zum Schluss. Das wird ein richtig schweres Spiel für uns.“

Währenddessen scheint sich die Trierer Verletzten-Situation ganz leicht zu entspannen: Andreas Seiferth (Knie) ist wieder im Training, ein Einsatz möglich. „Andi wird im Kader stehen, ob er eingesetzt wird, weiß ich noch nicht“, ließ Rödl noch ein kleines Fragezeichen hinter der Personalie. Seiferth selbst sieht das etwas positiver. „Ich habe die gesamte Woche mittrainiert und bin beschwerdefrei. Ich denke es sieht gut aus und ich kann dem Team ein paar Minuten geben.“ Wichtig für einen positiven Verlauf wird laut Seiferth sein, dass „wir den Schwung aus Ulm mitnehmen und aufgrund der kleinen Frankfurter Rotation am Ende den längeren Atem haben.“

Auch bei Anthony Canty gibt es positive Nachrichten. Die Verletzung scheint auskuriert und er fühlt sich besser. In den nächsten Tagen könnte er wieder ins Training einsteigen. Mathis Mönninghoff muss hingegen mit einem Außenbandriss im rechten Fuß weiter zusehen.

Der Vorverkauf für das Spiel gegen die FRAPORT SKYLINERS läuft bisher sehr gut, die Geschäftsstelle der TBB Trier wird am Samstagmorgen von 10 bis 14 Uhr für Ticketkäufe geöffnet sein. Die Abendkasse öffnet um 18 Uhr. Die Halbzeitshow bestreitet das Cheerleader-Team der Maastricht University (Niederlande).

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