Ehemaliger Seefahrer wegen Drogenhandels vor Gericht

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    TRIER. Am heutigen Donnerstag (31. Oktober) wurde der Prozess gegen Franz S., einen 52-jährigen Mann aus Trier-Ehrang, vor dem Landgericht Trier eröffnet. Ihm wird vorgeworfen, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen zu haben. Demnach soll er Amphetamin und Cannabis selbst konsumiert und zusätzlich gewinnbringend weiterverkauft haben. S. räumte die Vorwürfe aus der Anklageschrift ein und erhält voraussichtlich bereits am 06. November sein Urteil.

    Viel Glück hatte Franz S., der in Schweich aufgewachsen ist, in seinem Leben bisher nicht. Nach seinem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Schweißer, brach diese jedoch vorzeitig ab. Kurze Zeit später heuerte er auf einem Tanker an und fuhr fortan zur See. Er arbeitete als Matrose auf Deck. Diesen Job führte er auch 1987 noch aus, als er seine zukünftige Frau kennenlernte.

    Da S. eine Familie gründen wollte, sah er sich gezwungen, seine Matrosenmütze an den Nagel zu hängen und das Abenteuer Ozean hinter sich zu lassen. Nur ein Jahr später, im Jahre 1988, ereilte ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Der Motorradfan war mit seiner Maschine unterwegs. Als er auf einer Hauptstraße abbiegen wollte, kollidierte er mit einem ihm entgegenkommenden PKW. Er wurde gegen einen Baum geschleudert und blieb bewusstlos liegen.

    Die nächsten drei Jahre verbrachte er im Krankenhaus, von denen er einige Zeit im Koma lag. Auch heute noch hat S. mit den Nachwirkungen des Unfalls zu kämpfen. „Meine Beckenpfanne war zertrümmert, das Knie ist weiterhin instabil, ich habe mit Kopfschmerzen und starken Gliederschmerzen zu kämpfen und schlafen kann ich nur mit Unterstützung“, so der ehemalige Seefahrer.

    Im Krankenhaus erhielt er starke Schmerztabletten. „Ich wurde mit Morphium ruhiggestellt“, erklärte S. Zusätzlich nahm er an einer Schmerztherapie teil. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, begann er mit dem Konsum von Cannabis und Haschisch. Zusätzlich trank er große Mengen an Alkohol um besser einschlafen zu können. Gegen die Schmerzen, die ihn nahezu dauerhaft quälen, konsumierte er Amphetamin.

    Am 25. Dezember des letzten Jahres wurde bei einer Hausdurchsuchung eine Menge von etwa 5 Gramm Amphetamin sichergestellt. „Das Zeug hat ein Freund von mir mitgebracht, der bis Silvester bei mir bleiben wollte. Einen Tag später ist er ganz plötzlich an einer Herzattacke gestorben“, so der Angeklagte. Er erklärte der Großen Strafkammer mit dem Vorsitzenden Richter Armin Hardt, dass die Drogen demnach nicht ihm gehörten, er sie aber trotzdem konsumiert hatte.

    Am 02. Mai dieses Jahres stellten Beamte weitere Mengen an Betäubungsmitteln in seiner Wohnung sicher. Diesmal handelte es sich um ca. 9 Gramm Haschisch, 48 Gramm Cannabis und 13 Gramm Amphetamin. Darüber hinaus wurde eine Pistole der Marke „Beretta“ gefunden und beschlagnahmt.

    Am 21. Juni dieses Jahres wurden erneut 1,3 Gramm Amphetamin bei S. sichergestellt.

    Die Schuldvorwürfe räumte der Angeklagte nach anfänglichen Ausreden ein. Demnach habe er sich die Drogen gegen seine Schmerzen und Schlafprobleme organisiert. Die Verkäufer habe er nicht gekannt. Er gestand zudem, einen Teil der Drogen gewinnbringend weiterverkauft zu haben, bzw. gewollt zu haben. Das Urteil konnte heute noch nicht bekannt gegeben werden, da die Große Strafkammer noch auf ein psychiatrisch-psychologisches Gutachten wartet. Das soll bis Anfang nächster Woche beim Landgericht eingehen, sodass am 06. November das Urteil bekannt gegeben werden kann. (tw)

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