Vergewaltiger muss für drei Jahre hinter Gitter

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TRIER. Am heutigen Dienstagmorgen (29. Oktober) fällte das Landgericht Trier das Urteil gegen einen 53-Jährigen aus Daun, der wegen Vergewaltigung seiner zum Tatzeitpunkt 19-jährigen Stieftochter angeklagt war.

Sein spätes Geständnis bewahrte Evgeny V. vor einer erheblich längeren Haftstrafe. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die gegen ihn erhobene Anklage wegen Vergewaltigung und Körperverletzung – begangen an seiner Adoptivtochter Kety – im Rahmen der Verhandlung bewiesen wurde.

Die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz sagte in ihrer Urteilsbegründung, dass es das Gericht als erwiesen ansehe, dass der angeklagte Geologe seine Adoptivtochter bei einem Kurzurlaub in Paris im gemeinsam bewohnten Doppelzimmer eines Hotels zu verschiedenen sexuellen Diensten gezwungen hatte.

Bei den drei vorherigen Verhandlungen hatte der gebürtige Georgier die Taten noch bestritten und die junge Frau der Lüge bezichtigt.

Erst kurz vor dem letzten Verhandlungstag hatte der Familienvater in einer „Geständigen Einlassung“ alle Anklagepunkte bestätigt und somit dem Opfer eine möglicherweise neuerliche Vernehmung erspart und einen Indizienprozess überflüssig gemacht.

Im März dieses Jahres war er mit seiner Stieftochter nach Paris gefahren, wo beide einen Kurzurlaub verbingen wollten. Nach einer harmonischen Besichtigungstour durch Paris änderte sich die Stimmung am Abend ab 23 Uhr grundlegend.

Alles begann damit, dass der Täter seine Tochter mit Drohungen dazu genötigt haben soll, mit ihm Whiskey zu trinken. Widerwillig soll die junge Frau eingewilligt haben, um den Erwachsenen, der zunehmend agressiver geworden sei, zu beruhigen. Die dem Mann vom Gericht unterstellte übermäßige Eifersucht habe dann zu Fragen nach ihren sexuellen Erfahrungen und ihrem Alkoholkonsum geführt. Auch habe er von seiner Adoptivtochter wissen wollen, ob sie bereits Erfahrungen mit Drogen gemacht habe.

Da die Antworten ihn nicht zufrieden gestellt haben sollen, schlug er sie auf die linke Wange. Außerdem drohte er ihr damit, höchstpersönlich für den Verlust ihrer deutschen Staatsangehörigkeit und ihres Studienplatzes zu sorgen. Wie die Richterin anmerkte, war dies dem Täter garnicht möglich gewesen, was die Nebenklägerin jedoch in ihrem Schockzustand nicht realisierte.

Dann soll er seine Stieftochter umarmt und sie gegen ihren Willen entkleidet haben. Daraufhin schickte er sie zum Duschen in das Badezimmer, zog sie jedoch nach kurzer Zeit wieder ins Zimmer, wo er sie zum Oralverkehr zwang. Nach einigen Minuten warf er sie auf eines der beiden Einzelbetten und begann neben ihr zu masturbieren, da der vorherige Verkehr nicht zu dem vom Täter gewünschten Resultat geführt hatte.

Als letzte sexuelle Handlung warf er sich schließlich auf sie und vollzog den Geschlechtsverkehr „bis zum Samenerguss“, so Richterin Schmitz.

Von diesem Zeitpunkt an versuchte die Studentin, ihrem Stiefvater aus dem Weg zu gehen.

Einige Tage später wurde der seelische Druck der jungen Frau so groß, dass sie alles Geschehene niederschrieb. Sie fasste nach einem längeren Entscheidungsprozess vor der Dienststelle den Entschluss, mit ihren Aufzeichungen zur Polizei zu gehen und ihren Stiefvater anzuzeigen.

Evgeny V. wurde unmittelbar danach festgenommen. Gegen den bisher in Deutschland nicht strafrechtlich in Erscheinung getretenen Täter wurde am 21. März dieses Jahres Untersuchungshaft angeordnet, die bis heute Bestand hat.

Staatsanwalt Stephane Parent hatte in seinem Plädoyer auf das Geständnis des Angeklagten hingewisen. Seiner Aussage war für ihn von großer Relevanz, das der Vorwurf seitens des Angeklagten und dessen Familie, das Opfer sei eine Lügnerin, damit endgültig vom Tisch war.

Nebenkläger Niko Brill betonte jedoch daraufhin den derzeitigen Zustand der Stieftochter, der einem belastenden Trauma gleichkommt. Auch wies er auf die Unglaubwürdigkeit der Entschuldigung des Täters hin, der sich selbst in einer Opferrolle sieht.

Verteidiger Bernd Hoffmann erwähnte dann, dass man die Entschuldigung des Täters sehr wohl ernstnehmen sollte, auch wenn er in seiner Entschuldigung „unpassende Worte gewählt hatte“.

Zuletzt verkündigte Richterin Petra Schmitz das Urteil: drei Jahre Gefängnis unter Anrechnung der bis jetzt andauernden Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wird auf Rechtsmittel verzichten. Die Verteidigung erbat sich Bedenkzeit, weshalb das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Laura Dolfen

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