TBB Trier: Sensation in Ulm!

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TRIER. Was für eine Sensation am sechsten Spieltag: Die TBB Trier siegt mit 84:79 in Ulm. Überragender Akteure bei der TBB Trier: Warren Ward mit 24 und Jermaine Anderson mit 18 Punkten. Trier dominierte weite Strecken der Partie, musste aber dennoch in einem Herzschlagfinale Charakter und Crunch-Time Fähigkeiten beweisen.

Die Vorzeichen waren alles andere als erfolgsversprechend: Nicht nur Andreas Seiferth fiel verletzungsbedingt aus, sondern auch Mathis Mönninghoff musste mit Verdacht auf Bänderriss zuschauen. Für den verletzten Anthony Canty stand wieder Neuzugang Marin Petric im Aufgebot.

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Und dann: Was für ein Start der Trierer Bundesliga-Basketballer in die Partie gegen Ulm, allen voran von Warren Ward. Der Rookie aus Kanada steuerte alle Punkte zum 11:0-Start gegen die Schwaben bei und sorgte damit für Verzweiflung bei Coach Thorsten Leibenath. Per Günther markierte mit einem Distanzwurf aus 6,75-Metern die ersten Punkte für die Gäste. Trier präsentierte sich stark, verteidigte den elf Punkte Vorsprung bis zum Ende des ersten Viertels (24:13). Erfreulich: Die ersten Punkte von Canty-Ersatz Marin Petric, der einen Dreier traf.

Im zweiten Viertel gelang es der TBB, den Vorsprung auf bis zu 18 Punkte auszubauen (41:23). Trier bewies dabei enorme Variabilität, konnte sich dabei auf fast alle Akteure verlassen. Auch Ward steuerte wieder fünf Punkte bei und ging mit starken 16 Punkten in die Halbzeitpause. Ein 6:0-Lauf der Ulmer vor der Halbzeit, allesamt durch Freiwürfe, ließ das Momentum wieder in Richtung der Donaustädter pendeln. Mit 41:29 ging Trier dennoch mit einem ordentlichen Polster in die Kabine. Ausruhen durfte man sich jedoch nicht auf den Lorbeeren. Drei Fouls von Stefan Schmidt in lediglich sieben Minuten Spielzeit bereiteten Sorgen. Trevon Hughes blieb ungewohnt blass, erzielten keinen einzigen Punkt. Ob das auch in der zweiten Halbzeit so bleiben würde?

Trier behielt die Kontrolle über das Spiel und Hughes erzielte seine ersten Punkte. Zudem glänzte der Topscorer im TBB-Team auch als Ballverteiler. Einer der Nutznießer war Jermaine Anderson, der sieben Punkte zur zwischenzeitlichen 51:34-Führung der TBB in der ratiopharm Arena beisteuerte. Aus Trierer Sicht kamen die Hausherren danach leider besser ins Spiel. Auch eine Auszeit von Henrik Rödl konnte nicht verhindern, dass die Ulmer nach zwei Dreiern von Per Günther und einem weiteren von Adam Hess beim 55:48 wieder im Spiel waren. Henrik Rödl reagierte mit einer Auszeit.

Die Moselstädter verloren jetzt völlig den Faden. Ballverluste, Fehlwürfe – Ulm war jetzt am Drücker. Beim 55:55 hatten die Hausherren den Ausgleich wiederhergestellt. Da Jermaine Anderson kurz vor Ende des dritten Spielabschnitts noch einen weiteren Dreipunktewurf beisteuerte, ging es zumindest mit einer knappen 58:55-Führung in das entscheidende vierte Viertel. Dennoch war das Momentum klar auf Seiten von ratiopharm Ulm.

So war es dann nur folgerichtig, dass die Schützlinge von Thorsten Leibenath beim 60:62 aus Sicht der TBB erstmals in dieser Partie in Führung gingen. Phillip Schwethelm traf nach einem Offensivrebound und stellte die Weichen auf Sieg. Howard erhöhte nach einem weiteren Offensivrebound sogar auf 60:64. Trier hatte zudem große Foulprobleme. 24:9 Fouls – eine Statistik die die Trierer leider dominierten.

Abschütteln ließen sich die Moselstädter dennoch nicht. Ward mit einem Drei-Punkte-Spiel und Anderson per Dreier glichen noch einmal zum 68:68 aus. Trier hatte zwar durch die Ausfälle von Mönninghoff, Canty und Seiferth konditionelle Probleme, hielt aber auch in der Crunch-Time gut mit. Eine ganz enge Kiste.

Es ging hin und her, eine Achterbahn der Gefühle. 53 Sekunden  vor Schluss brachte Vitalis Chikoko die Trierer sogar wieder mit 77:75 in Führung. Auszeit Ulm. Es folgten die entscheidenden Minuten. Trier behielt die Nerven von der Freiwurflinie, Ulm schwächelte. Der überragende Ward und Anderson schaukelten den letztendlich hochverdienten 84:79-Erfolg in Ulm nach Hause. Eine bärenstarke Leistung des von Verletzungen gebeutelten Teams!

Die FRAPORT Skyliners, die unglücklich zu Hause gegen Ludwigsburg unterlagen, sind kommenden Samstag zu Gast in der Arena Trier. Nach dem Senastionssieg kann man wohl mit einer vollen Arena Trier rechnen. (cw)

Stimmen zum Spiel

Henrik Rödl: „Auswärtssiege zählen doppelt, ich habe noch nie mit Trier in Ulm gewonnen. Daher ist das für uns ein ganz besonderer Tag. Der schwache Anfang der Ulmer hat es uns vereinfacht, wir haben aber auch sehr frech angefangen. Dann schien das Momentum in der zweiten Halbzeit nach Ulm zu gehen, um so mehr bin ich stolz darauf, dass meine Mannschaft dagegen gehalten und das Spiel noch gewonnen hat. Eine besondere Situation für uns und ein besonderer Sieg. Mit unseren Verletzungssorgen heute diesen Sieg zu holen macht mich stolz. Die Ulmer werden sich erholen und ihren Weg machen, da bin ich sicher.“

Thorsten Leibenath: „Glückwunsch an Henrik und seine Mannschaft zum ohne den geringsten Zweifel hochverdienten Sieg. Henriks Team hat erneut gezeigt, was es heißt, als Team aufzutreten, mit Herz Basketball zu spielen, von der ersten Minute heiß auf diese Partie zu sein. Die waren heiß drauf, zu spielen, das habe ich in zwanzig Minuten bei meiner Mannschaft nicht gesehen, das ist ein nicht akzeptabler Zustand. In der zweiten Hälfte haben wir gekämpft, einige wollten das Spiel umbiegen. Trier ist eine starke Mannschaft, Jugendlichkeit spricht ein Team nicht von Qualität frei. Natürlich wird so ein Spiel dann knapp. Wir haben das Spiel nicht am Ende, sondern in der ersten Halbzeit verloren.“

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