Milde Strafe für Drogendealer

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TRIER. Am gestrigen Donnerstag, den 24. Oktober, wurden drei Männer im Landgericht Trier wegen Handeltreiben und Beihilfe zum unerlaubten Handeln von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verurteilt. Die Angeklagten zeigten sich von Beginn der Verhandlung an geständig, was zu einem recht milden Urteil führte.

Zu Beginn des Jahres hatten sechs Männer beschlossen, einen großen Deal in die Realität umzusetzen. Ganze zehn Kilogramm Amphetamin sollten an den Mann gebracht werden. Was die Gruppe nicht wusste: Bei dem potentiellen Abnehmer handelte es sich um einen verdeckten Ermittler!

In einer früheren Verhandlung waren bereits drei der sechs Dealer rechtskräftig verurteilt worden. Am gestrigen Donnerstag wurde über die Zukunft der übrigen Männer verhandelt. Soufian B., ein 24-jähirger Bonner mit deutschen Wurzeln, wurde durch den Rechtsanwalt Michael Hakner aus Bonn vertreten. Marvin O., ein 24-jähriger Mann aus Bottrop, ließ sich von Sonja Schell aus Bonn verteidigen. Abdelhamid B., ein 30-jähriger Marokkaner und dritter im Bunde, hatte den Strafverteidiger Ingmar Rosentreter aus Bonn beauftragt.

Zu Beginn des Prozesses verlas die Staatsanwältin Elke Schmitten die Anklageschrift. Demnach hatten die drei Angeklagten – im Vergleich zu ihren bereits verurteilten Komplizen – eine eher untergeordnete Rolle.

Die Aufgabe von Soufian B. war es gewesen, einen der Haupttäter zu einem  Schnellrestaurant in Bad Honnef zu fahren, wo die Übergabe stattfinden sollte. Zu ihrer Überraschung wurden die Männer jedoch schon kurz nach ihrem Eintreffen festgenommen. Abdelhamid B. hätte den Käufer nach erfolgreichem Geschäft zu einem zuvor vereinbarten Ort fahren sollen. Dazu war es jedoch nicht mehr gekommen, da die Ermittler bereits zuvor die Masken fallen gelassen und alle Personen festgenommen hatten. Marvin O., der Beschaffer der Drogen, hatte diese zu der Schnellrestaurant-Filiale gefahren. Auch er wurde unmittelbar nach seinem Eintreffen festgenommen. Somit hat er sich wegen Handeltreiben von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge strafbar gemacht. Die beiden anderen Männer wurden lediglich wegen Beihilfe verklagt.

Alle drei Angeklagten bestätigten die Anklageschrift vollständig. „Alles hat sich so abgespielt, wie die Staatsanwältin vorgetragen hat“, sagte Abdelhamid B., was seine Mittäter bestätigten.

Marvin O. und Soufian B. sind bereits wegen Diebstahl, Körperverletzung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz strafrechtlich in Erscheinung getreten.

In ihrem Schlussplädoyer beantragte die Staatsanwältin unterschiedliche Strafen. „Allen Angeklagten kommt zu Gute, dass sie sich geständig gezeigt haben. Darüber hinaus sind die Drogen nicht in Umlauf gekommen. Die Einzelstrafen unterscheiden sich aber dennoch aufgrund der teils vorhadenen Vorstrafen“, so Schmitten.

Für Marvin O. beantragte sie eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Diese sollte in einer Entziehungsanstalt verbüßt werden, da der Angeklagte ein Drogenproblem hat. „Für Abdelhamid B. ist eine Strafe von einem Jahr und neun Monaten tat- und schuldangemessen. Soufian B. sollte für insgesamt zwei Jahre verurteilt werden. Die beiden zuletzt genannten Strafen sollten auf Bewährung ausgesetzt werden“, beantragte die Staatsanwältin.

Die Anwälte waren mit den Anträgen der Staatsanwaltschaft einverstanden, lediglich Ingmar Rosentreter forderte für seinen Mandanten Abdelhamid B. eine Strafe, die ein Jahr und drei Monate nicht übersteigt.

Das Gericht mit der Vorsitzenden Richterin Petra Schmitz kam den Anträgen der Staatsanwaltschaft nach und verurteilte die Angeklagten gemäß ihrem Plädoyer. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (tw)

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