Nach versuchtem Raub glimpflich davon gekommen

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    TRIER. Am gestrigen Dienstag, den 22. Oktober, wurde der Prozess gegen einen 24-jährigen Mann aus Blankenheim vor dem Landgericht Trier verhandelt.

    Er war angeklagt, am Abend des 11. April dieses Jahres, zusammen mit zwei weiteren Bekannten in eine Spielothek in Jünkerath mit dem Ziel eingedrungen zu sein, Bargeld zu stehlen. Zunächst bestritt der Angeklagte seine Schuld, revidierte die Aussage aber im weiteren Verlauf der Verhandlung und gestand die Tat. Das Gericht mit der Vorsitzenden Richterin Petra Schmitz verurteilte ihn zu einer milden Strafe.Der arbeitslose 24-jährige Marco R. kam zusammen mit zwei weiteren Freunden am 11. April dieses Jahres auf eine Idee, die ihm in der Folgezeit viel Ärger einbringen sollte. Unter Einfluss von Betäubungsmitteln hatten sie den Plan geschmiedet, eine Spielhalle in Jünkerath zu überfallen. Dieser wurde noch am gleichen Abend in die Tat umgesetzt. Am Spielcasino angekommen klingelte der Angeklagte zunächst an der Tür, um Einlass zu erbitten. Als sich die Tür öffnete, stürmten die beiden maskierten Mittäter in den Geschäftsraum. Einer von ihnen hatte eine Softairpistole dabei, der andere trug einen Teleskopschlagstock mit sich. Mitten im Casino stehend rief einer der Täter: “Überfall“, “Überfall“. Kurze Zeit später gelang es dem überfallenen Otto B., die Täter aus der Spielhalle zu verjagen, so dass sie ohne Beute fliehen mussten.

    Marco. D. befindet sich seit dem 23. April ununterbrochen in Untersuchungshaft. Bis zum Prozess hatte er nicht auspacken wollen. Auf das Angebot von Staatsanwältin Stefanie Matthies und Anraten seines Anwalts Hagen Sven Sieper aus Euskirchen entschloss er sich nach einem Rechtsgespräch mit Richtern, Schöffen und den übrigen Prozessbeteiligten, doch eine Aussage von seinem Rechtsbeistand vorlesen zu lassen.

    Danach beantwortete er auch alle Nachfragen die sich sowohl auf den genauen Tatablauf als auch auf die Namen seiner Komplizen bezogen. Er bestätigte die Schuldvorwürfe der Staatsanwältin, legte aber Wert auf die Feststellung, er sei nur sekundär an dem Überfall beteiligt gewesen. „Ich sollte nur dafür sorgen, dass die Tür geöffnet wird, da das Personal der Spielothek mich nicht kannte. Dass die anderen beiden Waffen bei sich trugen habe ich erst gesehen, als wir in der Spielhalle waren. Ein Gewinn war auch nicht abgesprochen“, so Marco D.

    Die Staatsanwaltschaft sprach sich in ihrem Plädoyer für eine Gesamtfreiheitsstrafe von 2 Jahren auf Bewährung aus. „Allerdings halte ich, auch wegen der Vorstrafen des Angeklagten eine Bewährungszeit von vier Jahren für angemessen, zudem wird die Zeit in der Untersuchungshaft nicht angerechnet, außerdem muss Marco R. mindestens fünf Bewerbungen pro Monat schreiben und die Ableistung von Sozialstunden, bis der bisherige Hartz-IV-Empfänger wieder eine Stelle gefunden hat. Überwacht werden sollen diese Auflagen von einem Bewährungshelfer, der auch überprüfen muss, ob er die angeordneten vier Drogentests pro Jahr durchführen lässt.

    Strafverteidiger Seipel stimmte den Ausführungen der Staatsanwaltschaft größtenteils zu. „Ob es allerdings notwendig ist, solch eine Menge an Sozialstunden zu verordnen, halte ich für fraglich. Schließlich soll sich mein Mandant um die Aufnahme eines Berufs kümmern. Die Sozialstunden könnten hier hinderlich sein.“ Was die beantragte Freiheitsstrafe von zwei Jahren anging, so schloss sich Seipel dem Vorschlag der Staatsanwältin an.

    Das Schöffengericht fällte dann auch genau das beantragte Urteil. Da alle Beteiligten das Urteil akzeptierten, ist es rechtskräftig ist. Der Haftbefehl gegen Marco R. wurde aufgehoben. (tw)

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