„Negativ überrascht von der Heftigkeit“

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TRIER. Nachdem bekannt worden war, dass in der Egbert-Grundschule aufgrund von Schimmelbefall nicht mehr unterrichtet werden kann, ziehen die Schüler nun in das leerstehende Kürenzer Schulgebäude um (lokalo berichtete). Viele Eltern äußerten daraufhin Protest, da erst vor wenigen Monaten die Zusammenführung mit der Ambrosius Grundschule vollzogen wurde. Auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz gab Sozialdezernentin Angelika Birk heute Einblicke in das weitere Procedere.

Zuerst die Fakten: Das Kollegium der Egbert-Grundschule wandte sich am 23. September mit einem Brief an die Stadtverwaltung, in dem berichtet wurde, dass die baulichen Zustände der Schule keinen Unterricht mehr zuließen. In den Herbstferien wurden dann durch Fachleute erste Proben genommen und Schimmelpilze festgestellt – finale Gutachten über Sanierungsumfang und Kosten fehlen jedoch noch. Die Schülerinnen und Schüler der Egbert-Grundschule sollen während dieser Zeit in der bereits geschlossenen Kürenzer Schule unterrichtet werden.

Bei dem, was nun schon an Mängeln zu Tage getreten ist, reden wir schon von Sanierung, nicht mehr von Reparatur“, ließ Birk verlauten. Eine Prognose, die zu der Erkenntnis führt, dass vor Abschluss der Untersuchungen und Gutachten, deren Erstellung wohl „mehrere Wochen“ in Anspruch nehmen werden, kein Unterricht an der Egbert-Grundschule stattfinden wird. In der Folge wird die Schule in Kürenz, die bereits kein Inventar mehr besitzt, möbiliert und die Schulküche erneut ausgestattet, um den Kindern weiterhin das gewohnte Ganztagsprogramm mit Mittagessen zu ermöglichen.

Die Aufgabe ihrer Abteilung sieht Dezernentin Birk nun darin, dem Stadtrat genaue Zahlen zu nennen, wieviel Geld die Stadt für eine Sanierung aufbringen muss. Um dies zu gewährleisten, sollen die Gutachten abgewartet werden. Die Existenz einer internen finanziellen Schmerzgrenze, bei der eine Schließung der Egbert-Grundschule in Betracht gezogen würde, wollte die 58-jährige nicht bestätigen. „Die Erkenntnisse, die wir jetzt gewinnen, müssen wir dem Stadtrat aufbereiten. Wir haben den Auftrag auf der Grundlage der Entscheidung des Stadtrates, die Rahmenbedingungen darzustellen, was es bedeutet, die Egbert-Grundschule zu erhalten.“ Birk betonte, dass sich die Untersuchungen noch am Anfang befinden, es sich aber abzeichne, dass man aber mit mehr als „20- oder 30 000 Euro“ rechnen müsse. Auch den Zeitraum, wie lange die Kinder in Kürenz unterrichtet werden, konnte die Sozialdezernentin nicht konkretisieren: „Wir richten uns darauf ein, dass die Schule in Kürenz auch für länger als ein paar Wochen genutzt wird.“

Der Unmut der Eltern aus Kürenz ist für Birk nachvollziehbar – sie kündigte an, mit ihnen in Dialog treten zu wollen. „Ich kann mir schon vorstellen, was in den Köpfen der Eltern in Kürenz vorgeht. Natürlich entbehrt es nicht einer gewissen Komik, dass nun ausgerechnet die Schule in Kürenz als Ersatz dient, aber es hätte auch niemand verstanden, wenn stattdessen Container aufgestellt oder die Schüler verteilt worden wären.“ (ros)

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