Schimmel, Filz und ein fauler Kompromiss

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Ein „fauler Kompromiss“ ist bekanntlich eine Variante, bei der nur scheinbar eine einvernehmliche Übereinkunft erzielt wurde – tatsächlich aber eine Partei den Kürzeren gezogen hat, ohne dass es bemerkt wurde. Nicht selten werden fehlende Vorteile oder offensichtliche Nachteile erst später erkannt und machen dann Neuverhandlungen erforderlich. Genau das wird nun deutlich, nachdem in der Egbert-Grundschule Schimmelbefall festgestellt wurde.

Ein „fauler Kompromiss“ ist bekanntlich eine Variante, bei der nur scheinbar eine einvernehmliche Übereinkunft erzielt wurde – tatsächlich aber eine Partei den Kürzeren gezogen hat, ohne dass es bemerkt wurde. Nicht selten werden fehlende Vorteile oder offensichtliche Nachteile erst später erkannt und machen dann Neuverhandlungen erforderlich. Genau das wird nun deutlich, nachdem in der Egbert-Grundschule Schimmelbefall festgestellt wurde.

Im Ringen um einen vernünftigen Kompromiss bei der Erarbeitung des Schulentwicklungskonzepts lag der Sanierungsbedarf der Egbert-Grundschule klar auf dem Tisch. Geschlossen wurde letztendlich jedoch die Grundschule Kürenz. Die Kinder aus diesem Stadtteil müssen nun seit Beginn des Schuljahres in die neue „Groß-Grundschule“ Ambrosius ins benachbarte Trier-Nord gefahren werden.

Wer keine große Lobby bei den etablierten Trierer Parteien hat, zieht den Kürzeren, auch wenn es vernünftige Argumente dagegen gibt. Dem erst 2004 generalsanierten Gebäude in der Soterstraße in Alt-Kürenz attestierten die Gutachter eine gute Substanz. Sanierungsbedarf bestehe nicht.

Anders sah das bei der Grundschule Egbert aus. Die Gutachter sahen einen äußerst kostenintensiven Sanierungsbedarf und wenig Entwicklungspotential wegen der fehlenden Turnhalle, zu wenig Raum für einen ordentlichen Ganztagsbetrieb und fehlender Anbaumöglichkeiten. Zudem wurde daran gezweifelt, dass die Zweizügigkeit in den nächsten Jahren aufrechterhalten werden kann.

Bemerkenswert war auch die Tatsache, dass gerade einmal 50 Prozent der angemeldeten Kinder tatsächlich aus dem räumlichen Umfeld kommen. Dennoch positionierten sich viele Verantwortliche für den Erhalt der Schule – vorwiegend aus politischen Gründen. Im nächsten Jahr ist Kommunalwahl, da will man die wählende Elternschar nicht vor den Kopf stoßen.

Über die Grundschule Kürenz hingegen – seit Jahren mit sinkenden Schülerzahlen kämpfend – kursierte immer wieder öffentlich das Gerücht, die Schule werde ohnehin geschlossen. Ein Schelm, wer dabei an Methode denkt. Dieses Vorgehen hat Eltern dermaßen verunsichert, dass sie ihre Kinder lieber an anderen Schulen angemeldet haben. Die Angst vor einem Umzug in den sozialen Brennpunkt Trier-Nord war allgegenwärtig. Doch das ist jetzt Realität. Für die linken Parteien im Trierer Stadtrat ist ein politischer Wunschtraum in Erfüllung gegangen. Denn das Gegenargument, frei nach Franz-Josef Degenhardt, „Mein Kind spielt nicht mit den Schmuddelkindern“, verpuffte. Stattdessen ist eine große Grundschule für alle entstanden – getreu dem Motto: „soziale Durchmischung“.

Zu dumm, dass die Nachteile, die man dafür in Kauf genommen hat, nun mit dem Schimmelbefall in „Egbert“ offensichtlich geworden sind. Der faule Kompromiss aus Geklüngel, politischem Kalkül und Lobbyarbeit bei der Erarbeitung des Schulentwicklungsplanes dürfte auch dem Letzten nun die Illusion geraubt haben, es sei im März noch um eine vernünftige und zukunftsfähige Perspektive für die kommenden „i-Dötzchen“ und deren Eltern gegangen. Zu hoffen ist nun, dass die „Macher“ im Rathaus endlich aufwachen. Die Debatte muss unter dem veränderten Sachstand neu geführt werden.

3 KOMMENTARE

  1. Egbert ist ja quasi die Elitegrundschule in Trier. Da stehen Eltern mit Einfluss dahinter. Da traut sich der Stadtvorstand nicht ran. Die Mütter karren die Kinder mit den SUVs morgens durch die Stadt in die Grundschule und holen sie mittags wieder ab. Fehlt jetzt nur noch, dass die Stadt den selben Architekten wie bei der Kita Tarforst mit der Sanierung beauftragt. Gabs da eigentlich ne Ausschreibung? Zufällig ist der Architekt ja Stadtratsmitglied.

  2. Ach ja, Klüngel, Klüngel, die soziale Durchmischung….. im Auftrag der Politikergilde, die wohl nicht im Sinne der meisten Deutschen handelt, wird mit viel Steuergeld, Beeinflussung und letztendlich mit Gewalt durchgesetzt. Auch mit dem Hintergrund dass unsere Kinder nichts mehr lernen, zum Einen da der Lehrplan an die Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen und an die, die ohnehin kein Interesse an Integration haben, angepasst. Wen interessiert das schon?
    Aber liebe Leute, Geklüngel gibt es überall, da wird ganz ohne Gegenwehr der Bürger Geld an die Kumpels verteilt, für Baugutachten und Planungen die kein Mensch braucht, für sinnlose Sanierungen die sich in ein paar Jahren als kontraproduktiv herausstellen. Aber das konnte ja keiner wissen!
    Nicht nur in Trier gibt es das, auch in der schönen Stadt mit der Burg an der Saar könnte ich ihnen Einiges
    an Geklüngel aufweisen!

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