Crowdfunding – Finanzierung meiner Geschäftsidee

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    TRIER. „Ohne Moos, nix los“, sagt der Volksmund und dieses Zitat gilt auch für die eigene Geschäftsidee. Wenn die Bank Ihnen gerne einen Kredit gibt, dann ist dieser Artikel für Sie nicht relevant, ansonsten könnte die alternative Finanzierungsmöglichkeit des Crowdfunding für Ihre Selbständigkeit einen Blick wert sein.

    Eine Möglichkeit, seine eigene Geschäftsidee zu finanzieren ist, das Crowdfunding. Der klassische Weg eines Darlehens bei der Bank, ist in Zeiten weltweiter Finanzkrisen nicht der ergiebigste. Beim Crowdfunding wird auf einer Internetplattform eine Idee oder ein Projekt von Initiatoren vorgestellt und nach einer großen Anzahl an Geldgebern (Anm. d. Red.: Als „Crowd“ bezeichnet man eine Menschenmenge oder auch die Zuschauer beim Sport in ihrer Gesamtheit) Ausschau gehalten. Dabei ist die „Crowd“ sehr unterschiedlich – von Studenten, Schülern bis zu Unternehmer und Bankern finden sich alle Bevölkerungsgruppen die am Projekt interessiert sind.

    Die Internetseite dient dabei als Intermediär, als Plattform für den Informationsaustausch und zur Abwicklung. Innerhalb eines bestimmten Zeitraumes muss ein bestimmter, vorher in der Regel von der Plattform in Abstimmung mit dem Initiator festgelegter, Betrag erreicht werden, damit das Projekt finanziert wird. Wenn der angestrebte Betrag nicht erreicht wird, leitet der Intermediär das gesammelte Geld wieder zurück an die Investoren. Dabei sind die Beiträge teils sehr unterschiedlich hoch und können auch stark variieren. Im ersten Halbjahr 2013 konnten bereits mit Hilfe von Crowdfunding mehr als zwei Millionen Euro für Start-Up Projekte eingesammelt werden, so in einem Artikel auf der Internetseite „Für-Gründer“ (http://www.fuer-gruender.de/blog/2013/07/crowd-funding-monitor-halbjahr-2013/).

    Die Finanzierung über die „Crowd“, kann zu einer erhöhten Wahrnehmung des Produktes führen und frühzeitig – oftmals bereits im Entwicklungsprozess – Feedback durch die Kunden bzw. potentiellen Kunden generieren. Zudem kann „Crowdfunding“ zu einer Einbindung der „Crowd“ in den Unternehmensprozess und damit zu einer Nutzungsmöglichkeit von Netzwerken durch das Unternehmen beitragen. Der Charme des „Crowdfunding“ für Start-UP-Unternehmen liegt auch darin, dass mit dieser Finanzierung nur sehr geringe formale Verpflichtungen erfüllt werden müssen.

    Neben den positiven Aspekten hat diese Art der Finanzierung aber auch ihre Tücken. Die Rechtslage des „Crowdfunding“ als Finanzierungsalternative zur Unternehmensfinanzierung ist bislang nicht klar geregelt. Auch ist es beim „Crowdfunding“ erforderlich, eine hohe Transparenz über das Geschäftsmodell zu veröffentlichen. Dies birgt das Risiko des „Ideenklaus“ durch andere Marktteilnehmer. Auch der Aufwand einer „Crowdfunding-Finanzierung“ sollte nicht unterschätzt werden. Es ist davon auszugehen, dass ein möglichst professioneller Auftritt die Finanzierungswahrscheinlichkeit durch die „Crowd“ deutlich erhöht. Hierzu ist es erforderlich, einen Business Plan zu erstellen und ein Video zu drehen – und dies kann Gründer vor ganz besondere Herausforderungen stellen.

    Die Möglichkeiten des „Crowdfunding“ sind vielfältig.

    Nicht nur in der Unternehmensfinanzierung findet es Einsatz, wie das Beispiel von Johann Esau aus einem Spiegel Online Artikel (http://www.spiegel.de/karriere/ausland/crowdfunding-statt-stipendium-sammeln-fuer-die-forschungsreise-a-918825.html ) zeigt. Der „normale“ Weg eines Stipendiums für ein Praktikum in Jemen hatte für den Arabistikstudenten nicht geklappt, so dass er das Geld für seine Reise mittels „Crowdfunding“ über die Seite „Sciencestarter“ organisierte. Nach dem Video und Angaben über Ziel und Zweck des Praktikums erreichte er auch innerhalb der Frist den angestrebten Betrag. Als Dankeschön möchte er für den größten Spender einen Vortrag halten und seine Ergebnisse der Reise, in der Form seiner Masterarbeit, im Internet veröffentlichen.

    Die Frage, ob sich „Crowdfunding“ langfristig durchsetzt und zu einer etablierten Alternativfinanzierung für Start-Ups wird oder ob das ganze lediglich ein kurzer Hype war, wird sich noch zeigen. Denn für diese Erkenntnis fehlt es noch an langfristigen Studien in Deutschland, da „Crowdfunding“, inspiriert von US-Seiten wie Kickstarter, etwa seit drei Jahren besteht. (yo)

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