Revision gegen Brandstifter noch ohne Ergebnis

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    TRIER. Am heutigen Mittwoch fand die Revisionsverhandlung im Prozess gegen einen 18-jährigen Trierer statt. Er wurde am 12. Juni dieses Jahres vom Jugendschöffengericht in Bitburg wegen schwerer Brandstiftung zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Aufgrund der Schwere der Tat hielt die Staatsanwaltschaft das Urteil für zu milde und legte Berufung ein, die heute vor dem Landgericht in Trier verhandelt wurde.

    Der 18-jährige Thomas P. hätte in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar dieses Jahres fast eine Katastrophe verursacht. Zusammen mit seiner Freundin hatte er beschlossen, ein Feuer im Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses in Trier zu legen. Laut Anklageschrift steckte er einen Zeitungskorb in Flammen, der sich unmittelbar hinter der Haustür befand. Unmittelbar nach der Zündelei verließen beide das Haus und betraten das Nachbargebäude, in dem das Mädchen bis heute wohnt. Kurze Zeit später vernahmen die Jugendlichen den Feueralarm aus dem mittlerweile brennenden Haus. Es dauerte nicht lange, bis Feuerwehr und Polizei eintrafen und anhand der Fußspuren im Schnee die vermeintlichen Täter überführen konnten. Thomas P. wurde noch in derselben Nacht mit auf die Wache und anschließend in U-Haft genommen.

    In der heutigen Revisionsverhandlung dauerte es lange, bis der Vorsitzende Richter Albrecht Keimburg und alle weiteren Beteiligten eine klare Aussage des Angeklagten erhielten. Er berichtete zunächst von seiner Alkoholproblematik. „Bis vor ein paar Monaten habe ich täglich sechs bis sieben große Flaschen Bier getrunken“, so der Jugendliche. Auch am Tag der Tat habe er vom frühen Abend an mit dem Vater seiner Freundin einige Flaschen Bier konsumiert. An die genaue Menge kann er sich nicht mehr erinnern, er vermutet jedoch, dass es ca. 15 Flaschen gewesen sein müssten. Als er um kurz vor Mitternacht stark angetrunken im Zimmer seiner Freundin auf dem Bett saß, entwickelten beide die Idee, „ein bisschen Action“ zu machen. Kurze Zeit später gingen sie ins Nachbargebäude, das durch eine Brandschutztür im Keller direkt zu erreichen war, ohne das Haus zu verlassen. Wer letztlich die Idee zur Brandstiftung hatte und ob sich die Jugendlichen zuvor im Detail darüber unterhielten, blieb ungeklärt. .

    Die Freundin von Thomas P. sagte als Zeugin aus. Beide Aussagen widersprachen sich in den wichtigen Fragen. Der Angeklagte behauptete von seiner Freundin dazu gezwungen worden zu sein, den Zeitungskorb in Brand zu stecken. Sollte er sich weigern, würde sie ihn verlassen. Das Mädchen hingegen gab zu Protokoll, dass Thomas die Idee hatte und sie nur mitgemacht habe. Neben der weiblichen Zeugin war noch ein Polizist geladen, der am Abend der Tat am Ort des Geschehens war. Der Gesetzeshüter hatte aber krankheitsbedingt abgesagt.

    Glücklicherweise sind bei dem Brand keine Menschen zu Schaden gekommen. Es dauerte nicht lange, bis sich der Rauch im kompletten Haus entfaltet hatte. Die Bewohner konnten mit nassen Tüchern vor dem Gesicht das Haus rechtzeitig verlassen. „Sie können von Glück sagen, dass niemand bei dem Feuer ums Leben gekommen ist“, sagte Keimburg, „sonst würde das Urteil ‚lebenslänglich‘ heißen.

    Durch die undurchsichtige Beweislage und die unterschiedlichen Aussagen des Angeklagten und der Zeugin, beschloss die Große Jugendstrafkammer, das Verfahren auszusetzen. Keimburg: „Wir müssen mindestens einen Polizisten hören, der am Abend der Tat vor Ort war. Zusätzlich brauchen wir ein Gutachten über die Persönlichkeitsstruktur und die Trinkgewohnheiten des Angeklagten“. Wann die Verhandlung fortgesetzt wird, ist noch offen. (tw)

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