Volle Pulle zurück ins Leben

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BITBURG. Am gestrigen Dienstagabend hatte die Kulturgemeinschaft Bitburg im Festsaal des Hauses Beda zu einer Lesung mit Uli Borowka geladen. Mehr als 50 Besucher waren trotz des gleichzeitig im Fernsehen übertragenen Länderspiels Schweden gegen Deutschland gekommen. Darunter vor allem viele junge Menschen – die meisten  selbst Fußballer aus ortsansässigen und umliegenden Vereinen – waren dieser Einladung gefolgt.

Uli Borowka las aus seinem Buch „Volle Pulle“, einer Autobiografie, in der er sein Leben als Fußballprofi beschreibt, aber auch schonungslos über seine Alkoholsucht spricht. Er schreibt über seine Erfolge als Fußballspieler in der Bundesliga, im Europapokal und der Nationalmannschaft. Genauso ehrlich schreibt er aber auch über die Schattenseiten, die der Ruhm mit sich brachte und aus ihm schließlich einen Alkoholiker machte. Sein Buch ist mehr als nur eine Biografie über sein bewegtes Leben – es ist die schonungslose bewegende Aufarbeitung eines Suchtkranken, eine rückhaltlose Beichte, in der der Autor rein gar nichts auslässt.

Damit hebt er sich deutlich von vielen anderen Sportlern ab, die in „Biografien“ überwiegend Nebensächlichkeiten von sich geben.

Diese Ehrlichkeit und Offenheit spürten auch die Anwesenden im Saal, die regelrecht an den Lippen Uli Borowkas hingen. Sie fühlten mit, konnten plötzlich einiges viel besser verstehen und nachvollziehen und stellten viele Fragen. (Die meisten davon und die dazugehörigen Antworten finden Sie im nachfolgenden Interview).

Nach der Lesung signierte der frühere Profi einige seiner Bücher und Autogrammkarten. Ich hatte das große Glück, mir ebenfalls ein persönlich signiertes Buch sichern zu können, weil die Nachfrage größer war, als die Anzahl der Biografien, die Uli Borowka mitgebracht hatte.

Die Zuhörer waren begeistert von diesem Abend,. Langer Beifall erschallte durch den Festsaal und einige Zuschauer bedankten sich sogar persönlich bei Uli Borowka für dessen Ehrlichkeit und Offenheit. Sie zollten ihm jedoch auch großen Respekt, da er es trotz aller Widrigkeiten wieder zurück ins Leben geschafft hat.

Ich habe den ehemaligen Profi-Fußballer als einen aufgeschlossenen Menschen kennen gelernt – einen Menschen, der mit sich selbst im Reinen ist, aus seinen Fehlern gelernt hat und es sich außerdem zum Ziel gesetzt hat, Menschen, vor allem junge Menschen, nicht nur vor den Gefahren des Alkohols zu warnen, sondern das Thema Alkoholismus mit allen Facetten zu thematisieren. (pet)

Hier geht es zum Interview

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