Am Anfang steht der Business-Plan

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TRIER. Sein eigener Chef sein und selbst Entscheidungen fällen – viele Menschen träumen von der Selbstständigkeit. Welche Charaktereigenschaften sollte man als Gründer eigentlich besitzen und welche Rolle spielt eigentlich der Businessplan? Stephan Hock, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Unternehmensführung an der Universität Trier zeigte Wege auf. lokalo-Mitarbeiter Yakup Özkardes berichtet in einer Serie darüber.

Laut einer Studie des Instituts für Mittelstandsökonomie (Inmit) ist einer der wichtigsten Motivations-Faktoren zum Schritt in die Selbstständigkeit die Selbstverwirklichung und die Aussicht auf finanziellen Erfolg. Die Zahl der Menschen, die einer Geschäftsidee folgen und eine Chance ergreifen möchten, überwiegt gegenüber der Zahl der Selbstständigen die aus der Notwendigkeit der Arbeitslosigkeit zur Selbstständigkeit wechseln, , so Stephan Hock.

Gewisse Merkmale oder Charakterzüge sind wichtig, um ein eigenes Unternehmen zu führen. Ein Unabhängigkeitsstreben sei wichtig, so Hock, in dem vom Gründungsbüro der Uni organisierten Vortrag. „Daneben muss der Unternehmer pro aktiv sein und Dinge selbst in die Hand nehmen. Risiken in Kauf zu nehmen ist ebenfalls eine Eigenschaft die ein Unternehmer mitbringen sollte, denn gerade in der Anfangszeit ist nicht klar wie sich die Dinge entwickeln werden“.

Die Gründe zum Abbruch der eigenen Existenzgründung sind vielfältig. Da gibt es zunächst die produkt- bzw. die marktbezogenen Gründe. Zu Beginn fehlt die Stammkundschaft und dadurch entsteht eine unzureichende Nachfrage. Oder es gibt zu viele Konkurrenten in diesem Segment. Andere Faktoren, weshalb die Gründungsidee scheitert, sind finanzieller Natur, wie fehlendes oder zu geringes Eigenkapital, kein Vertrauen der Bank und damit auch keine Möglichkeit, einen Kredit zu erhalten.

Organisationsfähigkeit und Zeitmanagement sind nach der Studie von Inmit, wichtige Gründe für den Erfolg von Existenzgründungen. Als Unternehmer ist man laut Hock eine Art „Generalist“ und es sei wichtig, dass klare Aufgabenteilung herrscht und jeder für einen anderen Bereich verantwortlich ist. Um die Erfolgsaussichten zu vergrößern und die eigenen Chancen zu erhöhen, empfiehlt der Referent einen Business-Plan. Ganz generell formuliert handelt es sich dabei um einen Fahrplan des eigenen Geschäfts, das einem als Orientierung dienen soll.

Für einen Kredit bei der Bank ist ein schlüssiger Businessplan eine Notwendigkeit und sollte gut durchdacht sein. Hock betont, dass ein solcher Plan auch nach der Gründung hilfreich sein kann, um neue Produkte zu entwickeln. „Mit der Zeit verändern sich die Produkte, die man anbietet. Etwas klappt nicht oder funktioniert besser als vermutet, sodass der Business-Plan auch dabei unterstützen kann“, so Hock. Diese „To-Do-Liste“ beginnt mit dem Geschäfts- oder Firmennamen, dazu ist die Zielgruppe beschrieben und die Mitbewerber/Konkurrenten werden analysiert. Diese Recherchen sollen dazu dienen, von vornherein zu klären, welche Erfolgschancen das Projekt hat.

Florian Hosseini und Simon Auernhammer sind Gründer und beim Vortrag ebenfalls anwesend. Ihre Geschäftsidee des Alkoholkuriers ist schnell erklärt: wenn bei einer Party oder einer Disco der Alkohol alle ist, dann beliefert der Alkoholkurier diese. Einen Businessplan hatten sie nicht und das Geschäft läuft auch so sehr gut. Zu dieser Gruppe gehörten einige Selbständige, die inzwischen ihr Studium abgeschlossen haben, deshalb wurde das Projekt jedoch inzwischen aufgelöst.

Gründer sollen bestimmte Charaktereigenschaften haben, aber mit Sicherheit kann man sich viele Voraussetzungen auch aneignen. Außerdem sind sie nicht allein ausschlaggebend für die Entscheidung der eigenen Selbständigkeit. Vielmehr spielen die Idee und der damit verbundene Businessplan eine tragende Rolle und sollten gut durchdacht sein. (yo)

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