TBB Trier: Verrückte Basketballwelt – Sensation gegen dominante Oldenburger verpasst

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OLDENBURG/TRIER. Seltsames Spiel in der EWE Arena: Die EWE Baskets dominierten über weite Strecken das Geschehen nach Belieben, dennoch hatte die TBB Trier bei der 75:81-Niederlage kurz vor Schluss eine Siegchance. Überragend auf Trierer Seite: Trevon Hughes mit 30 Punkten.

Nach dem Spiel gegen den Mitteldeutschen BC klagte Andreas Seiferth über leichte Schmerzen im Knie. Henrik Rödl wollte kein Risiko eingehen und verordnete dem Trierer Center eine Ruhepause. Seiferth reiste erst gar nicht mit an die Hunte. Für ihn stand erwartungsgemäß Stefan Schmidt in der Startformation.

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Oldenburg bestimmte von Beginn an das Tempo der Partie. Der ehemalige Trierer Aufbauspieler Dru Joyce zeigte, dass er zu den besten Spielmachern der Beko BBL gehört und war von keinem Spieler der Moselstädter zu stoppen. Trier tat sich offensiv wieder einmal schwer gegen die aggressive Defense der Donnervögel. So sah sich Henrik Rödl schon nach drei Minuten beim Stand von 5:14 aus Trierer Sicht zu einer Auszeit gezwungen. Trier hielt nach der Timeout zwar besser dagegen, Jermaine Anderson hatte aber einen gebrauchten Tag erwischt und leistete sich viele Ballverluste. Zwischenzeitlich lag man bis zu elf Punkte in Rückstand, konnte aber bis zum Viertelende auf 18:27 verkürzen. Es war klar, dass die Defensive sich steigern musste, wenn man nicht schon früh hoffnungslos in Rückstand liegen wollte. Sechs Ballverluste waren zudem wieder einmal zu viel des Schlechten.

Dann leider auch ein desaströser Start in das zweite Viertel. Ein 7:0-Lauf der Oldenburger zwang den Trierer Headcoach beim 18:34 zu einer erneuten Auszeit. Dru Joyce und Julius Jenkins bereiteten den Moselstädtern großes Kopfzerbrechen. Darüber hinaus regierte die lange Garde um den starken Italiener Andrea Crosariol die Bretter. Dank einer Energieleistung von Trevon Hughes, der sowohl punktete als auch als Vorbereiter glänzte, konnte der Rückstand in erträglichem Rahmen gehalten werden(26:36). Man weiß nicht, ob man sich ob der Stärke von Hughes freuen soll, oder wie schlecht es momentan um das Team bestellt wäre, wenn er nicht dabei ist. Ohne ihn funktioniert offensiv momentan nichts. Vor der Halbzeitpause hatte man sogar die Chance, den Rückstand wieder einstellig zu machen, doch der schwache Jermaine Anderson konnte nichts Zählbares auf das Trierer Scoreboard bringen. Anderson hatte zur Halbzeit null Assists, sein Gegenüber Dru Joyce deren neun. Mit 36:47 ging es in die Kabine.

Im dritten Spielabschnitt bestätigte sich der Eindruck, dass die Spieler von Sebastian Machowski alles unter Kontrolle hatten. Viel zu leicht kamen die langen Mann um den starken Italiener Crosariol zu Punkten und zerlegte die Trierer Defensive nach Belieben. Beim Stand von 43:55 nahm Henrik Rödl erneut eine Auszeit. Besserung trat dadurch nicht ein. Trier biss sich an der Zehn-Punkte-Rückstand-Marke die Zähne aus. Außer von Trevon Hughes und Stefan Schmidt kamen zu wenige Impulse in der Offensive. Mit einem 50:63-Rückstand ging es ins letzte Viertel.

Die Geschichte der letzten zehn Minuten ist schnell erzählt: Trier bemühte sich weiter, doch Oldenburg ist einfach zu clever, zu eingespielt, zu stark für die Moselstädter. So schien es zunächst. Heimlich, still und leise arbeitete sich Trier an die Hausherren heran, ohne groß zu glänzen. Oldenburg wirkte plötzlich lethargisch und wenig zielstrebig. Als Hughes und Mönninghoff ihre Dreier trafen, stand es 18 Sekunden vor Spielende nur noch 75:77 aus Sicht der TBB –  die Sensation war zum Greifen nahe! Joyce und Co. behielten jedoch die Nerven an der Linie und schaukelten den knappen 81:75-Erfolg nach Hause. Da halfen auch die letzten Bemühungen von Hughes nichts, der sich beim letzten Angriff an der starken Defense der Huntestädter aufrieb.

Überragend bei Trier: Trevon Hughes, der 30 Punkte erzielte und fünf Assists verteilte. Man kann dem US-Amerikaner nur wünschen, dass einige Teamkollegen so langsam in die Spur finden und ihn unterstützen. Ohne Hughes wäre Trier momentan erschreckend harmlos und man kann nicht wöchentlich solche Gala-Vorstellungen erwarten. Immerhin: Die Moral in der Mannschaft stimmt und bis zum Ende glaubt man an die Siegchance. (cw)

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