Ein Eifeler auf der Frankfurter Buchmesse

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    FLIESSEM/FRANKURT. Felicio, der Protagonist aus Harry Fröhlichs Buch: „Fröhlich bin ich, bin ich, ich“ (Frankfurter Verlagsgruppe) ist ein „Zigeuner-Künstler“ und das Wort Zigeuner ist nach Meinung des Autors, dessen Familie Zigeunerwurzeln hat, das einzig passende dafür.

    Während sich die Gesellschaft, ein Paradebeispiel hierfür ist die Gastronomie, die sich wegen der „political correctness“ von der Bezeichnung „Zigeunerschnitzel“ verabschiedet und den Begriff „Schnitzel nach Balkan Art“ einführet, bleibt der Autor bewusst bei der bsiher gebräuchlichen Bezeichnung. Diskriminierend ist für ihn nur dann ein Begriff wenn er diskriminierend gemeint ist. „Das Synonym für ‚Freiheit, Farbenpracht, Melancholie, Sehnsucht‘ ist nun einmal das Wort „Zigeuner“ und auf dieses stilistische Instrument verzichte ich nicht, nur weil sich irgendwelche Leute auf die Suche nach diskriminierenden Begriffen machen. Wer sich Gedanken darum macht, ob es chauvinistisch ist, die Dame auf dem Schild an der WC Tür immer im Rock darzustellen, den kann ich nur fragen ob er keine anderen Probleme hat“, sagt der Autor anlässlich der Veröffentlichung seines Erstlingswerks, der die Erzählungen auf diesjährigen Buchmesse (9. bis 13. Oktober) vorstellt.

    „Zur Berichterstattung genügt es nicht, dass jemand ein Buch geschrieben hat, es muss immer nach einem Skandälchen im Buch oder um den Autor herum gesucht werden“ fährt er fort. Das Buch ist eine Sammlung von Erzählungen im Märchenstil. „Aber es ist keineswegs ein Kinderbuch“, betont Fröhlich, obwohl die Erzählungen auch durchaus Kinder in den Bann ziehen können. „Felicio ist ein erwachsener Zigeuner, der raucht, trinkt, feiert und lebt. Bevor ich mich in weitere Diskussionen um pädagogische Aspekte verstricken lasse, bezeichne ich die Erzählungen als Märchen für Erwachsene.“

    Harry Fröhlich der sich selbst als „Freiwilliger Eifler“ bezeichnet, lebt mit seiner Lebensgefährtin, Diplomdesignerin Anke Loscheider, der Illustratorin des Buches, in Fließem bei Bitburg. In der Eifel spielen die Geschichten und sind schon in Hörbuchform als „Eifelmärchen“ bekannt. Er sieht sich als „Multitask-Künstler“ und definiert sich als „Sozialplastiker“ (Anm. d. Red.: Jemand, der die Gesellschaft durch sein künstlerisches Werk beeinflusst). Am Sonntag ist er auf der Frankfurter Buchmesse am Stand seines Verlages (August von Goethe Literaturverlag) in Halle 4.1 Stand A4 anzutreffen. (red)

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    1 KOMMENTAR

    1. Es sind die Sinti und Roma, die sich am Gebrauch des Begriffs „Zigeuner“ stören … also die, die direkt davon betroffen sind. Und nicht „irgendwelche Leute“. Und nur, weil ein Begriff „gebräuchlich“ ist, heißt es noch lange nicht, dass er auch richtig ist. Ein wirklich seltsamer Artikel …

    2. Ach Luisa,

      na klar, hier und da gibt es mal einen sinti oder roma der eine andere meinung hat wie die mehrheit seiner angehörigen und sich „zigeuner“ nennt. aber entscheidend ist die mehrheit und die politischen vertretungen der sinti und roma. Es geht hier nicht um eine Frage vermeintlicher politischer Korrektheit, sondern um einen wesentlichen Aspekt unserer Identität und unserer Würde. In unserer pluralistischen Gesellschaft sollte dieses ureigenste Recht auf Selbstbestimmung respektiert werden. Wir sind keine „Zigeuner“

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