TBB Trier: 75:69 – Wölfe niedergekämpft

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TRIER. Der Bann ist gebrochen: Dank einer starken zweiten Halbzeit sicherte sich die TBB Trier vor 3214 Zuschauern einen 75:69-Erfolg gegen den Mitteldeutschen BC aus Weißenfels. Überragender Akteur bei der TBB Trier war Trevon Hughes mit 25 Punkten. Warren Ward glänzte mit acht Punkten und starker Defense. Dennoch: Es bleibt viel zu tun für die Mannschaft aus der ältesten Stadt Deutschlands.

Ein einsamer Wolf hatte sich in die Arena verirrt und versuchte seinen MBC nach vorne zu pushen. Am Ende war all das Rasseln vergebens. Doch der Reihe nach.

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Zunächst gab es Erfreuliches aus dem TBB-Lazarett zu vermelden: Andreas Seiferth stand zum ersten Mal in dieser Saison in der Starting Five der Moselstädter und kommt nach seiner langwierigen Verletzung immer besser in Fahrt.

Momentan dürfte bei der TBB Trier eigentlich nur eine Band für den Einlaufsong in Frage kommen: Die „Erste Allgemeine Verunsicherung“. Die Trierer starteten wieder sehr nervös in die Partie, viele Turnover prägten das Offensivspiel. Die knappe Niederlage gegen Vechta hatte man scheinbar noch nicht verdaut – da half auch eine ordentliche zweite Halbzeit in Braunschweig nichts.  Dass man dennoch am gut spielenden MBC aus Weißenfels dranblieb, war auch einem gut aufgelegten Trevon Hughes und einem wieder einmal überzeugend spielenden Mathis Mönninghoff zu verdanken. Zwei Dreier netzte der Kapitän der deutschen A2-Nationalmannschaft in den ersten zehn Minuten ein. Bei den Gästen überzeugte das Trio Adonte Parker, Michael Cuffee und Angelo Caloiaro. Der Italo-Amerikaner Caloiaro bestätigte die Vorschusslorbeeren und zeigte das ganze Repertoire seines Könnens. Mit 19:20 ging es in die erste Viertelpause.

Den besseren Start in den zweiten Spielabschnitt erwischten leider die Gäste aus Ostdeutschland. Ein 5:0-Lauf durch Punkte des lettischen Centers Martins Meiers und einen Dreier von Adonte Parker sorgten beim 19:25 aus Trierer Sicht für die erste größere Führung der Gäste. Der Lette Meiers hatte auf dem Weg nach Deutschland wohl ein paar Zentimeter an Körpergröße verloren – die 2,08-Meter, die in der BEKO BBL Statistik stehen, stimmen nie und nimmer.

Trier setzte in der Offensive zu sehr auf Einzelaktionen. Systeme Fehlanzeige. Beim Stand von 21:28 nahm Henrik Rödl eine Auszeit. Das Spiel bewegte sich im zweiten Viertel auf unterirdischem Niveau, den Schützlingen von Rödl gelang lediglich ein Feldkorb. Was Trier sich in der Offensive zusammenspielte, sorgte für ungläubiges Kopfschütteln bei den Zuschauern und dem Trainerstab. Dass das Spiel beim Halbzeitstand von 25:31 noch nicht entschieden war – angesichts von 17 Prozent Trefferquote aus der Nahdistanz und der Anzahl an Offensivrebounds für die Gäste fast schon eine Sensation. Einziger Trost für die TBB-Fans: Es konnte eigentlich nur besser werden.

Leider trat zunächst nur bedingt Besserung ein. Offensiv lief es zwar etwas besser, doch im Rebounding blieb man erneut Bundesliga-Niveau schuldig. Durch diese Schludrigkeiten erarbeiteten sich die Weißenfelser immer wieder zweite und dritte Chancen – und durch den bärenstarken Angelo Caloiaro (zwei Dreier in Serie) konnte man sich mit bis zu 12 Punkten absetzen (35:47). Es drohte ein Fehlstart, der Trier schon nach drei Spieltagen mitten in den Abstiegskampf befördert hätte. Dank acht Punkten von Trevon Hughes in Serie blieb man dennoch im Spiel. Danach folgte eine Sequenz von vier Offensivrebounds der Gäste, die schlicht und ergreifend so nicht sein darf. Henrik Rödl merkte bei der anschließenden Pressekonferenz passend: „Wenn wir jetzt noch lernen, auszuboxen, sind wir auf einem guten Weg.“ Man hatte beim Stand von 47:52 vor dem letzten Viertel trotz dieser fehlenden Grundlage noch Siegchancen.

Dort legte man, angeführt von einem defensiv wie offensiv stark aufspielenden Warren Ward, aus Trierer Sicht eine weitere Schippe Intensität drauf. Der Kanadier sorgte gemeinsam mit Trevon Hughes sogar für die erste Führung der TBB (61:57). Leider waren es erneut Unzulänglichkeiten im Rebound, die die Mannschaft von Silvano Poropat im Spiel hielten. Beim Stand von 61:61 nahm Henrik Rödl eine Auszeit. Diese fruchtete. Der bärenstarke Trevon Hughes per Dreier und zwei weitere Punkte von Jermaine Anderson brachten Trier beim 66:61 auf die Siegerstraße. Hughes riss nun das Spiel gemeinsam mit Jermaine Anderson an sich und durch sicheres freiwerfen schaukelte man einen 75:69-Erfolg nach Hause, der vor allem durch viel Kampfgeist errungen werden konnte. Spielerisch haben Jermaine Bucknor und Co. noch viel Luft nach oben. (cw)

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