Körperverletzung, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Nötigung? – 30-Jähriger vor Gericht

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TRIER. Vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts begann am heutigen Dienstag unter dem Vorsitz von Richterin Petra Schmitz der Prozess gegen einen 30-jährigen Mann aus Ghana. Er soll mehrere Straftaten in Tateinheit begangen haben, darunter Verstöße gegen des Betäubungsmittelgesetz und Körperverletzung.

Seit dem 03. Mai befindet sich der unter anderem wegen Körperverletzung und Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz vorbestrafte Angeklagte aus Trier in Untersuchungshaft. Geduldig wartete er an diesem Vormittag auf den Beginn des Prozesses. Die Staatsanwaltschaft warf ihm in der Anklageschrift vor, zusammen mit dem minderjährigen K. Marihuana konsumiert zu haben. Außerdem soll K. über die Zeit Drogenschulden bei dem Angeklagten angehäuft haben. Der Angeklagte soll dabei billigend in Kauf genommen haben, dass sein „Kunde“ noch minderjährig war.

Außerdem ging es um die Frage, ob der Angeklagte dem Konsumenten mehrmals geraten haben soll, zur Rückzahlung des Geldes Einbruchdiebstähle zu begehen. Die Drohkulisse soll er mit einem körperlichen Angriff gegen K. in den Toilettenräumen einer Diskothek untermauert haben. Bei der Verlesung der Anklageschrift durch den Staatsanwalt schüttelte der Angeklagte, der seine Ausbildung als Metallbauer nicht abgeschlossen hat, mehrmals energisch mit dem Kopf.

Aussagen wollte er an diesem Vormittag allerdings noch nicht. Sein Rechtsanwalt begründete dieses Verhalten damit, dass der eigentlich bestellte psychiatrische Sachverständige nicht anwesend war und es „so wenig Sinn“ habe. Auch die Aussage des Hauptbelastungszeugen K. wurde auf den nächsten Fortsetzungstermin verschoben.

Stattdessen wurde zunächst ein Polizeibeamter angehört, der bei der Vollstreckung des Haftbefehls gegen den Angeklagten beteiligt war. Er gab zu Protokoll, dass er aus der Wohnung des Angeklagten zwar die Rauchschwaden des Marihuanakonsums, jedoch keine Ausfallerscheinungen beim Festzunehmenden feststellen konnte.

Ein Bekannter des Angeklagten bot einen Einblick in das Beziehungsgeflecht rund um Angeklagten und Zeugen. Dabei widersprach sich der 19-jährige Maurer in der fast einstündigen Vernehmung mehrmals selbst. Auffällig war, dass er teils gegensätzliche Zeugenaussagen machte, als noch bei der Vernehmung auf der Polizeidienststelle. Dort hatte er angegeben, bei dem Geschädigten K. nach der mutmaßlichen Prügelei mit dem Angeklagten Verletzungen und Flecken festgestellt zu haben. In seiner heutigen Aussage dementierte er dies.

Gemeinsam mit dem mutmaßlichen Geschädigten K. wurde der 19-Jährige bereits rechtskräftig wegen mehrerer Einbruchsdelikten verurteilt. Mittlerweile stehe er K. aber nicht mehr so wohlgesonnen gegenüber. Der sei ihm zwar seit zwei bis drei Jahren bekannt, jedoch habe er mittlerweile feststellen müssen, dass er oft lüge oder Geschichten erfinde. K. habe ihn „da mit hineingezogen“, gab er vor Gericht an. Auf die Schulden beim Angeklagten angesprochen, erklärte er, er habe K. sogar selbst angeboten, einen Teil der Schulden für ihn zu übernehmen. Dieser habe aber dankend abgelehnt. Dem 19-Jährige erschien es deshalb wenig plausibel, dass der Angeklagte den K. tatsächlich so massiv wie in der Anklageschrift dargestellt, genötigt hätte.

Zum Ende der gut vierstündigen Verhandlung, die aufgrund der vorgezogenen Zeugenvernehmungen mehrmals unterbrochen werden musste, wurde noch die Mutter des K. in den Zeugenstand gerufen. Ja, sie habe mitbekommen, dass ihr Sohn unter Druck gesetzt wurde. Nähere Details konnte sie jedoch nicht nennen. Den Angeklagten habe sie nie zuvor gesehen.

Im Fortsetzungstermin am 18.10. wird der Geschädigte K dann selbst Stellung nehmen können. Außerdem sind weitere Fortsetzungstermine für November anberaumt. (die)

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