Verurteilter Straftäter nimmt Berufung zurück

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    TRIER. Am gestrigen Montag fand die Revisionsverhandlung im Prozess gegen einen 25-jährigen Hamburger statt, der zuletzt in Wittlich lebte. Er war am 10. Juni vom Amtsgericht Bitburg wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl und diverser Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Die anschließende eingelegte Berufung sollte nun in Trier verhandelt werden, wurde auf Anraten des Vorsitzenden Richters Albrecht Keimburg letztlich aber zurückgezogen.

    Rückblick: Am 8. Januar dieses Jahres schlenderte Markus C. mit ein paar Freunden durch die Straßen Wittlichs. Von Langeweile getrieben, suchten sie nach einer Aktivität, die ihnen den tristen Alltag etwas erhellen sollte. Kurze Zeit später fanden sie sich in einer Garage eines Einfamilienhauses wieder, die sie kurz zuvor aufgebrochen hatten. Sie schauten sich um, entdeckten jedoch außer einer Kiste Bier nichts Interessantes. Als sie beschlossen, den Kasten mitzunehmen, stand der Eigentümer in der Garagentür und kam auf die jungen Männer zu. Ohne groß nachzudenken ergriff der Angeklagte C. eine Bierflasche und schlug zu. Der Garagenbesitzer ging blutend zu Boden und die Einbrecher flohen unmittelbar danach. Während des Hauptverfahrens gab C. zu Protokoll, dass er den Bierkasten zuerst stehlen und dann verkaufen wollte.

    Bereits in der Vergangenheit war der gebürtige Hamburger mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Ein Blick in sein Strafregister zeigt einige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. C. beschreibt sich selbst als drogenabhängig. Vor allem Cannabis und Amphetamin konsumiere er regelmäßig, aber auch Alkohol steht bei ihm hoch im Kurs.

    Das Amtsgericht Bitburg verurteilte Markus C. am 10. Juni zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten. Aufgrund eines psychiatrisch-psychologischen Gutachtens stimmte die Kammer dem Maßregelvollzug in einer Entziehungsanstalt zu. Dennoch war der Angeklagte mit dem Gesamturteil nicht zufrieden und reichte Revision ein. Diese wurde nun in Trier verhandelt.

    „Es geht uns um das Strafmaß, das wir als übertrieben erachten. Die Freiheitsstrafe ist um mindestens zwei bis drei Monate zu hoch, genau so wie das angeordnete Schmerzensgeld von 1.500 € für den Hausbesitzer. Wir halten 1.000 € für angemessen“, erklärte der Rechtsanwalt von C., Olaf Möller aus Völklingen. Richter Albrecht Keimburg entgegnete darauf, dass eine Berufung unter Umständen kontraproduktiv sein könnte: „Es ist nicht auszuschließen, dass während der Revisionsverhandlung Verschärfungen hinzu kommen. Wir müssten zum Beispiel erneut einen Gutachter laden, der Auskunft über den psychischen Zustand des Angeklagten gibt.“

    Nach kurzem Gespräch zwischen Möller und Markus C. wurde die Berufung zurückgezogen. Die Gefahr sei einfach zu groß, dass das Urteil zu Lasten des Angeklagten geändert wird. Demnach ist das Urteil des Amtsgerichts Bitburg rechtskräftig: Sechs Jahre und drei Monate Haft mit Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. (tw)

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