Mitschuld an sexuellem Missbrauch?

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TRIER. Angeklagt vor dem Landgericht ist eine 44-jährige Frau. Ihr Ehemann wurde bereits unter anderem wegen sexuellem Missbrauchs verurteilt. Jetzt muss das Landgericht entscheiden, inwieweit die Ehefrau bei den Taten Beihilfe leistete. 

Zusammen mit dem Ehepaar lebten die Kinder der Angeklagten, deren Vater ihr Ehemann jedoch nicht ist, zusammen. Bei den Kindern handelt es sich um
ein heute 14-jähriges Mädchen, einen heute 17-jährigen und einen heute 9-jährigen Jungen. Der angeklagte Tatzeitraum erstreckt sich vom Frühjahr 2007 bis zum Frühjahr 2011.

Der Angeklagten wird nach der Anklageschrift vorgeworfen, durch Unterlassen tateinheitlich in drei Fällen eine Person unter achtzehn Jahren, die ihrer Fürsorge unterstand und ihrem Haushalt angehörte, gequält zu haben. Als ihr Ehemann ihre leiblichen Kinder misshandelt und gequält habe, habe sie nichts dagegen unternommen. Im Einzelnen soll sich nach der Anklageschrift die Wut des Ehemanns der Angeklagten, der erheblich dem Alkohol zugesprochen haben soll, gegen den ältesten Sohn gerichtet haben. Er habe dem Jungen unter anderem zweimal grundlos eine gefüllte Tasse Kaffee an den Kopf geworfen haben, ihn mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen und gegen die Brust getreten, ihn gewürgt, weil er aus dem Kühlschrank eine Frikadelle entnommen hatte und ihn derart hart mit einem Besen geschlagen, dass dieser zerbrach. Die drei Kinder habe er mehrmals geohrfeigt haben, wenn sie seiner Aufforderung nicht nachkamen aufzuräumen.

Der kleinere Junge weinte im Tatzeitraum nachts häufig, weil er sich ängstigte. Da dies den Ehemann der Angeklagten gestört habe, habe er den kleinen Jungen mehrfach ins Badezimmer gezerrt und minutenlang unter die eiskalte Dusche gestellt.
Das Mädchen soll der Ehemann der Angeklagten nach der Anklageschrift bei einer Gelegenheit mehrfach getreten und geschlagen haben, weil sie angeblich verspätet aus der Stadt nach Hause gekommen sein und angeblich zu lange mit dem Hund spazieren war.

Des Weiteren wurde dem Ehemann der Angeklagten nach der Anklageschrift vorgeworfen an dem nunmehr 14-jährigen Mädchen ein sexuelles Interesse gehegt zu haben. Bei zwei Gelegenheiten soll er dem Kind mit der Hand in die Unterhose gegriffen haben und es an der Scheide berührt haben.
Mehrfach soll er sich zu dem Mädchen ins Bett gelegt, sie entkleidet und dann mit der Zunge im Intimbereich berührt haben. Einmal habe er mit seinem Geschlechtsteil den Intimbereich des Kindes berührt. Hiervon soll die Mutter des Kindes jedoch nichts gewusst haben.

Die Kinder leben mittlerweile im Haushalt ihres leiblichen Vaters. Die Angeklagte ist noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Gegen die Angeklagte wurde durch die Staatsanwaltschaft Trier gemeinsam Anklage erhoben. Mit Beschluss der Kammer wurde das Hauptverfahren gegen beide Angeklagten eröffnet. Im Rahmen der Hauptverhandlung beschloss die Kammer die Abtrennung des Verfahrens gegen die Angeklagte und das Einholen eines psychiatrischen Gutachtens zu ihrer Schuldfähigkeit.

Die Kammer hat am 16.08.2012 bezüglich des angeklagten Ehemanns bereits folgendes Urteil erlassen:

„Der Angeklagte ist des versuchten schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Kindern und sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen, des sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in weiteren 4 Fällen sowie des Misshandlung von Schutzbefohlenen schuldig. Im Übrigen wird er freigesprochen. Er wird zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier
Jahren und sechs Monaten verurteilt.“

Hiergegen hat der Angeklagte Revision eingelegt, die mit Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 22.Mai 2013 als unbegründet verworfen wurde. (red)

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1 KOMMENTAR

  1. Ich habe auch 3 kinder, zwei mädchen 18 und 9 und einen sohn 16. bin seit 6 jahren geschieden. mir treibt es das wasser in die augen wenn ich das lese. die sau, die dreckige sau von partner meiner ex würde ich mir ganz persönlich holen. da wäre es mir egal ob ich dann auch ein 3/4 jahr wegen körperverletzung gesiebte luft atme

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