Nach kurzem Auftakt droht ein Verhandlungsmarathon

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    TRIER. Am heutigen Mittwoch wurde der Prozess gegen einen 31-jährigen Maurergehilfen aus Trier fortgesetzt, der wegen schwerer Körperverletzung, räuberischer Erpressung und anderer Delikte angeklagt ist. In einer kurzen Verhandlung wurde lediglich das Vorstrafenregister verlesen. Dieses ist, gemessen an den aktuellen Tatvorwürfen, erstaunlich kurz. So richtig geht der Prozess am 21.10. mit den ersten Zeugenaussagen los.

    Das einzige Thema der heutigen Verhandlung war das Vorstrafenregister des Angeklagten. Die Vorsitzende Richterin des Landgerichts, Petra Schmitz, musste lediglich einen Eintrag verlesen: Herbst 2010 – Gemeinschaftliche schwere Körperverletzung. Der Angeklagte hatte einen Mann zu Boden geschlagen und danach weiter auf ihn ein eingetreten.  Die Folge waren mehrere Platzwunden und Schwellungen. R. war zu sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

    Am 15.Mai 2011 soll der Trierer einem anderen Mann einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben. Dieser soll dadurch einen dreifachen Nasenbeinbruch und eine Beule an der Stirn erlitten haben.

    An einem Tag im Sommer 2011 soll der Angeklagte an einem Vormittag K. aufgefordert haben, ihm für 20 Euro Marihuana zu besorgen. Dieses besorgte K. und konsumierte anschließend mit dem Angeklagten in dessen Wohnung das Marihuana. Der Angeklagte soll K. plötzlich an den Haaren gezogen und ihm ein Messer an den Oberarm gehalten haben. Er soll zu ihm gesagt haben: „Du hast Scheiße gebaut!“ Daraufhin soll er ihm eine Ohrfeige gegeben haben, weil er mit der Qualität und der Menge des Rauschgifts nicht zufrieden gewesen sein soll. Danach soll er sich auf K. gekniet, ihm das Messer mit der Spitze gegen den Bauch gedrückt und eine blutende Wunde verursacht haben. Anschließend sollen der Angeklagte und der gesondert verfolgte Kh. dem K. eine Decke über den Kopf geworfen und ihn getreten und geschlagen haben.

    Etwas später sollen beide K. aufgefordert haben, etwas für sie zu stehlen K. soll aus Angst das Handy seiner Mutter gestohlen und dem Angeklagten den Verkaufserlös gegeben haben. Anschließend sollen sie K. in der Wohnung des Angeklagten eingesperrt haben und eine Stunde etwas essen gegangen sein. Nach ihrer Rückkehr sollen sie erneut auf K. eingeschlagen haben und ihm eine rote stinkende Flüssigkeit zu trinken gegeben haben, woraufhin sich K. übergeben musste. Sie sollen von ihm 80 Euro gefordert haben und ihm seinen MP3-Player und ein Schülermobilticket aus der Tasche gezogen haben. Sie sollen ihm erklärt haben, dass er diese Gegenstände erst wieder zurückbekomme, wenn er ihnen 80 Euro bringe. Gegen 19 Uhr sollen sie K., der eine leichte Gehirnerschütterung, eine Stichwunde am Bauch sowie Kopfschmerzen erlitten haben soll, von ihm abgelassen haben.

    In der Anklageschrift finden sich noch viele weitere Punkte: Körperverletzung, Bedrohung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Räuberische Erpressung. Angesichts der Fülle der Tatvorwürfe droht möglicherweise ein Verhandlungs-Marathon. Dieser beginnt aber erst in etwa zweieinhalb Wochen. Der heutige Termin wurde als Sprungtermin ausgerufen, weil der Rechtsanwalt des Angeklagten, Otmar Schaffarczyk aus Trier, verhindert war. Als Vertretung sprang Rechtsanwältin Olga Sommer ein, die wegen der Kürze der Verhandlung und der Beschränkung in der Thematik auf die Vorstrafen nicht gefordert wurde.

    In der nächsten Verhandlung am 21. Oktober 09 Uhr stehen die ersten Zeugenaussagen an. Dann ist auch Schaffarczyk wieder an Bord und der Prozess kann so richtig weiter gehen. (tw)

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