Neues Notensystem für Grundschulen

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TRIER. Die neue Grundschulordnung sieht vor, dass in den dritten und vierten Grundschulklassen die im Jahr 2008 eingeführten Verbalzeugnisse entfallen und durch ein vierstufiges Notensystem ersetzt werden. Das Zeugnis soll durch das protokollierte halbjährliche Gespräch zwischen Schülern, Eltern und Lehrern ergänzt werden.

„Wir halten die neuen Grundschulzeugnisse für einen Schritt in die richtige Richtung, fordern aber weitere Schritte wie klare Notendefinitionen anstelle der vorgesehenen standardisierten Wissensprofile.“ Und weiter: „Die verbindliche Einführung von Noten ab der zweiten Klasse und vor allem die Überarbeitung der kompetenzorientierten Rahmenlehrpläne und der Stundentafel, die hauptsächlich dafür gesorgt haben, dass die rheinland-pfälzischen Grundschulen im Ländervergleich auf den 13. Platz abgestürzt sind“, so Malte Blümke, Landesvorsitzender des Philologenverbandes, zur der geplanten Novellierung der neuen Grundschulordnung.

Beim Ländervergleich des Instituts für Qualitätsentwicklung (IQB) für die Primärstufe haben die rheinland-pfälzischen Grundschulen 2012 schlecht abgeschnitten. Im Lesen liegen die Grundschulen nur an 13. Stelle im Ländervergleich, in Mathematik nur an 9. Stelle, immer aber deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

„Eine ehrliche und transparente Ursachenforschung würde sehr schnell feststellen, dass es an der Unterrichtsversorgung  nicht liegen kann, denn die Grundschulen in Rheinland-Pfalz haben kleine Klassen und so gut wie keinen Unterrichtsausfall. Auch stellen wir ein hohes Engagement  der Grundschullehrkräfte fest, die ihren Schülerinnen und Schülern unbedingt etwas beibringen wollen“, so Blümke.

„Allerdings wurden Inhalte und Themen weitgehend durch Kompetenzen ersetzt. Verbindliche Lehrpläne wurden durch Rahmenlehrpläne abgelöst – Beschreibungen des individuellen Lernfortschritts aufgeweicht. Der Fremdsprachenunterricht wurde schon ab der 1. Klasse eingeführt, jedoch werden dafür die Kernfächer Deutsch und Mathematik vernachlässigt“, stellt Blümke fest.

„Wichtig ist jetzt, dass aus den Ergebnissen der Grundschulstudie und den Protesten der Eltern und Lehrkräfte die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden. Eine halbherzige Korrektur der Grundschulzeugnisse reicht hier bei weitem nicht aus“, betont Malte Blümke, der Chef des Philologenverbandes, abschließend. (red)

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