TBB Trier: Viel Arbeit vor dem Saisonstart

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TRIER. Auch bei der offiziellen Saisoneröffnung konnten die Trierer Basketballer keinen Testspielsieg feiern. Fünf Tage vor dem Saisonstart gegen RASTA Vechta (Donnerstag, 20 Uhr, Arena Trier) unterlag das Team von Trainer Henrik Rödl dem belgischen Vizemeister Belfius Mons Hainaut mit 65:82 (33:34). Das Trainerteam hat noch viel Arbeit vor sich.

Die erste Hiobsbotschaft gab es schon in der Pressemitteilung im Vorfeld. Andreas Seiferth und Neuzugang Warren Ward konnten nicht mitwirken. Ward soll am Montag wieder ins Training einsteigen, Seiferth fällt wohl noch länger aus – auf der Fünf haben die Trierer demnach ein großes Problem.

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Vor rund 1050 Zuschauern legten die Gäste los wie die Feuerwehr. Vor allem Robert Vaden bereitete den Trierern Kopfzerbrechen und war im Alleingang für die 6:10-Führung der Gäste verantwortlich. Acht Punkte hatte der ehemalige Bonner den Moselstädtern eingeschenkt, ehe Henrik Rödl zur Auszeit bat. Leider trat danach keine Besserung ein – Mons kontrollierte das Brett und den Gegner. Nur noch zwei Punkte durch Trevon Hughes gelangen den Mannen von Rödl im ersten Viertel – mit 8:19 ging es in die erste Viertelpause. Bei einer unterirdischen Trefferquote von 20 Prozent war der Grund für den Rückstand schnell gefunden.

Etwas besser kamen die TBBler dann im zweiten Spielabschnitt aus den Startlöchern. Ein 14:5-Lauf brachte Trier schnell wieder in Schlagdistanz – Dank einer herausragenden Dreierquote. Die Systeme liefen besser, und Trevon Hughes lief endlich heiß. Defensiv setzte Vitalis Chikoko ein fettes Ausrufezeichen, als er Talor Battle blockte. Binnen sechs Minuten hatte Trier den Rückstand nicht nur aufgeholt, sondern war nach einem sehenswerten Korbleger von Hughes sogar mit 28:27 in Führung gegangen. Defraigne reagierte mit einer Auszeit. Danach verlief die Partie ausgeglichener.

Dann eine Schrecksekunde für die Zuschauer und die Trierer Bank: Trevon Hughes blieb nach einem Zusammenstoß mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und konnte nicht mehr richtig auftreten. Mit 33:34 ging es in die Halbzeitpause. Bei Trier war, trotz klarer Steigerung im zweiten Viertel, noch viel Luft nach oben.

Schon vor Wiederbeginn aufamten: Physiotherapeut Jinan Al-Shok gab grünes Licht und Hughes durfte wieder mitmischen. Trier kam gut aus der Kabine und übernahm schnell die Führung – kein Vergleich zum desaströsen ersten Viertel. Leider zeigte sich aber auch, dass Trier ohne ihren Starting-Center große Probleme hat, ihr Offensivspiel in der Zone zu etablieren. Trier verließ sich sehr auf die Würfe von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Dank einer starken Defensive behielt man dennoch die Oberhand und ging mit einer knappen 54:52-Führung in die Kabinen.

Im letzten Viertel ging der Kampf weiter. Die Belgier ließen sich nicht abschütteln, ein nicht immer hochklassiger Kampf um den Sieg entbrannte. Bis zum 62:62 war der Ausgang völlig offfen –  es folgte ein 11:0-Lauf für die Mannschaft von Yves Defraigne. Beim 62:73 war der Sieg in weite Ferne gerückt. Als der überragende Talor Battle, zuvor mit seinem unnachahmlichen Zug zum Korb ein steter Unruheherd,  dann auch noch selbst per Dreier scorte, war das Spiel gelaufen. Am Ende unterlag man 65:82 – eine am Ende zu hohe Niederlage, wenn man die ersten drei Viertel betrachtet.

Fest steht, dass den Trierern noch viel Arbeit bis zum 3. Oktober bleibt. Die Vorbereitung läuft schlecht, die Verletzungen wirkten sich negativ auf die Eingespieltheit des Teams aus. Man lebt von Einzelaktionen. Der Ausfall von Andreas Seiferth wiegt zudem schwer, die Offensive lahmt. Zudem zeigt man die gewohnten Trierer Schwächen im Rebound. Mons sicherte sich 17 Abpraller mehr als die Moselstädter. Gut möglich, dass man je nach schwere der Verletzung von Seiferth noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird. Doch wie geht man vor? Mit Seiferth fällt ein deutscher Spieler aus, sechs Ausländer sind bereits verpflichtet. Andererseits ist die jetzige Centerriege offensiv einfach zu schwach – vor allem der offensive Output ist viel zu gering. Schmidt müsste über sich hinauswachsen, um diese Lücke zu füllen. In dieser Form ist ein Sieg gegen Aufsteiger SC RASTA Vechta, der mit jeder Menge Energie und Euphorie in die Saison starten wird, eine schwere Aufgabe. Rödl wird sicherlich dafür sorgen, dass diese gemeistert wird. (cw)

1 KOMMENTAR

  1. mal abgesehen davon, dass ich testspiele nicht überbewerte: wie kann man eine saisoneröffnung völlig ohne not auf 19 uhr legen? 1050 zuschauer sprechen eine deutliche sprache. ich habe es selbst nicht in die arena geschafft. total behämmert, sorry liebe tbb. in luxemburg kriegt man wegen den basketballern leider noch nicht früher feierabend! vielleicht, wenn mal ein paar meisterschaften gefeiert wurden. ich muss meine dauerkarte jetzt an einem anderen tag abholen. tolle sache. da kann ich nur sagen: schwache entscheidung in der marketing-abteilung. sorry, aber meine meinung.

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