Linksdrehender Einbahnring um die Bitburger Innenstadt – wieso eigentlich?

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BITBURG. Nach zweiwöchiger Bauphase und umfangreicher Information der Verkehrsteilnehmer ist der linksdrehende Einbahnring um den Bitburger Stadtkern nun hergestellt und die Eingewöhnungsphase kann beginnen. Viele Bürgerinnen und Bürger mussten während der Arbeiten zu den Stoßzeiten im Stau stehen und fragten sich nach dem Grund für die Änderung der Verkehrsführung.

Wie bei jeder anderen Baustelle auf verkehrsreichen Straßen kam es während der Einrichtung des Ringverkehrs auch hier zu entsprechenden Störungen. So herrschten vor allem während der Stoßzeiten am Morgen, nach Schulschluss und im Feierabend-Verkehr schwierige Verkehrsverhältnisse und teilweise lange Staus.
Bei einer so grundlegenden Änderung der Verkehrsführung, die dann auch noch im laufenden Verkehr eingeführt werden muss, gibt es naturgemäß eine rege Diskussion in der Bevölkerung. So wurde das Projekt von einigen völlig abgelehnt oder von anderen stark kritisiert, obwohl der Ring noch gar nicht fertig gestellt und so eine Beurteilung noch nicht möglich war.
So mancher fragte sich, warum der Verkehr in der Bitburger Innenstadt denn überhaupt neu geregelt werden soll.

Im August 2012 fasste der Stadtrat in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Ausschuss für Bau, Wirtschaft und Verkehr den Beschluss, im Hinblick auf eine erhöhte Verkehrsbelastung aufgrund zahlreicher neuer Bauprojekte einen linksdrehenden Einbahnring rund um den Bitburger Stadtkern einzurichten.

In den letzten Jahren wurden bzw. werden in Bitburg Neubauten wie z.B. die Bitburger Stadthalle, die Galerie Pierre in der Trierer Straße, das Wohn- und Geschäftshaus am Grünen See, das BELWO-Gebäude an der Römermauer, das Einkaufszentrum am Rautenberg, das Alten- und Pflegeheim in der Kölner Straße oder das Wohn- und Geschäftszentrum am Spittel errichtet. Weitere Projekte wie die Wohn- und Geschäftshäuser an der Ecke Karenweg/ Trierer und Bedastraße (BIT-Galerie) und am Bedaplatz sind in Planung. Mit dem ehemaligen Müller-Flegel-Gelände, dem früheren ALDI, dem früheren Köster-Gelände oder auch der einstigen Volksbank im Karenweg sehen weitere innerstädtische Grundstücke einer möglichen Folgenutzung entgegen.

Alle Maßnahmen zusammen werden ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen verursachen und erfordern dementsprechend auch eine Neuregelung der innerstädtischen Verkehre. Deshalb hatte die Stadt Bitburg das Planungsbüro VERTEC, das seit mehr als 25 Jahren im Rahmen des Generalverkehrsplanes in Bitburg tätig ist, beauftragt, die neue Situation zu untersuchen.

Als Ergebnis schlugen die Verkehrsexperten vor, im Rahmen einer Testphase einen innerstädtischen, linksdrehenden Einbahnring einzurichten, der die Straßen Borenweg, Denkmalstraße, Glockenhäuschen, Dauner Straße, Römermauer, Am Markt und Karenweg umfasst.

Diese Ringlösung ist schon seit vielen Jahren in den Planungen für den Generalverkehrsplan der Stadt Bitburg festgeschrieben. Ursprünglich ging man davon aus, dass die Lösung jedoch nur in Verbindung mit dem Bau der Nord-Ost-Tangente funktionieren könnte.

Im letzten Jahr hatten die Experten dann festgestellt, dass der Anteil des Schwerlastverkehrs in der Innenstadt stark abgenommen habe und, dass das Verkehrsaufkommen im südlichen Kernbereich stagniert. Das sei eine direkte Folge des Baus der Südspange, die – wie die Kreisverkehrsplätze in Bitburg – auch aufgrund des Generalverkehrsplanes gebaut worden ist.

Deshalb könne nun die angedachte Ringlösung für die Innenstadt auch ohne den Bau der Nord-Ost-Tangente funktionieren.

Aufgrund der Empfehlung der Verkehrsexperten und der Beschlüsse der zuständigen städtischen Gremien führte die Stadtverwaltung nun die weiteren Schritte aus. In Zusammenarbeit mit den entsprechenden Planungsbüros sowie mit dem Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein wurde die Testphase für die Ringlösung vorbereitet. Gleichzeitig erfolgte eine umfangreiche Information der Öffentlichkeit über das Vorhaben.

Nachdem der Ring nun komplett hergestellt ist, wird sich in der Eingewöhnungsphase der nächsten Wochen zeigen, ob sich der linksdrehende Ring bewährt. (red)

Lesen Sie dazu auch einen Beitrag von unserem Redakteur Harry Fröhlich.

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