Kulturhochburg Trier: Längst keine Provinz mehr

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TRIER. Schauplatz Europahalle Ende des letzten Jahres. Comedian Kaya Yanar stellt eine Frage ans Publikum. „Wer kommt denn auf die Idee eine Discothek A1 zu nennen, das ist doch keine Autobahn…“ Eine Stimme aus dem Publikum antwortet: „Der Inhaber ist Türke, da musst du ihn fragen.“ Der Comedian ist sichtlich beeindruckt von der Schlagfertigkeit dieses Besuchers, kommentiert die Antwort aber nur mit hintersinnigem Grinsen.

Was hat das A1 mit Kultur zu tun? Wenig bis nichts. Das ändert nichts daran, sondern unterstreicht eher, dass isch Trier längst als kulturelle Hochburg der Großregion entpuppt hat, das Attribut „provinzell“ trifft längst nicht mehr zu. So haben nahezu alle namhaften Comedians und zunehmend auch Kabarettisten den Weg in die Moselmetropole gefunden. Der Kulturhunger der Menschen in und um Trier und nicht zuletzt die Nähe zu Luxemburg machen unsere Stadt zu einem interessanten Auftrittsort.

Besonders in der „Subkultur“ ist Trier „Boomtown“. Dazu hat auch Peter Stablo vom Kulturraum Trier einen deutlichen Beitrag geleistet. Immer wieder finden Veranstaltungen wie Poetry-Slam oder Comedy-Slam und vieles andere mehr in unterschiedlichen Locations statt. Kunst gegen Bares, kurz, „KGB“ heißt das Konzept aus der Feder Gerd Burmannn das Stablo im Trierer Kinocenter „Broadway“ mehrfach umgesetzt hat.

Das Konzept: Die Künstler treten auf offener Bühne auf. Das Zeitfenster beträgt zehn Minuten. Es wird gelesen, vorgetragen, gesungen, performt. Jeder Künstler hat ein Sparschwein, das Publikum entscheidet, welches Schwein wie gefüttert wird. Wer am Ende des Abends das meiste Geld in seinem Schweinchen hat wird die „Kapitalistensau des Abends“.

Zusammen mit der City-Initiative Trier (CIT) veranstaltet der Kulturraum Trier e.V. am 28. und 29. September das Kleinkunstfestival: „ars ante Porta“. Hierbei treten zahlreiche Musiker und Künstler unterschiedlicher Couleur. auf. Unter anderem der Autor Harry Fröhlich (Bitburg) dessen Buch: „Fröhlich bin ich, bin ich, ich“ in diesem Herbst durch die Frankfurter Verlagsgruppe auf der Buchmesse vorgestellt wird. Fröhlich ist auch im Rahmen des KGB am Samstag ab 16.30 Uhr im Brunnenhof dabei.

„KGB ist eine fantastische Idee“, so der Künstler, der auf über 20 Jahre Bühnenpräsenz zurückblickt. Er kommt regelrecht ins Schwärmen: „Hätte es so etwas gegeben als ich jung war…“ Was er besonders schätzt: „Die unglaubliche Echtheit und ein gnadenlos ehrliches Publikum. Es fühlt sich so an, als stünde man das erste Mal auf der Bühne.“ Was für ihn „nur“ ein Gefühl ist, trifft auf die meisten anderen Künstler tatsächlich zu. Es gibt kein Kuratorium. Man kommt, steht zehn Minuten auf der Bühne und das Publikum entscheidet über Gedeih und Verderb.

In Verbindung mit dem verkaufsoffenen Sonntag erstreckt sich das Festival auf zwei Tage von der Porta Nigra bis in die Fußgängerzone. Es gibt viel zu sehen. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltungsorte sind barrierefrei. (red)

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