In Bitburg geht es „rund“!

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    BITBURG. Seit einigen Tagen dreht sich in Bitburg alles links herum. Der neue „Innenstadtring“ soll für mehr Sicherheit und Verkehrsentlastung sorgen. Das erschließt sich bis dato jedoch kaum jemanden. Eine vor kurzem bei Facebook gegründete Seite „Innenstadtring Bitburg, nein danke“ erfreut sich schon jetzt an rund 1900 Mitgliedern. Der Großteil der „Kommentatoren“ ist vehement dagegen, ein kleiner Teil mahnt, man solle dem Projekt erst einmal eine Chance geben und die Fertigstellung abwarten.

    Während die meisten die Pläne als „Schildbürgerstreich“ und „Verschlimmbesserung“ ansehen, bemängelt der eine oder andere die Mentalität, alles Neue zunächst einmal abzulehnen.

    1868 geht in London die erste Ampel (mit Gas beleuchtet) in Betrieb. 1922 die erste deutsche Ampel in Hamburg am Stephansplatz. Zu dieser Zeit waren Kreisverkehre in Deutschland gang und gäbe. In der Nachkriegszeit setzten sich mehr und mehr Ampeln durch, die Kreisverkehre verschwanden zunehmend und schrumpften auf ein Minimum zusammen. In den Neunzigern besannen sich Verkehrsplaner auf die Vorteile des Kreisverkehrs und man baute Kreuzungen, wo immer dies baulich möglich war, wieder in Kreisel um. So auch vor 10 Jahren in Bitburg, damals ohne merkliche Widerstände aus der Bevölkerung. Dass man es auch übertreiben kann, „nomen est omen“, zeigt der Kreisverkehr nahe der Kreisverwaltung. Ein Verkehrsplaner hatte sich offensichtlich verrechnet, so dass Omnibusse und LKW darin stecken blieben. Das Problem war aber durch die Pflasterung der Mittelrabatte schnell gelöst.

    Man konnte selbst zu Stoßzeiten relativ flüssig durch die Innenstadt kommen. Am Knotenpunkt der Kreuzung Trierer Straße kam schon mal zu Rückstaus, die bis zur Kreissparkasse, manchmal sogar bis zum Museum gereicht haben. Das war aber nahezu das einzige Nadelöhr in der Kreisstadt. Chaotisch zeigt sich dagegen der Verkehr heute, wenige Tage nach Einführung der neuen „Karussell-Verkehrsführung“ – und das ist noch schmeichelhaft formuliert. Sichtlich genervte Autofahrer, die unfreiwillige Stadtrundfahrten machen müssen, verärgerte Fußgänger, die der Zebrastreifen beraubt, verzweifelt versuchen, die zweispurige Trasse zu überqueren. „Ist ja alles noch nicht ganz fertig“, beschwichtigen die Befürworter.

    Prüm hat dieses Spiel schon hinter sich. Hier wurde auch die eine oder andere Verkehrsführung im „Ringsystem“ getestet. Die Bürger entschieden sich dagegen. Rund 70 000 Euro soll das einjährige Experiment kosten, das angesichts der derzeitigen Haltung der Bürger wohl keine Chance hat,  umgesetzt zu werden.

    Wo bleibt die Logik, fragt sich der Autofahrer, der die Stadt nach dem Einkauf im Edeka-Markt in der Neuerburger Straße verlassen will. Obwohl ihn nur wenige Meter von der Umgehungsstraße trennen, die aus der City herausführt, muss er eine unfreiwillige Stadtrundfahrt machen, rund einen Kilometer Umweg in Kauf nehmen. Darüber beschweren sich auch zahlreiche Berufstätige, die ebenfalls unnötige Umwege fahren müssen. Bei einer angenommenen Zahl von 5000 Autos, macht das pro Tag rund 4000 Kilometer. In Zeiten, in denen allenthalben von Energieeinsparung und Umweltschutz die Rede ist, wirkt die „Idee Innenstadtring“ sehr befremdlich. Harry Froehlich

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    1 KOMMENTAR

    1. Immer ruhig Blut!

      Für viele ist das „Alte“ immer das richtige und das „neue“ wird immer sofort abgewehrt und verdammt.
      Lasst doch mal den Innenstadtkreis fertig werden und dann sich die Leute daran gewöhnen. In einem Jahr können wir gerne darüber diskutieren, dann kennen alle das „Alte“ und das „Neue“ Verkehrskonzept.

      Natürlich gibt es bei jeder Änderung erst einmal Verwirrung und Unsicherheit. Das geht aber vorrüber.

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