Verwandte entlasten Deutsch-Russen im Missbrauchsprozess

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    TRIER. Am heutigen Dienstag wurde die Verhandlung gegen einen 53 Jahre alten Mann aus Daun am Trierer Landgericht fortgesetzt. Ihm wird vorgeworfen seine 19-jährige Stieftochter auf einer kurzen Reise in Paris zu sexuellen Handlungen genötigt und diese in Deutschland fortgeführt zu haben. Zum Termin waren die Eltern und der Bruder des Angeklagten, bei denen das vermeintliche Opfer gewohnt hat, in den Zeugenstand geladen.

    Sehnsüchtige Blicke warf der angeklagte V. seiner Familie zu, als diese nacheinander den Gerichtssaal betraten. Sie waren alle gekommen um die Wahrheit zu sagen und bei der Aufklärung der nach ihrem Empfinden falschen Beschuldigungen gegen ihren Sohn und Bruder beizutragen. Der 36 Jahre alte Alexej beschrieb seinen Bruder als einen treusorgenden Vater, der stets um das Wohl seiner Tochter bemüht war. Dessen Eheleben konnte der Ingenieur aus der Nähe von Frankfurt nicht persönlich bewerten, da er nach eigenen Angaben seit 2003 nur telefonischen Kontakt mit dem Angeklagten hatte.

    Er räumte allerdings ein, dass der Beschuldigte sich schon oft über den ausschweifenden Lebensstil seiner Tochter beklagt hatte und dass sie auch in St. Petersburg schon weggelaufen sei. Als Konsequenz soll V. ihr mit dem Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft gedroht haben.

    Die Mutter des Angeklagten beschrieb die familiären Verhältnisse ihres Sohnes als „normal“. Ihre Enkelin sei eine umgängliche und selbstsichere Person. Dass sie gerne ausgeht und auch mal Alkohol konsumiert hat sie der Familie nie verschwiegen. Auffällig war für die Zeugin jedoch das Verhalten ihrer Enkelin, als sie aufgefordert wurde, zu erzählen was passiert sei. Sie habe keine Emotionen gezeigt und auch nicht geweint während sie die Anschuldigungen gegen ihren Stiefvater hervorgebracht hatte. Auf die Frage der Richterin Schmitz, wie die Zeugin ihre Enkelin einschätze, charakterisierte sie das Opfer als jemanden „der über Leichen gehen würde um sein Ziel zu erreichen“.

    Auch von einer polizeilichen Vernehmung soll sie niemandem etwas erzählt haben. Am Tag der Vernehmung verhielt sie sich den Schilderungen der Zeugin nach völlig unauffällig, habe sich nichts anmerken lassen und sei schließlich ohne ein weiteres Wort aus der Wohnung ihrer Großeltern verschwunden, um den Termin alleine wahrzunehmen. Die Zeugin vermutet eine Verschwörung gegen ihren Sohn durch ihre Enkelin und möglicherweise ihrer Schwiegertochter.

    Auch ihr Ehemann, der Vater des Angeklagten, hegt den Verdacht auf ein Komplott. Sein Sohn sei ein fürsorglicher Familienmensch und habe schon immer eine negative Einstellung zum übermäßigen Alkoholkonsum. Als eifersüchtigen Menschen konnte er den Angeklagten nicht bezeichnen. Der 73 Jahre alte Physiker in Rente gab an, dass bereits die Mutter seiner Schwiegertochter ein ausschweifendes und „unmoralisches“ Leben geführt habe und er sich nicht wundern würde, wenn dies bei seiner Schwiegertochter genauso sei. Der Angeklagte ist bisher in Deutschland nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Er befindet sich seit dem 21. März ununterbrochen in Untersuchungshaft.

    Die Verhandlung wird am Montag, den 30. September fortgesetzt. (van)

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