Auszubildende verliert Job wegen Internet-Fotos

0

TRIER. Eigentlich lief alles perfekt für die junge Auszubildende. Mit 18 Jahren hatte sie bei einer Trierer Bank eine Lehrstelle mit Perspektive, den Führerschein in der Tasche, ein eigenes Auto und ein eigenes Appartement. Kurz nach ihrem 18. Geburtstag ist die heile Welt zerbrochen.

Einige Wochen nach ihrem Geburtstag wird sie zum Chef zitiert. Dieser konfrontiert sie mit eindeutig-zweideutigen Fotos von ihr, die im Internet kursierten. Obwohl die Fotos eher der harmlosen Art sind, verlässt sie mit der fristlosen Kündigung in der Hand das Büro. Die junge Frau ist entsetzt. Wie konnte das passieren?

Bei ihrer Geburtstagsparty spielte sie mit ihren Freundinnen „Starcover“. Dabei werden Titelfotos verschiedener Magazine möglichst originalgetreu nachgestellt. Sie wählte ausgerechnet Miley Cyrus‘ peinliche „Blurred-Lines-Pose“ mit herausgestreckter Zunge in Hot Pants und BH. Im Grunde erst einmal Privatsache und auch vergleichsweise harmlos. Dass die Partyfotos im Internet landen würden, ahnte sie nicht. Zu verdanken hat sie das ihrem Ex-Freund, der, als sie noch ein Paar waren, eine Spyware auf ihr I-Phone gespielt hatte. Damit hatte er Zugriff auf die Fotos, die er ins Netz stellte.

Die berufliche Karriere ist erst einmal vorbei. Die junge Frau stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, die Ermittlungen führten die Polizei dann zum „Ex“. Er hat sich nun wegen diverser Vergehen zu verantworten. Das hilft der jungen Frau allerdings nichts, denn der Job ist weg. Der Begründung des Bankdirektors: „Uns wurde der Link zugespielt. Die Konsequenz ist klar. Wir sind ein seriöses Unternehmen und können es uns nicht leisten, dass unsere Mitarbeiter den guten Ruf unseres Hauses schädigen ob vorsätzlich oder fahrlässig.“

Die Spyware namens „Flexispy“ kann man für 150 Euro im Jahr nutzen. Einmal installiert, spielt sie alle Daten, die auf dem Handy existieren, auf einen externen Server, von dem sie heruntergeladen werden können. In Kürze ist die Spyware installiert und arbeitet von da an unauffällig.

In den USA gibt es ein „Watch-Your-Baby-Tool“. Es gibt verschiedene Accessoires in denen ein I-Phone versteckt werden kann. Bilder, Teddy’s etc. Damit kann man von einem Rechner das Handy anwählen, die Kamera einschalten und dann das Baby, bzw. den Babysitter überwachen.

Erst kürzlich hatte „Stern TV“ in einem Experiment bewiesen, wie gefährlich Smartphone-Apps sein können. Mit einer harmlosen „Veranstaltungs-App“ verschafften sich die Spezialisten Zugang auch zu den sensibelsten Daten der Nutzer.

Achim Hansen vom Smartphone-Repair-Center Bitburg: „Es ist keine Seltenheit, dass wir beim Security Check Spyware- oder Fishing-Programme auf den Handys ahnungsloser Kunden finden.“ Hansen weiter: „Ihr Handy ist ein unauffälliges Schlüsselloch, durch das im Grunde jeder schauen kann. Die Programme werden immer besser.“

Die Spyware kann man problemlos im Internet bestellen – das ist nicht verboten. Das Installieren auf einem fremden Handy zunächst auch noch nicht. Die missbräuchliche Nutzung schon. Aber wer kriegt das schon mit. Grundsätzlich gilt: das Handy nie aus den Augen lassen, keine sensiblen Daten darauf speichern und bei der Installation neuer Apps peinlichst genau prüfen welche Rechte man freigibt.

Laut „Computerbild“ gibt es sogar so genannte „Spoolwürmer“ die selbst einer Löschung des Programms standhalten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann in einem  Repaircenter einen „Rund-um-Security-Check“ vornehmen lassen. Für 49,- Euro wird das Handy komplett durchgecheckt und kommt so jungfräulich wieder in die Hände des Besitzers. Kein billiger Spaß, aber in Anbetracht des geschilderten Falles eine lohnende Aktion. Harry Froehlich

Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen


1 KOMMENTAR

  1. Noch eine Anmerkung zum Bericht : Die Mehrzahl der an uns zur Überprüfung überlassenen Smartphones waren mit Spyware versehen. Krassester Fall war ein Telefon wo der Ex eine Software aufspielte die sämtliche SMS – Chats – Bilder und sogar die Anrufliste an eine von ihm eingerichtete E-Mail sendete – 7 MONATE lang. Die Handybesitzerin erstatte Anzeige. Das die Mehrzahl der übergebenen Telefone wohl mit Spyware versehen war liegt wohl daran das die Besitzer schon einen vor Verdacht hegten. Übrigens sind über 90 % der uns überlassen Handys zur Überprüfung von weibliche Besitzern.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.