Urteil im Bandendiebstahl-Prozess vertagt

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TRIER. Wer auf ein schnelles Urteil im fortgesetzten Prozess gegen zwei Männer und eine Frau wegen gemeinschaftliche begangenem bandenmäßigen Einbruchdiebstahl in mehr als 15 Fällen gehofft hatte, wurde am heutigen Montag im Trierer Landgericht enttäuscht. Nach über sechs Stunden Prozessdauer verkündete der Vorsitzende Richter Armin Hardt, wegen der fortgeschrittenen Zeit werde das Urteil am 02. Oktober um 10 Uhr verkündet. In der vorangegangenen Verhandlung war es zu Widersprüchen und Anschuldigungen zwischen den Angeklagten und ihren Verwandten gekommen.

 

Bereits seit dem 09. September läuft der Prozess gegen Dennis P. (29), Christoph T. (22) und Laura E. (23). In mehr als 15 Fällen soll sich das Trio aus Wittlich Zutritt zu fremden Grundstücken und Häusern verschafft haben und dabei durch Diebstähle und verursachte Sachschäden einen Gesamtschaden von circa 150.000 Euro verursacht haben. Da bei Christoph T. im Zuge einer Hausdurchsuchung fast 20 Gramm Marihuana entdeckt wurden, musste sich der jüngste der drei Täter außerdem wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Obwohl die Angeklagten den Großteil der Vorwürfe bereits im Vorfeld gestanden hatten, sollte es nicht langweilig werden: Nach den Zeugenaussagen, unter anderem eines niederländischen Geschäftsmannes, in dessen geplantem Ferienpark die Täter mehrmals in ein Musterhaus eindrangen und ein Mal sogar die gesamte Küche mitnahmen und Roman J., einem Bekannten der drei Angeklagten, der angab, gemeinsam mit P. exzessiv Amphetamine konsumiert zu haben, sorgte Michaela P., die Mutter des Angeklagten mit ihrer Aussage für Aufsehen. Auch sie berichtete vom Drogenkonsum ihres 29-Jährigen Sohnes, der aufgrund seines aufgedunsenen Erscheinungsbilds auch als 25 Jahre älterer Mann durchgehen würde. Dennis P. sei durch die Drogen unzuverlässiger und nervöser geworden.

Nach diesen Aussagen wurde ein Brief zitiert, den Michaela P. an das Gericht geschrieben hatte und in dem sie schildert, wie ihr Laura E. erzählt habe, in den Niederlanden ein Kilogramm Amphetamine erworben und in der Wohnung des Zeugen Roman J. gelagert zu haben, mit der Absicht, die Drogen gewinnbringend zu verkaufen. Auch der im Publikum anwesende Dennis F. soll laut P. an der Drogen-Tour beteiligt gewesen sein. Besonders pikant: Laut Schilderung soll sich der Vorfall nur wenige Tage nach der Entlassung von Laura E. aus der Untersuchungshaft ereignet haben. Diese wirkte von den Anschuldigungen schwer getroffen, warf nervöse Blicke ins Publikum und brach in Tränen aus. Ihre ebenfalls anwesende Mutter bekundete sowohl im Gerichtssaal, als auch in der Verhandlungspause deutlich hörbar ihr Missfallen und ihre Antipathie gegenüber Michaela P. ob dieser Vorwürfe. Die Beratung in der bereits erwähnten Pause, ob der Strafbefehl gegen Laura E. Strafbefehl nach diesen neuerlichen Anschuldigungen wieder aufgenommen werden sollte, führte zu keinem Ergebnis.

Nachdem die zahlreichen Vorstrafen von Dennis P. – unter anderem wegen mehrerer Rollerdiebstähle und einer Auto-Verfolgungsjagd durch mehrere Ortschaften – und die persönlichen Hintergründe der Angeklagten, die allesamt auf persönliche und familiäre Probleme zurückblicken, besprochen waren, trugen beide Seiten ihre Schlussplädoyers vor.

Da sich beide Seiten, vor allem Staatsanwältin Dr. Anne Wildfang mit ihrem für so gut wie alle Anwesenden sehr ermüdenden, 45-minütigen Plädoyer, in dem sie mit langsamer Stimme beinahe jedes Detail des Prozesses erneut zu erörtern schien und Freiheitsstrafen zwischen drei und viereinhalb Jahren forderte, mit ihren abschließenden Vorträgen viel Zeit ließen, beschloss Richter Armin Hardt, das Urteil erst am 02. Oktober um 10 Uhr zu verkünden. Einzig die Nicht-Wiederaufnahme des Strafbefehls für Laura E., deren Verteidiger aufgrund ihrer angeblich positiven Sozialprognose eine Bewährungsstrafe gefordert hatte, wurde an diesem Prozesstag beschlossen. (jow)

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