IHK Trier gibt der Stadt contra

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Bildquelle: IHK Trier

TRIER. Die Parteien im Trierer Stadtrat haben den Diskussionen um den Erhalt des Theaters Trier in den vergangenen Tagen eine neue Wende gegeben. Die durch das Gutachten zur Situation des Theaters erarbeiteten Sparvorschläge scheinen vergessen. Unter anderem fordert die SPD-Fraktion, den unterfinanzierten Theater-Haushalt über eine Tourismusabgabe zu sanieren. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hält das für den falschen Ansatz.

Erst jüngst befasste sich der landesweite IHK-Arbeitskreis Tourismus mit Vertretern des Handels in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Thema Finanzierung im Tourismus. Im Laufe der Diskussion hat das Gremium für den Fall der Einführung einer Tourismusabgabe klare Forderungen formuliert, die die rheinland-pfälzischen IHKs als zwingend bindend ansehen.

„Eine wichtige Kernforderung – sollte eine derartige Abgabe eingeführt oder beibehalten werden – ist die zweckgebundene Verwendung der Mittel für Marketing und Tourismusförderung, um die Attraktivität  von Stadt und Region zu steigern“, sagt IHK-Geschäftsführer Albrecht Ehses. Die Förderung von Infrastrukturmaßnahmen – wie die Sanierung eines Theaters – gehört aus IHK-Sicht eben nicht dazu. Außerdem fordert Ehses, den Unternehmen, die eine Tourismusabgabe zahlen, ein Entscheidungs- und Mitspracherecht sowie Einfluss bei der Mittelverwendung einzuräumen. So etwas könne nur ein Fachgremium leisten, das alle betroffenen Branchen mit berücksichtige und mit der Stadt gemeinsam ein schlüssiges und transparentes Konzept erarbeite.

Doch bevor es darum geht, neue Abgaben einzuführen und die Unternehmen weiter zu belasten, ist nach Meinung der IHK Trier der städtische Haushalt auf der Ausgabenseite noch kritischer zu prüfen und der Rotstift deutlicher anzusetzen. Allzu häufig würden schwierige Entscheidungen vertagt. „Besonders mit Blick auf die Finanzsituation des Theaters ist für uns nicht nachvollziehbar, dass jetzt fraktionsübergreifend der gerade erst begonnene konstruktive Diskussionsprozess zu einer Umstrukturierung des Hauses wieder auf Eis gelegt wird“, kritisiert der IHK-Geschäftsführer. (red)

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