Volker Weininger: Wie der Parkettboden eines englischen Klassenzimmers sein Leben veränderte

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TRIER. Er ist Rheinländer und er wäre beinahe Lehrer geworden. Doch heute ist Volker Weininger Kabarettist – und am 11. Oktober zu Gast in der TUFA in Trier. In seinem aktuellen Programm „Euer Senf in meinem Leben“ plaudert der gebürtige Bonner nicht nur aus dem persönlichen Nähkästchen. Außerdem – und vor allem – nimmt Volker Weininger den alltäglichen Meinungsbrei von Experten, Eltern, Politik und Internet gehörig ironisierend aufs Korn.

Dabei lässt der Familienvater unter anderem auch durchblicken, dass der Parkettboden eines englischen Klassenzimmers verhinderte, ein Vollzeit-Lehrer an einer Schule zu werden: Denn während seines Unterrichts als Aushilfslehrer in England nahmen seine Schüler den Zimmerfußboden auseinander, was den jungen Weininger zum Schluss brachte, doch kein Lehrer auf Lebenszeit zu werden.

Andernfalls hätte zahlreiches Publikum auf einen preisgekrönten Kabarettisten verzichten müssen, der sich außerdem auch noch als Sitzungspräsident im Karneval bewährte und dafür viel Lob erntete. Denn schon 1998 stellte er in Koblenz als Gründungsmitglied und Sitzungspräsident die alternative Karnevalsshow „Die Blaue Bütt“ mit auf die Beine. In der Session 2012/2013 reüssierte Volker Weininger dann mit seiner Kunstfigur – dem betrunkenen „Sitzungspräsidenten“ – in über 100 Auftritten sowohl in den Sälen im Kölner Karneval, als auch im Fernsehen, etwa bei der ARDFernsehsitzung.

Doch mit „Euer Senf in meinem Leben“ präsentiert sich der studierte Germanist am 11. Oktober in der TUFA in Trier nun wieder als waschechter Zeitgeist-Kabarettist, gesegnet mit dem quirligen Talent eines Comedians. Spitzzüngige
Alltagsbetrachtungen über die verqueren Ausreden von plagiierenden Politikern und sinnbefreite Königshaus-Analysen wechseln sich ab mit selbstironischen Berichten über persönliche Irrfahrten durchs Leben – oder einer zeitgenössischen Zusammenfassung über die zehnjährige Rum-Eierei des griechischen Sagenhelden Odysseus Richtung Heimat. Selbst der von Burnout bedrohte Sonnengott Helios bleibt dann nicht verschont.

Für „Euer Senf in meinem Leben“ ist der Sprachjongleur Volker Weininger derzeit für gleich drei renommierte deutsche Kabarettpreise nominiert, unter anderem für den „Fränkischen Kabarettpreis 2013“. Sollte der 42-Jährige die Preise für sein Programm einheimsen, könnte er damit ebenso im „normalen“ Berufsleben Eindruck machen. Denn auch abseits des Kabarettisten-Daseins besteht das Leben des Volker Weininger zum Großteil aus Sprache und ihrer Vermittlung: Als Dozent an diversen Hochschulen unterrichtet er Deutsch als Fremdsprache. Und das passt. Denn wer hierzulande Ironie verstehen will, lernt zuvor bei Volker Weininger, die Sprache der Deutschen zu beherrschen. Und wer dann in seiner Show die Ironie versteht, lernt damit vielleichtauch, wie die Deutschen wirklich sprechen.

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