Halbjahresbilanz: Insolvenzen in der Region Trier

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TRIER. Im ersten Halbjahr 2013 wurde das Insolvenzgeschehen erneut näher von der Creditreform Trier betrachtet und mit dem Vorjahreszeitraum verglichen. Insgesamt ist dabei ein Anstieg der privaten Pleiten zu verzeichnen. Besonders auffällig ist der Anstieg der Privatinsolvenzen bei Frauen.

Den aktuellen Untersuchungen der Creditreform Trier zu Folge liegt im ersten Halbjahr des Jahres 2013 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ehemaligen Regierungsbezirk Trier bei 79 Firmeninsolvenzen (eröffnete Verfahren oder Ablehnung der Eröffnung mangels Masse). Im Vergleich zum Vorjahr (98 Unternehmensinsolvenzen) sind es ganze 20 % weniger Firmeninsolvenzen. Im Gegensatz dazu ist der Trend in der Bundesrepublik weiter steigend (+0,8 % im Gegensatz zum Vorjahr).

Allerdings sind immer noch größtenteils Kleinunternehmer (rund 50) mit lediglich 1 bis 2 Beschäftigten betroffen.

Die kreisfreie Stadt Trier hat mit 21 Insolvenzen die meisten Firmenpleiten zu verzeichnen. Im Vorjahr waren es 32 und somit gab es hier einen Rückgang um 35 %. Mit 17 Firmeninsolvenzen, dicht gefolgt vom Kreis Bernkastel-Wittlich (16), hat der Kreis Bitburg-Prüm die zweithöchste Anzahl an Firmenpleiten zu verzeichnen. Aber auch hier ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (Kreis Bernkastel-Wittlich: 18; Kreis Bitburg-Prüm 23) zu erkennen.

Die wenigsten Unternehmenspleiten sind in den Kreisen Trier-Saarburg (14) und dem Kreis Vulkaneifel (11), zu vermelden. Die Unternehmensinsolvenzen im Kreis Vulkaneifel sind im Gegensatz zu allen anderen Kreisen angestiegen sind (von 8 auf 11).

In der Branchenverteilung entfällt der größte Anteil, nämlich 41 Firmenpleiten (Vorjahr: 53) auf den breit gefächerten Bereich der Dienstleistungen. Auf den Bereich Handel entfallen 20 Insolvenzen, auf den Baubereich 11 und auf das verarbeitende Gewerbe 7 Firmenpleiten.

Betrachtet man nun das betroffene Umsatzvolumen im Bereich der Unternehmensinsolvenzen, so ist gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Rückgang von 71 % zu verzeichnen. Das von Firmeninsolvenzen betroffene Umsatzvolumen lag im 1. Halbjahr 2012 in der Region Trier immerhin noch bei 180,3 Mio. Euro. In den ersten 6 Monaten 2013 liegt es bei nur noch 51,4 Mio. Euro. Das umsatzstärkste von der Insolvenz betroffene Unternehmen war die Karl Kreber GmbH in Trier mit einem Umsatzvolumen von 7 Mio. Euro Jahresumsatz. Weitere umsatzstarke Unternehmen waren die Moselglas GmbH in Zeltingen-Rachtig mit 6,1 Mio. Euro sowie die Pro-Tec GmbH & Co. KG in Daun mit 4,5 Mio  Euro Umsatz.

Ebenfalls sind im Vergleich zum 1. Halbjahr 2012 in den ersten sechs Monaten 2013 32 % weniger Arbeitsplätze von den Firmenpleiten betroffen (2012: 777 Arbeitsplätze, 2013: 529). Allein die Pleite der Pro-Tec GmbH & Co. KG hat 150 Arbeitsplätze gekostet.

Die Zahl der Insolvenzen ehemals Selbstständiger ist mit 18 Fällen gegenüber dem 1. Halbjahr 2012 (22) weiterhin leicht rückläufig.

Im Gegensatz zu den Unternehmensinsolvenzen (-20 %) sind die Privatinsolvenzen in der Region Trier im 1. Halbjahr 2013 angestiegen (+10 %). So waren es in den ersten 6 Monaten 2012 noch 243. Im 1. Halbjahr 2013 sind es immerhin 269 Privatinsolvenzen. Bundesweit ist dieser nicht Trend zu erkennen. Dort gingen die Privatinsolvenzen um 4,2 % zurück.

Nach Kreisen betrachtet, sind die meisten Verbraucherpleiten (89/ +53 % im Gegensatz zum 1. Halbjahr 2012) im Kreis Trier-Saarburg festzustellen. Weiterhin können in der kreisfreien Stadt Trier 69 Privatinsolvenzen verzeichnet werden (-13 %), gefolgt von dem Kreis Bernkastel-Wittlich mit 49 Insolvenzen (-8 %). Die wenigsten Verbraucherinsolvenzen sind in den Kreisen Bitburg-Prüm (40/ +8 %) und im Kreis Vulkaneifel (22/ +38 %) zu vermelden. Auffällig ist, dass im Gegensatz zum 1. Halbjahr 2012 (94 von 243 [38%]) die Zahl der weiblichen Privatinsolventen in den ersten 6 Monaten des Jahres 2013 (122 von 269 [45%]) zugenommen hat. Die Zahl der männlichen Personen ist fast gleich geblieben (2012: 149 Privatinsolvenzen, 2013: 147).

Im Bereich der Privatinsolvenzverfahren sind jedoch nur die tatsächlich veröffentlichten Verfahren berücksichtigt, also keine nachträglich gerichtlich bestätigten Regulierungsverfahren oder außergerichtliche Schuldenregulierungsverfahren, die nicht der Veröffentlichung unterliegen. (red)

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