Quo Vadis, Max Bahr?

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TRIER. Die Würfel sind gefallen- jedenfalls für die Baumarktkette „Praktiker“. Doch wie geht es für die ca. 3500 Mitarbeiter in den vielen Märkten der Tochtergesellschaft „Max Bahr“ weiter? Auch in der Trierer Filiale stehen 80 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

 

 

 

Erst am 6. Dezember 2012 wurde die Baumarkt-Filiale Max Bahr in Trier eröffnet. Nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Praktiker rutschte jedoch auch das Flaggschiff Max Bahr entgegen aller optimistischer Prognosen in die Insolvenz. Warenkreditversicherer weigerten sich, die zum Überleben notwendigen Lieferungen des Baumarktes zu versichern. Somit war eine weitere Versorgung der Märkte nicht gewährleistet. Es blieb nur noch der Gang zum Amtsgericht.

Der eingesetzte Insolvenzverwalter Christopher Seagon sucht seitdem mit Hochdruck nach einem möglichen Investor für den angeschlagenen Hamburger Konzern. Bis zum vergangenen Samstag hatten Finanzinvestoren, aber auch brancheninterne Bieter die Möglichkeit, unverbindliche Angebote abzugeben. Von einer Handvoll Interessenten war die Rede. Diese Meldungen haben sich offensichtlich nicht bewahrheitet. Finanzinvestoren hätten sich zurückgezogen, es werde eine „brancheninterne Lösung“ geben, heißt es in mehreren überregionalen Tageszeitungen.

Wie üblich, bleiben auch in diesem Fall Gerüchte nicht aus. So brachte die „Wirtschaftswoche“ jüngst die in Dortmund angesiedelte Baumarktkette „Hellweg“ und die „Einkaufsbüros deutscher Eisenhändler“ (EDE) aus Wuppertal, ebenso ins Spiel wie die britische Firma „Kingfisher“. Die Briten besitzen bereits Anteile an vielen europäischen Baumärkten, so auch an der Firma „Hornbach“ in Deutschland.

Für ein Konsortium aus Hellweg und EDE würde die Möglichkeit der Expansion sprechen. Die Standortstreuung beider Ketten ist bislang nur auf einen schmalen Streifen zwischen Hannover und Frankfurt konzentriert. Mit einer Übernahme könnten auch der Norden und Süden der Republik erschlossen werden.

Im engen Bewerberkreis sind jedoch auch noch „Globus“ und „Hagebau“. Hagebau dürfte allerdings nur an einzelnen Standorten interessiert sein, Globus strebt wohl eine Übernahme der gesamten Märkte an, um ihr Geschäft gerade in Norddeutschland, dem Kerngeschäft von Max Bahr, weiter vorantreiben zu können.

Wie hoch der Wahrheitsgehalt bei allen diesen verschiedenen Szenarien liegt, wird sich bis spätestens Ende September zeigen. Bis dahin muss ein Investor für Max Bahr gefunden werden. Sollte dies nicht gelingen, wird Herr Seagon das Unternehmen in die Insolvenz und damit in eine unsichere Zukunft für die knapp 3500 Mitarbeiter in 132 Märkten führen. In Trier stehen dann 80 Arbeitsplätze auf der Kippe, die mit der Neueröffnung der Max Bahr-Filiale zuvor noch Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz hatten. Nun müssen sie auf ein geschicktes Händchen des Insolvenzverwalters hoffen. (Bastian Lütge)

 

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