„Parteilos ist parteilos“

0

TRIER. Seit gestern Abend hat die CDU Trier als erste Partei ihre Wunschkandidatin für das Oberbürgermeisteramt in Trier vorgestellt. Die von den Grünen als „Überraschungsei“ bezeichnete Nominierte gilt noch als Vorschlag, die erforderliche Zustimmung des CDU-Kreisparteitages, um in das Rennen um das Amt des Stadtoberhaupts zu gehen, gilt als sicher.

Auf Hiltrud Zock hatten sicher nur wenige außerhalb des kleinen Gremiums getippt, das sie als Wunschkandidatin kürte. Weniger, dass sich die Herren um Bernhard Kaster für eine Frau entschieden, sondern vielmehr, dass Zock parteilos ist. Das forderte bei der heutigen Pressekonferenz die Frage geradezu heraus, was das inhaltlich bedeutet. „Parteilos ist parteilos“, sagte Zock und Kaster stimmte ihr zu und fügte noch an: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, jemanden aus Trier auszuwählen. Wir haben nicht nach Parteibuch, sondern nach Kompetenz entschieden und sind sicher, gerade mit einer parteilosen Kandidatin punkten zu können.“
Das hatte die Partei am gestrigen Abend zunächst einmal nicht, denn zwei Trierer Medien wurden bevorzugt behandelt und waren vorab informiert worden. Wir von lokalo haben diese Praxis kritisiert – Kaster versprach Besserung.
Wer erwartet hatte, Zock käme mit einem Wahlprogramm daher, war enttäuscht. Dieses Ansinnen wäre in diesem frühen Stadium aber auch überzogen. „Sobald ich weiß, dass ich die Kandidatin bin, werde ich mich bei allen Stadtbezirksvorständen vorstellen“, sagte die gebürtige Triererin, die sich in der Stadt als Agenturhaus-Chefin einen Namen gemacht hat. Auch der weitere Zeitplan steht: „Ich werde mich bis zur Oberbürgermeisterwahl (Anm. d. Red.: Sie wird im September oder Oktober des kommenden Jahres stattfinden) sehr intensiv mit allen Themen beschäftigen, die für unsere Stadt wichtig sind. Einige kenne ich ja schon aus meiner jetzigen Tätigkeit. Das mir an die Seite gestellte Wahlkampfteam wird mich dabei unterstützen, alle wichtigen Punkte zu thematisieren. Sollte Zock gewählt werden, dann wird zum 31. Dezember aus der Firma ausscheiden und sich in den verbleibenden Monaten bis zum Amtsantritt (1. April 2015) auch in den Dezernaten und insgesamt innerbehördlich kundig machen.


Dass ihr im Fall des Falles ein rauer Wind um die Nase wehen könnte – davor fürchtet sie sich nicht. „Es ist auch kein Nachteil, parteilos zu sein, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es viele Dinge gibt, die überparteilich funktionieren. Wichtig ist der 50-Jährigen, die in Trier ihr Abitur gemacht und auch studiert hat (Soziologie und Medienkommunikation), dass sie eine breite Unterstützung hinter sich weiß, um Dinge dauerhaft bewegen zu können.
Dass es zum Bündnis CDU/Zock kam, war laut übereinstimmender Aussage „einer glücklichen Fügung“ zu verdanken. Zock: „Ich hatte gerade von einer großen Agentur das Angebot bekommen, Anteile unter der Prämisse abzugeben, dass ich dem Agenturhaus weiter als Geschäftsführerin erhalten bleibe.“ In diese Findungsphase fiel die Anfrage von Bernhard Kaster und Fraktions-Chef Ulrich Dempfle. Als die eigene Entscheidung nach Rücksprache mit der Familie – Ehemann Ulrich und Sohn Alexander – gefallen war, erfolgte die (vorläufige) Absage an die andere Agentur und die Zusage für die CDU. „Dass es die CDU und nicht eine andere Partei ist, hat natürlich damit zu tun, dass ich zwar nicht in allen, aber in vielen Punkten dieselben Standtpunkte vertrete“, sagte Zock, die beim Pressegespräch im Nell’s Park Hotel zumindest schon eines unter Beweis stellte: rhetorisch bringt sie das mit, was man von einem Medienprofi erwarten kann. (wir)

Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

1 KOMMENTAR

  1. @ redaktion lokalo:wenn ihr schon benachteiligt werdet,frage ich mich,wieso berichtet ihr denn überhaupt noch über die unsägliche Klüngelpraxis dieser ultrakonservativen Partei? Eure Leser sind junge innovative Menschen,die die Spielchen des Oberlehrers Kaster,einschließl.seiner Betschwester Dempfle nicht interressiert!

  2. Gleichberechtigung war ja noch nie so das Ding der CDU. Sehr schade, dass da IMMER NOCH alles hintenrum läuft.
    Mal abgesehen von der Kandidaten, dich ich bisher inhaltlich genauso wenig kenne wie jede x-beliebige Wein“königin“ der Region.
    Aber scheinbar gehört das auch zur christlich-konservativen Mentalität 🙂

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.