13 500 Euro für die VILLA KUNTERBUNT

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TRIER. Eine Woche nach dem dritten Weltrekord von Alexander Brittnacher bei „Shake around the clock“ auf dem Hauptmarkt waren alle, die daran mitgewirkt hatten, in Feierstimmung. Im Garten der VILLA KUNTERBUNT beim Mutterhaus fand die Scheckübergabe an Dr. Christoph Block statt, den Geschäftsführer der Einrichtung. Alle Helfer, die es ermöglichen konnten, waren gekommen, um gemeinsam zu feiern. Die bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr (10 000 Euro) war deutlich übertroffen worden. Da durfte auch ein Gläschen Sekt nicht fehlen.

Seit 13 Jahren gibt es die Einrichtung nun, deren vielfältige Aufgaben und große Bedeutung in der Nachsorge und Betreuung von schwerst, oft auch chronisch kranken Kindern den meisten Anwesenden erst bei der anschließenden Führung bewusst wurde. Nach seiner Dankesrede machte Dr. Christoph Block nochmals deutlich, wie wichtig solche Inititiativen sind, die Brittnacher ins Leben gerufen hat. Block: „Wir haben einen Finanzbedarf von etwa 650- bis 700 000 Euro pro Jahr. Davon müssen rund 90 Prozent durch Spenden abgedeckt werden. Wir sind über jeden Euro froh, der gespendet wird. Aber natürlich ist diese Summe für uns schon ein warmer Regen, weshalb auch alle mit viel Spaß bei der Sache waren. Das galt sowohl für die Mitstreiter, die Brittnacher angeworben hatte, als auch etliche Mitarbeiterinnen der VILLA und die Familie Block selbst.

Eine Woche nach dem Event, der den „Meister der Cocktails“ und seine ganze Crew in ingesamt zwölf Stunden plus auf und Abbau und Planung und Organisation ganz schön geschlaucht hatte, war er schon wieder hoch motiviert: „Ich glaube ich mache es im nächsten Jahr noch einmal“, kündigte er den nächsten „Shake around the clock“ schon für 2014 an.

Dass er auch dann nicht allein dastehen wird, kann vorausgesetzt werden. „Wenn es zeitlich machbar ist, bin ich dabei“, sagt Michaela, 28 Jahre alt. „Ich bin durch meinen Freund bei der Aktion gelandet. Es hat während der Veranstaltung Spaß gemacht und wenn man jetzt sieht, wie wichtig die Hilfe ist, ist das einfach ein gutes Gefühl.“ Das bestätigt ihr neben ihr stehender Freund Jerome, 33, ein Mann der ersten Stunde, der schon 2011 bei der Auftaktveranstaltung vor der Galeria Kaufhof in der Fleischstraße dabei war: „Klar mache ich wieder mit, wenn es ein viertes Mal geben sollte. Ich würde mir nur wünschen, dass die Gäste noch ein wenig tiefer in die Tasche greifen.“ Das gilt auch für Andreas (23), der keinen Zweifel aufkommen lässt: „Das hat soviel Spaß gemacht, klar mache ich wieder mit.“

Insgesamt werden 480 Familien betreut, in denen es Betroffene gibt, vom Kleinkind bis zum 18. Lebensjahr. Die Mitarbeiter arbeiten zweigleisig, da die Einrichtung eng mit der Kinderkrebsstation im Mutterhaus verzahnt ist, weshalb die Arbeitszeiten auf beide Pflegeeinrichtungen verteilt werden. „Das ist ganz gut zu händeln“, sagt Block, „weil wir nur ein paar Meter voneinander entfernt sind.“ In der VILLA selbst, gibt es neben Behandlungszimmern viele Räume und Geräte, die der Verbesserung der Lebenssituation der kranken Kinder, aber auch der betroffenen Eltern dienen. Ob Psychologischer- oder Sozialdienst, eine Physiotherapie, in der selbst Frühchen behandelt werden können, eine kleine Turnhalle mit Kletterwand und Trampolin – das Reich, in der eine zur Erlebnispädagogin ausgebildete junge Frau therapeutisch für Körper und Seele tätig ist. Eine eigene Küche, in der auch alle möglichen Diäten zubereitet werden können, einen Multifunktionsraum, in dem auch die Eltern der kranken Kinder geschult werden, wie sie ihrem Kind und sich selbst das Leben so angenehm wie möglich machen können, gleichzeitig alle notwendigen therapeutischen Maßnahmen einhalten. Ein besonders gravierendes Beispiel, ist die finanzielle Unterstützung in diesem Bereich. Block: „Die Krankenkassen zahlen drei Stunden, bei manchen Familien brauchen wir aber drei Wochen, bis dieser Teil unserer Arbeit getan ist.“

Es wird aber nicht nur in der VILLA, sondern auch außerhalb gearbeitet. Auf einem Reiterhof in Hockweiler wird Reittherapie angeboten, die Mitarbeiter der VILLA gehen in Schulen und Kindergärten, um die Kinder und Jugendlichen dort darauf vorzubereiten, wenn eines der krebskranken Kinder nach langer Abwesenheit in die gewohnte Umgebung zurückkehrt, wie sie mit dieser Situation umgehen, um die Wiedereingliederung so leicht wie möglich zu machen. Die schönsten Erlebnisse im Jahr hat Block immer dann, „wenn ich nach der Untersuchung eines Neugeborenen sagen kann, ihr Kind ist gesund.“

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