Fünf und sechs Jahre Haft für Rauschgiftvergehen und Erpressung

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TRIER. Am heutigen Freitag wurden zwei Männer von der 1. Großen Strafkammer am Landgericht Trier unter dem Vorsitz von Richterin Petra Schmitz zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie waren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz in großem Umfang und räuberischer Erpressung angeklagt.

Am letzten Verhandlungstag legten die Rechtsanwälte des Angeklagten F., Sven Collet aus Trier und Franz Obst aus Frankfurt, der großen Strafkammer einen weiteren Beweisantrag vor. In diesem wurde gefordert, ein psychiatrisches Gutachten über den mentalen Zustand des Hauptzeugen einzuholen. Die Anwälte zweifelten seine Aussage an, mit der er ihren Mandanten schwer belastete (lokalo berichtete: http://www.lokalo.de/artikel/37072/Verstoss-gegen-BTMG-und-raeuberische-Erpressung—Zwei-weitere-Zeugen-sagen-aus#.UiCwI9Lwna8).  Da der Zeuge zum Tatzeitpunkt eine größere Menge an Amphetaminen konsumiert hatte, könnte dies seine Erinnerung  beeinflusst haben, so die Verteidiger.. Ein psychiatrisch-psychologisches Gutachten sollte darüber Aufschluss geben. „Die Kammer hat regelmäßig mit Leuten zu tun, die Betäubungsmitteln konsumiere. Daher besitzen wir ausreichend Erfahrung, um die Glaubhaftigkeit des Zeugens zu beurteilen“, fasste Schmitz die Ablehnung des Antrags zusammen.

Kurz vor den Plädoyers äußerte sich der Angeklagte G. erstmals zur Sache. Demnach habe sich die Tat anders abgespielt, als bisher dargestellt wurde. Danach hatte G. an dem Tag zunächst mit einem Freund Drogen konsumiert. Abends fuhren beide zur Wohnung des Geschädigten, wo sich zufällig auch der Angeklagte F. aufhielt. Zunächst konsumierten alle Anwesenden zusammen Betäubungsmittel, bis es zu einem Streit zwischen F. und dem Geschädigten kam. Dies ärgerte G., weil er sich auf einen gemütlichen Abend gefreut hatte. „Ich habe also dem Zeugen ein Handy ans Bein gehalten und ihm gesagt, er soll die geforderten Schulden zahlen. Eine Pistole hatte ich nicht dabei“, so der Angeklagte.

„Das glaubt ihnen kein Mensch“, merkte der Staatsanwalt Ingo Hromeda in seinem Plädoyer kritisch an. Er sprach sich für zwei lange Gesamtfreiheitsstrafen aus. Wegen der großen Menge an eingeführten Betäubungsmitteln (7.000 Ecstasy Pillen, 10 Kg Amphetamin) und der räuberischen Erpressung seitens des Angeklagten F., sprach sich der Staatsanwalt für eine Gefängnisstrafe von 6 Jahren aus. Diese lange Strafe hängt vor allen Dingen auch mit einer fehlenden Schuldeinsicht seitens F. zusammen. „Ich habe nicht das Gefühl, dass der Angeklagte bereut, was er getan hat“, so Hromeda. Der Angeklagte G. hatte mit der Drogenlieferung nichts zu tun. Dafür schüchterte er den Geschädigten mit einer Waffe ein und verdrehte ihm einen Finger. Hromeda beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von 5 Jahren.

Das sahen die Strafverteidiger naturgemäß ganz anders. Collet und Obst sind sich über die Reue und die Einsicht ihres Mandanten sicher. „Soll er auf den Knien über den Boden rutschen, damit sie das Gefühl haben, dass er es ernst meint“, fragte Obst leicht sarkastisch. Unter dem Strich beantragten die Anwälte eine Freiheitsstrafe, die drei Jahre und sechs Monate nicht überschreitet. Der Anwalt des Angeklagten G., Paul Greinert aus Trier, forderte gar einen Freispruch. „Glaube versetzt zwar Berge werter Herr Staatsanwalt, eindeutige Beweise für die Schuld meines Mandanten haben sie aber nicht“, so der Strafverteidiger.

Das Gericht kam den Forderungen der Staatsanwaltschaft nach. F. wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. G. muss für fünf Jahre hinter Gitter. „Wir haben nicht den geringsten Zweifel an der Schuld beider Angeklagten“, so die Richterin Petra Schmitz. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. (tw)

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