Marx in seiner Zeit betrachten – Junge Union besucht Karl-Marx-Haus

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TRIER. Viel wurde in letzter Zeit über den berühmtesten Sohn der Stadt, Karl Marx diskutiert. Ob aufgrund von Ottmar Hörls Figurenausstellung, der Eröffnungsrede von Gregor Gysi oder aufgrund der wiederholten Forderung nach der Umbenennung der „Universität Trier“ in „Karl-Marx-Universität Trier“. Gestern bot die Jugendorganisation der CDU, die Junge Union Trier-Stadt eine Führung durch das Geburtshaus von Karl Marx an, um im Anschluss über das Leben und Wirken des Trierer Philosophen zu diskutieren. 

Eigentlich sollte an diesem Tag auch Philipp Mißfelder zu Gast sein. Mißfelder, der seit 2002 Bundesvorsitzender der Jugendorganisation ist und in der CDU-Bundestagsfraktion die Rolle des außenpolitischen Sprechers übernimmt, hätte sicherlich auch einiges zum Umgang mit Karl Marx in den verschiedensten Winkeln der Erde erzählen können. Zu Beginn der Führung musste Philipp Bett, Kreisvorsitzender der Jungen Union Trier-Stadt „den anderen Philipp“ jedoch entschuldigen. Ihm war ein Krankheitsfall in der Familie dazwischen gekommen.

Aber auch ohne Mißfelder bot die Führung viel Interessantes. Und für viele Teilnehmer auch Neues. Denn trotz langjährigen Aufenthaltes in Trier gestanden viele junge Teilnehmer ein, noch nie im Karl-Marx-Haus gewesen zu sein. So erfuhren dann einige erstmals Fakten aus Marx Leben vom Aufwachsen in Trier, über die Studienjahre in Berlin und sein Wirken in Paris. Interessante Neuigkeit war auch, dass Marx‘ Vater Mitglied der Trierer Casino-Gesellschaft war. Bernhard Kaster, CDU-Bundestagsabgeordneter, der ebenfalls an der Führung teilnahm konnte sich nicht verkneifen zu betonen, dass diese Gesellschaft auch heute noch existiere und er Mitglied sein. Mit einem Lächeln fügte er hinzu, dass es Frauen immer noch verboten sei, Mitglied zu werden.

Beim anschließenden Umtrunk im gegenüberliegenden Weinhaus schloss er dann seinen Redebeitrag mit „Und nun lassen wir Marx im Museum. Also dort wo er hingehört“. In geübter Wahlkämpfermanier lud er noch zu anstehenden Veranstaltungen ein und verabschiedete sich schnell. Ein wenig fundierter schloss Philipp Bett, Chef der Jungen Union im Kreisverband Trier die Veranstaltung ab. Er betonte, man müsse Marx in seiner Zeit betrachten und mit anderen über sein Wirken ins Gespräch kommen. „Man darf aber dennoch nicht vergessen, dass Karl Marx nicht der einzige berühmte Sohn der Stadt Trier ist.“ erklärte er und fügte Namen wie Oswald von Nell-Breuning hinzu. Der Theologe hätte ebenso wie Marx soziale Problemlagen erkannt. Über Lösungsmöglichkeiten auch in der heutigen Zeit müsse man offen diskutieren. Mit seiner gestrigen Veranstaltung hat er damit definitiv einen Anfang gemacht. (ass)

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