Was wird aus dem Eifelpark Gondorf?

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Gondorf/Eifel. Nach 50-jähriger Geschichte des Freizeitparks Gondorf unweit von Bitburg hat Geschäftsführer Bernd Capellen im Dezember 2012 Insolvenz beantragt. Die Zukunft des Parks liegt nun in den Händen von Insolvenzverwalter Dr. Marc d’Avoine aus Wuppertal, der nun das macht, was Bernd Capellen früher selbst praktizierte: Abwickeln. Ursächlich für den Insolvenzantrag sollen ein Aufeinandertreffen bzw. eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände sein. Die Frage, die im Raum steht, lautet: Droht Gondorf dasselbe Schicksal wie dem „Tropic Park Fließem“, der mehr und mehr zur Ruine wird.

1964 wurde der Park eröffnet, seither kontinuierlich erweitert und mit Attraktionen angereichert. 1975 eröffnete der damalige Ministerpräsident Helmut Kohl eine Erweiterung des Parks, die mit Hilfe von Steuermitteln subventioniert war. 2003 kam die Wrede-Gruppe ins Spiel. Der Unternehmensberater Capellen war mit der „Abwicklung“ von insgesamt drei Freizeitparks betraut, einer davon der Park in Gondorf. Zwei Parks wurden auch in kurzer Zeit verkauft, Gondorf nicht. So kam Geschäftsführer Capellen zu dem Park wie die Jungfrau zum Kinde.

2008 machte der Park noch einmal deutschlandweit auf sich aufmerksam. Die beiden Maskottchen „Petz und Petzi“, zwei Bären, die ihren Bezug zur dortigen Bärenschlucht haben, wurden in einer Marketingaktion verheiratet. In diesem Rahmen trafen sich 82 Parkmaskottchen aus Deutschland und stellten einen neuen deutschen Rekord im „Maskottchentreffen“ auf. Trotz aller Bemühungen Capellens die Attraktivität des Parks zu steigern, konnte er nicht mit den großen Konkurrenten mithalten, die mit immer spektakuläreren Attraktionen um die Besucher warben. Insbesondere die Altersgruppe ab 12 Jahren war nur schwer für Gondorf zu begeistern.

Knapp die Hälfte des Geländes, nämlich 33 der 64 Hektar Land gehören der Gemeinde Gondorf, hierfür muss der Park Pacht bezahlen. Der Vertrag hätte 2012 neu ausgehandelt werden müssen, man wurde sich nicht einig. Zu hoch für Capellen die Vorstellungen der Gemeinde, zu rückläufig die Besucherzahlen die von 2011 (120 000) auf nur noch 98 000 im Jahr 2012 sanken. Der Unternehmensberater hatte wohl den „richtigen  Riecher“, im Dezember 2012 Insolvenz anzumelden. Der schlechte Sommerstart dieses Jahres wirkte sich drastisch auf die Besucherzahlen aus. Das kann selbst der dann folgende Traumsommer nicht auffangen – man schätzt die Besucherzahl dieses Jahr auf 55 000, obwohl der Konkursverwalter die Eintrittspreise um fast 20% gesenkt hatte. Für die Hauptattraktion, den Coaster, eine sogenannte „Allwetterrodelbahn“, muss man nur einen Euro pro Fahrt bezahlen. Die Familienachterbahn ist schon an einen anderen Park verkauft worden.

Capellen hatte dafür gekämpft, dass der Park 2013 auf jeden Fall geöffnet wird, „denn wenn ein Park ein Jahr lang geschlossen bleibt, bleibt er es für immer“, so Capellen. Am Beispiel des ehemaligen „Tropic-Park“ in Fließem bei Bitburg, der seit Jahren als Industrieruine nahe der Wittlicher Autobahn vergammelt, mag man dieser Befürchtung Glauben schenken. Nach eigenen Angaben hat der Unternehmensberater aus Düsseldorf den Park „aus Leidenschaft und ehrenamtlich“ betrieben, sprich kein Gehalt bezogen. Er will sogar aus eigenen Mitteln noch 250 000 Euro in den Park gesteckt zu haben. Mit dem entgangenen Gehalt hat ihn dann der „Parkspaß“ wohl eine halbe Million Euro gekostet – ein teures Hobby. Dass er schlecht gewirtschaftet hat, kann man ihm wohl nicht vorwerfen, schließlich verfügt die Gesellschaft noch über 45 000 Euro Eigenkapital.

Was der Park nun kosten soll, darüber gehen die Spekulationen weit auseinander. Sie reichen vom symbolischen Betrag von einem Euro bis zu einer Million. Laut Insolvenzverwalter Dr. Marc d’Avoine aus Wuppertal soll es einen „Interessenten“ geben. Wer das ist, bleibt erst einmal geheim. Fest steht, der Investor muss Geld in die Hand nehmen, allein die Inbetriebnahme im Frühjahr soll 350 000 – 400 000 Euro kosten. Harry Fröhlich

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1 KOMMENTAR

  1. Dass Eifelpark ist zu ende nur eine neue betreiber und ein ganz neues concept.

    Mit mehere activiteiten kann der besucher wieder nach Gondorf ziehen, aber dass dauerd min 4-5 jahre bis dass Eifel-park wieder mit 100000 besucher rechnen kann .

    Dieses jahr nur 50000 besucher und da war kein achterban mehr Pilz anlagen ausser betrieb, die kunden von 2013 kommen nicht wieder,mann muss wieder complett neu anfangen

    mfg Joop Rooze.ASE bv

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