Film der Woche: The Bling Ring

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TRIER. Im Broadway Filmtheater in Trier läuft seit dem 22.08. der Film „The Bling Ring“. Die Tochter des Starregisseurs Franics Ford Coppola („Der Pate“ & „Apocalypse Now“) parodiert in ihrem neuesten Streifen die Facebook- und Smartphone-Generation mit ihrem ständigen Verlangen nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Wer sich darüber hinaus für den überquellenden begehbaren Kleiderschrank von Paris Hilton interessiert, sollte den Film auf keinen Fall verpassen. 

Inhalt

„The Bling Ring“ ist eine Gruppe von Jugendlichen der Oberschicht, die sich ihre Zeit mit kriminellen Aktivitäten vertreibt. Dabei steht das Einbrechen in Häuser von bekannten Schauspielern ganz oben auf ihrer Liste. Die Kids steigen in die Villen von Orlando Bloom, Megan Fox und Paris Hiltion ein und lassen so manche teuren Dinge mitgehen. Um sicherzugehen, dass die Stars nicht zu Hause sind, informiert sich die Gang vorher im Internet über deren aktuellen Aufenthaltsort. Als einer der Jugendlichen auf die Idee kommt, sich während der Raubzüge zu fotografieren und die Bilder auf Facebook zu veröffentlichen, nimmt die Polizei die Verfolgung der Kids auf.

Kritik

Die Regisseurin Sofia Coppola, Tochter des Starregisseurs Francis Ford Coppola, der mit Filmen wie „Der Pate“ und „Apocalypse Now“ Weltruhm erlangte, hat sich in Cineasten-Kreisen spätestens seit ihrem Meisterwerk „Lost in Translation“ einen Namen gemacht. Sie zeichnet sich durch ihren speziellen Erzählstil aus, in denen zumeist Charaktere im Vordergrund stehen, die auf der Suche nach sich selbst sind. Mit ihrem aktuellen Streifen, The Bling Ring, wagt sich Coppola auf neues Terrain.

Der Film kann als Gesellschaftskritik mit humoristischen Einlagen verstanden werden. In Zeiten von Facebook und Smartphones geht es vielen Menschen vor allem darum, Anerkennung und Aufmerksamkeit auf digitalem Wege zu erhaschen. Ständig werden neue Profilfotos online gestellt oder coole Sprüche gepostet. In regelmäßigen Abständen checken die Internet-Junkies, ob jemand das Bild oder den Post geliked oder kommentiert hat.  In „The Bling Ring“ nimmt dieser Wahn sehr skurrile Formen an. Eine Gruppe von Jugendlichen, die nichts Sinnvolles mit ihrer Zeit anzufangen wissen, beginnt, in die Häuser von berühmten Schauspielern einzubrechen. Nach einiger Zeit lassen die anfänglichen Adrenalinstöße nach und es muss etwas Neues gefunden werden, um das Gefühl der ersten Raubzüge erneut zu erleben. Da kommen den Kids ihre Smartphones gerade recht. Ungeniert und leichtsinnig beginnen sie, sich in den Villen der Stars und Sternchen abzulichten und die Fotos auf Facebook online zu stellen.

Die Geschichte wirkt authentisch und realitätsnah. Das liegt vor allem an der guten schauspielerischen Leistung der Darsteller. Es war sicherlich nicht einfach, in die Rolle der Täter zu schlüpfen, da der Cast im realen Leben den wohlhabenden Opfern deutlich näher steht. Vor allem Emma Watson, bekannt als Hermine aus den Harry-Potter-Filmen, macht ihre Sache ausgesprochen gut. Darüber hinaus war es Coppola möglich, in den Häusern der Promis zu drehen, was den Film zusätzlich interessant macht. Die Zuschauer erhaschen einzigartige Einblicke in die glamouröse Welt der Promis. Vor allem beim Anblick des prall gefüllten begehbaren Kleiderschranks von Paris Hilton, dürften die Augen so mancher Zuschauerin funkeln.  

Insgesamt hinterlässt „The Bling Ring“ einen soliden Eindruck. Der Film persifliert die Interessen und Zwänge einer vergnügungssüchtigen Online-Generation auf sehr kreative Art und Weise. Dabei wird er aber nie richtig bissig oder sarkastisch. Wer sich also eine schonungslose Abrechnung wünscht, wird den Kinosaal enttäuscht verlassen. (tw)    

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